VOXs Israel-Politik spaltet die eigene Wählerschaft

Nach dem Rückgang von 52 auf 33 Sitzen sorgt VOXs Unterstützung für Israel für interne Konflikte: unbelegte Finanzierungsverdächtigungen und Rechtfertigung der Strategie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

VOXs Israel-Politik spaltet die eigene Wählerschaft
VOX und Israel: Unterstützung, unbelegte Finanzierung und Wahlkosten

Was kostet VOX seine Unterstützung für Israel? Die Solidarität mit dem hebräischen Staat, einschließlich eines Besuchs beim Premierminister, ist ein Markenzeichen der Partei Abascals und wurde zum Schlachtfeld zwischen denen, die glauben, sie bringe Stimmen, und denen, die behaupten, sie schadet ihr. Niemand hat bisher einen Beweis für den häufigsten Vorwurf geliefert: dass die Partei aus Tel Aviv finanziert wird.

Der wiederkehrende Vorwurf: israelische Finanzierung ohne Belege

Eine der aktivsten Strömungen vertritt die Ansicht, VOX sei faktisch die spanische Filiale des Likud, und Teile der Führungsspitze würden auf der Gehaltsliste israelischer Interessen stehen. Es ist die Rede von wirtschaftlichen und politischen Gegenleistungen, Freundschaften mit Anführern der spanischen jüdischen Gemeinde und einer langjährigen Abhängigkeit. Keine dieser Behauptungen wird durch Dokumente untermauert.

Als jemand konkrete Beweise forderte, war die Antwort eine weitere laute Frage und kein Papier. Diese Leere ist an sich schon ein Faktum: ein schwerer Vorwurf, der immer wiederholt wird, ohne dass ihn jemand stützt. Parallel dazu taucht der gegenteilige Vorwurf auf, der besagt, die Beziehung sei keine Unterwerfung, sondern Kalkül, und die Partei tue, was sie für opportun halte, ohne sich vor jemandem zu rechtfertigen.

Die Gegenrechnung: zehn neue Wähler pro verlorenem

Die Verteidigung der pro-israelischen Wende stützt sich auf eine einfache Arithmetik. Für jeden Wähler, der Israel feindlich gesinnt ist und als verloren gilt, würde die Partei **zehn Anhänger** des Rechts Israels auf Selbstverteidigung gewinnen. „Es ist ein offensichtlicher Win-Win“, fasst einer der Wortführer zusammen. Wer diese These verteidigt, fügt hinzu, dass die Unterstützung auf die Solidarität mit den Opfern des Terrorismus beschränkt sei, im Gegensatz zu denen, die sich angeblich auf die Seite der Täter stellen.

Die kritische Version derselben Bewegung weist auf die strategische Abhängigkeit hin: Die Festlegung der Position in Opposition zur PSOE überlässt die Partei dem Ermessen ihres Gegners. Und manche fügen eine Paradoxie hinzu: Eine Rechte, die sich als christlich versteht, unterstützt am Ende einen Staat, der, so dieses Argument, Christen nicht immer gut behandelt.

Die jüdisch-christliche Tradition als Argument und Falle

Ein anderer Block verschiebt das Subjekt der Frage: Nicht was VOX Israel schuldet, sondern was Europa schuldet. Die hier gegebene Antwort ist „fast alles“: Die Kultur und die jüdisch-christliche Tradition des Kontinents stammen größtenteils aus dieser Wurzel, und Israel verkörpert Fortschritt und Entwicklung im Gegensatz zur Mittelmäßigkeit und zum Heidentum, die, so die Behauptung, die globalistische Agenda aufzwingt.

Die Erwiderung kommt schnell. Der Westen ist griechisch-römisch und christlich, bevor er jüdisch ist. Der grundlegende Einwand: Eine religiöse Wurzel in ein geopolitisches Pfand umzuwandeln, zwingt das Argument so lange, bis die Geschichte nicht mehr im Weg steht.

Von 52 auf 33 Sitze: Die unbestrittene Zahl

Die Zahl, die die Diskussion durchzieht, ist wahltaktischer Natur und hat nichts mit Israel zu tun. VOX fiel zwischen den beiden zuletzt genannten allgemeinen Wahlen von 52 auf 33 Sitze, und wer diese Zahl nennt, führt sie auf die Strategie der systematischen Opposition gegen alles zurück, was die Regierung vorschlägt. Eine Partei, die regieren will, braucht stabile Prinzipien und keinen Fahrplan, der jedes Mal neu geschrieben wird, wenn die PSOE einen Zug macht.

Daraus ergibt sich eine Schlussfolgerung, die niemand abschließt: Wenn die Unterstützung für Israel so viele Stimmen kosten würde, hätte die Partei bereits korrigiert; wenn sie so billig wäre, gäbe es keine Kontroverse. Keines von beidem ist eingetreten.

Fraga, die PP und die Pilgerfahrten, die es schon gab

Nichts davon beginnt mit VOX. Besuche in Israel und der Umgang mit der spanischen jüdischen Gemeinde gehörten seit der Transition zum Repertoire der Rechten. Man erinnert sich an Manuel Fraga, seine Reisen und Bücher, und merkt an, dass London eine weitere Pflichtstation dieser Pilgerfahrt war: Er war dort Botschafter. Der tiefere Vorwurf lautet, dass nur wenige sich daran erinnern, wer diesen Weg ebnete.

Den Kontext vervollständigt ein Detail, das in die Konversation einfließt: Laut einem der Beiträge hängen israelische Flaggen auf Balkonen des sozialistischen Hauptquartiers, und ein Teil der rechten Wählerschaft akzeptiert die israelische Dominanz über die Palästinenser, weil sie diese als weniger zivilisiert betrachten. In diesem Fall käme die Nähe nicht vom Zionismus, sondern von etwas anderem.

Verhältnismäßigkeit: Der Riss, den keine Kampagne kitten kann

Der Punkt, an dem die Übereinstimmung vollständig zerbricht, ist der Einsatz von Gewalt. Der am häufigsten wiederholte Einwand ist der der Verhältnismäßigkeit: Man antwortet nicht auf die Aggression eines schwachen Akteurs, indem man eine ganze Bevölkerung verwüstet, besonders wenn die militärische Überlegenheit überwältigend ist. Die Gegenantwort stützt sich auf das Recht Israels auf Selbstverteidigung.

In der Mitte bleibt das Geschäft der Destabilisierung. Die Zerstörung Israels, so wird argumentiert, würde die Region internen Konflikten überlassen, die zu Millionen von Vertriebenen, unterbrochenen Seewegen und gefährdeter Ölversorgung führen würden. Wer dies verteidigt, warnt davor, dass das Szenario noch komplizierter wird, wenn ein Akteur in der Region Zugang zu Nukleartechnologie erhält.

Die Rechnung bleibt aus. Vielleicht schuldet die Partei Israel etwas; vielleicht schuldet sie nur Erklärungen ihren Wählern. Zu diesem Zeitpunkt weiß niemand, wer was bezahlt, aber jeder hat eine Meinung. Beim nächsten Mal, wenn jemand nach Beweisen fragt, sollte man eine Mappe dabei haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (213 Antworten).

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