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Russland blockiert US-Plan für Westsahara im UN-Sicherheitsrat
Russland legte sein Veto gegen die US-Resolution zur Westsahara ein, die Rede von Mohammed VI. wurde abgesagt. Die USA wiederum blockierten den russischen Text – die MINURSO bleibt ohne Mandat.
Russland stoppt US-Plan für die Westsahara und blockiert Verlängerung der MINURSO
Ein einziges Veto im Sicherheitsrat genügte, um den Auftritt zu kippen, den Marokko für die Nacht des 31. Oktober 2026 geplant hatte. Russland blockierte den von den USA ausgearbeiteten Resolutionsentwurf zur Westsahara, und damit fiel auch die Rede, die Mohammed VI. im Fernsehen halten wollte, um zu feiern, was nach offizieller marokkanischer Lesart die endgültige Rückendeckung der UNO für seine Souveränität über das Gebiet werden sollte. Nach Angaben eines Debattenteilnehmers erlischt das Mandat der UN-Mission in der Westsahara, der seit 1991 aktiven MINURSO, ohne Einigung.
Worum genau im Sicherheitsrat abgestimmt wurde
Der US-Entwurf sollte nach Darstellung mehrerer Teilnehmer die Aufteilung der ehemaligen spanischen Sahara zwischen Marokko und Washington besiegeln, gestützt auf eine Resolution, die die Besetzung als vollendete Tatsache behandelte. Russland machte von seinem Vetorecht Gebrauch, und der Entwurf scheiterte. Washington bedauerte die russische Haltung öffentlich und räumte ein, nicht genug Unterstützung gefunden zu haben: Der Text trug "zahlreiche Einwände" wegen seiner Bestimmungen über die Zukunft des Gebiets.
Der Coup hatte einen zweiten Akt. Zur Abstimmung stand auch ein alternativer russischer Entwurf, der am Veto der USA scheiterte. Das heißt: zwei gekreuzte Vetos, kein Konsens. Das Ergebnis ist ein Sicherheitsrat, der nichts beschließt, und eine internationale Mission, die nach Angaben eines Teilnehmers ohne verlängertes Mandat dasteht.
Das Kleingedruckte, über das Marokko nicht jubelt
Die abgesagte Königrede ist die Anekdote. Das eigentliche Problem ist institutioneller Natur. Die MINURSO war seit 1991 der einzige Mechanismus mit Präsenz vor Ort, der ein mögliches Unabhängigkeitsreferendum hätte begleiten können. Ihr Verschwinden lässt die Sahrauis ohne diesen Weg zurück – und vor allem ohne den Schutz einer Institution, die bei allen Mängeln der letzte vom Völkerrecht anerkannte Rahmen für Verhandlungen über die Zukunft des Gebiets war.
Manche sehen im russischen Veto einen historischen diplomatischen Sieg für die sahrauische Sache. Dagegen steht ein unbequemes Argument: Ohne MINURSO gibt es keine Beobachtung, keinen Rahmen und kein Referendum auf absehbare Zeit. Die Unabhängigkeit, die einige in den sozialen Medien feiern, steht in keinem Absatz der gescheiterten Resolution.
Die Rolle Algeriens und die Erzählung vom "Meistercoup"
Die zynischste Lesart ist, dass Moskau nicht aus Liebe zur Selbstbestimmung gezogen hat. Algerien, wichtigster Fürsprecher der Polisario und strategischer Partner Russlands in der Region, gilt überall als der Akteur, der das Veto angestoßen hat. Die Übereinstimmung der Interessen ist zu perfekt, um Zufall zu sein: Russland verbucht einen geopolitischen Punkt gegen Washington, ohne vor Ort irgendwelche Kosten zu tragen.
In der spanischen Innenpolitik diente der Vorgang wie immer der Abrechnung. Ein Teil der Analyse behauptet, Russland habe mit einer Abstimmung für die Sahrauis mehr erreicht als Spanien in Jahrzehnten voller Erklärungen. Eine andere Strömung sieht darin bloße Pose: Das Veto schafft keinen Staat, es friert nur den Status quo ein.
Das Foto, das Marokko nicht im staatlichen Fernsehen zeigen konnte, hat Russland den USA im Sicherheitsrat angeheftet. Zwei Vetos, null Resolutionen und eine 35 Jahre alte Mission, die nach Angaben eines Teilnehmers ohne Zeremonie erlischt. Die Aufteilung der Westsahara ist weiterhin nicht unterschrieben – aber jetzt gibt es nicht einmal mehr einen Tisch dafür.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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