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Russland plant Goldbindung des Rubels und Gaszahlung in Rubel
Russland kündigt an, den Rubel an das Gold zu binden, und verlangt Gaszahlungen in Rubel. Der Gold-Arbitrage und der Energiekonflikt mit Europa sind zentral.
Russland kündigt an, den Rubel an das Gold zu binden, und verlangt Gaszahlungen in Rubel
Der Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Nikolay Patrushev, hat angekündigt, dass Russland ein neues Finanzsystem entwickeln und testen wird, das eine Bindung des Rubels an das Gold vorsieht. Laut dem Kreml soll diese Maßnahme die wirtschaftliche Sicherheit des Landes gewährleisten, nachdem die Hälfte seiner Gold- und Devisenreserven eingefroren wurde. Die Ankündigung erfolgt, nachdem Moskau Zahlungen für Gas in Rubel gefordert hatte – ein Schritt, der Europa bereits gespalten hat und laut häufiger Analysen im Forum einen massiven Arbitrage-Prozess mit physischem Metall auslösen könnte.
Was genau bedeutet „Bindung des Rubels an das Gold“?
Der Vorschlag sieht weder die Prägung von Münzen noch Schalterwechsel für Bürger vor. Der Mechanismus ist subtiler: Die russische Zentralbank passt täglich den Kurs an, zu dem sie Gold von inländischen Geschäftsbanken kauft. Russland legt einen Einkaufspreis fest (eine Zahl von 5.000 Rubel pro Unze wird genannt), verpflichtet sich aber nicht, Gold gegen Rubel zu verkaufen. Diese Asymmetrie ist der Schlüssel zum gesamten System.
So funktioniert der Arbitrage: Wenn die russische Zentralbank mehr Rubel für eine Unze Gold zahlt als man durch Verkauf derselben Unze auf dem internationalen Markt und Umrechnung der Devisen in Rubel am Forex-Markt erhält, entsteht ein risikoloser Gewinn. Händler kaufen Gold am COMEX, tauschen es in Moskau gegen Rubel, verkaufen diese Rubel für Dollar und wiederholen den Vorgang. Jede Runde verlagert physisches Gold von westlichen Tresoren nach Russland. Das Verfahren erinnert an die Operation, die Frankreich in den 1960er Jahren gegen den Dollar durchführte, mit einem Unterschied: Damals verkaufte das US-Finanzministerium Gold zu einem festen Preis; jetzt kauft nur Russland.
Gas in Rubel: Wer zahlt und wer weigert sich?
Der Energiekonflikt ist die zweite Front. Deutschland hat laut Brancheninformationen bereits begonnen, das benötigte Gas in Rubel zu bezahlen. Polen und andere Länder haben öffentlich erklärt, dies nicht tun zu wollen, kaufen aber weiterhin über Deutschland, das in der russischen Währung zahlt. Dieser Widerspruch ist auf Dauer schwer aufrechtzuerhalten: Entweder man kauft direkt bei Moskau oder über einen Vermittler, der sich bereits gebeugt hat.
Der Zug hat direkte Folgen für den Geldpreis. Wenn man Gold einsetzen muss, um Rubel zu erhalten – entweder direkt oder über Dritte, die Arbitrage betreiben –, gewinnt das Metall seine jahrhundertelange Funktion als monetäres Intermediär zurück. Wer kein Gold hat, muss es auf dem Markt kaufen, und wer es hat, muss entscheiden, ob er es hergibt.
Gold als Reservevermögen rückt ins Zentrum
Russland startet mit einem Vorteil: Es ist der zweitgrößte Goldproduzent der Welt. Das Land muss das Metall nicht importieren, sondern kann es aus seinen Minen fördern. Zudem haben einige kanadische Bergbauunternehmen, die in Russland tätig waren, das Land verlassen, was dem Staat die Kontrolle über diese Förderstätten ermöglicht. Die interne Versorgung ist gesichert.
Die Bewegung fügt sich in eine breitere Strategie ein, die nicht neu ist. China kündigte 2019 an, die Welt müsse sich auf eine Rückkehr zum Goldstandard vorbereiten, nachdem es den Vorschlag der Bank of England abgelehnt hatte, den Dollar durch eine digitale Währung zu ersetzen. Die Anhäufung von Metall durch Moskau und Peking hat eine lange Geschichte. Der Unterschied ist nun, dass ein Datum und ein Mechanismus festgelegt werden.
Schwachstellen des Plans: Exporteure und interne Grenzen
Nicht alles läuft glatt. Die Ankündigung selbst räumt ein, dass ein starker Rubel russischen Exporteuren schadet, deren Wettbewerbsvorteil gerade ein niedriger Wechselkurs kombiniert mit Deviseneinnahmen war. Wenn der Rubel aufwertet, verteuern sich russische Rohstoffe auf dem Weltmarkt, und die Nachfrage könnte leiden.
Eine weitere Unsicherheit überschwebt das Projekt: Wie wird der Binnenmarkt gesteuert? Ein Goldstandard erfordert fiskalische und monetäre Disziplin, und die russische Wirtschaft ist kein Musterbeispiel für Orthodoxie. Einige Analysen deuten darauf hin, dass der eigentliche Trick eine Spaltung des Rubels in zwei Kreisläufe sein könnte – einen internen und einen externen – mit einer digitalen Zentralbankwährung als Kontrollinstrument. Dies ist eine Hypothese, keine bestätigte Tatsache.
Das geopolitische Schachbrett: China, Europa und der Dollar
Der Erfolg des Plans hängt davon ab, ob andere Länder dem Beispiel folgen. Wenn nur Russland seine Währung an Gold bindet, bleibt der Effekt begrenzt; wenn China und große Rohstoffexporteure sich anschließen, erleidet das Dollar-System einen strukturellen Schlag. Die Koordination zwischen Moskau und Peking ist die Variable, die niemand kontrolliert.
Europa beobachtet das Geschehen derweil mit einer Mischung aus Unglauben und Kalkül. Die Länder, die sich weigern, in Rubel zu zahlen, tun dies aus politischem Stolz, aber die Energierechnung kennt keinen Stolz. Der Winter ist lang und Gas hat keinen sofortigen Ersatz.
Wie viel Gold liegt noch in den westlichen Tresoren, um die unbegrenzt gedruckten Währungen zu decken? Diese Frage stellt die russische Ankündigung auf den Tisch, und bisher hat niemand eine beruhigende Antwort gegeben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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