Russisches Landungsschiff Cezar Kunikov versenkt

Ukrainische Magura-V5-Drohnen sollen das russische Schiff im Schwarzen Meer getroffen haben. Zweifel bleiben, da zuvor als versenkt gemeldete Schiffe intakt zurückkehrten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russisches Landungsschiff Cezar Kunikov versenkt
Versenkung der Cezar Kunikov: Die Ära der Kamikaze-Drohnen

Die Cezar Kunikov liegt auf dem Grund des Schwarzen Meeres. Das behauptet der ukrainische Militärdienst, der angibt, das russische amphibische Angriffsschiff nahe Aluschta auf der Krim mit Magura-V5-Marinedrohnen getroffen und zur Bestätigung Filmaufnahmen des Einschlags veröffentlicht zu haben. Es gibt auch eine andere Version dieses Vorfalls: Es wäre nicht das erste Mal, dass ein für versenkt erklärtes Schiff unbeschädigt im Hafen von Sewastopol wieder auftaucht. Der Abstand zwischen Pressemitteilung und Beweis ist in diesem Konflikt fast so relevant geworden wie das Schiff selbst.

Was weiß man über die Versenkung der Cezar Kunikov?

Der ukrainische Militärdienst erklärt, das Schiff habe Waffen und militärische Ausrüstung geladen gehabt und die meisten Besatzungsmitglieder hätten nicht überlebt. In einer zweiten Mitteilung heißt es, das Boot sei zehn Tage lang an einer speziellen Mauer vertäut gewesen, wo die Russen vor Ausfahrten Nachschub verstauten. Aus dem verbreiteten Video geht hervor, dass der Rumpf nach mindestens zwei Treffern an derselben Stelle Schlagseite bekommt: hintereinander, ohne Spielraum für Reaktionen.

Der skeptische Beobachter hat Anknüpfungspunkte. Die gesamte Länge des Schiffs ist nicht durchgehend sichtbar, das Material ist kurz und die offizielle russische Bestätigung fehlt glänzend. Und das nicht aus militärischer Zurückhaltung: Manche vermuten, die Preisgabe des Verlustes würde eine Woche günstiger Schlagzeilen an anderen Frontabschnitten verderben. Ein wiederkehrendes Detail im Video: Ein Mi-24-Kampfhubschrauber kreist über der Zone und der Küste nahe der Unglücksstelle.

Von Antischiffsraketen zu Kamikaze-Booten

Die sich wiederholende Schlussfolgerung ist für jede Marine unbequem: Im Zeitalter wirksamer Antischiffsraketen ist jedes Kriegsschiff ein U-Boot, ob konstruktionsbedingt oder gezwungen. Eine Drohne ist nichts anderes als eine sehr wendige und vor allem billige Antischiffsrakete. Die Kosten-Nutzen-Rechnung pro Einheit gegenüber dem Preis eines modernen Kriegsschiffs lässt keine elegante Diskussion zu.

Daher die geopolitische Lesart, die über der Sache schwebt: Wenn ein Kamikaze-Boot ein mittelgroßes Kriegsschiff versenken kann, verteuert sich jede amphibische Operation bis hin zu kaum rechtfertigbaren Grenzen. Die Abschreckungswirkung wirkt in beide Richtungen: Sie bremst jene, die eine Landung planen, und auch jene, die ihre Flotte an eine feindliche Küste heranführen wollten. Man muss nur schauen, wer es vermeidet, sich an die jemenitische Küste anzunähern, um das Muster zu verstehen.

Falklandkrieg, die Generalprobe: Fünf Exocet gegen die Royal Navy

Das Präzedenzfallbeispiel, das jedes Mal herangezogen wird, wenn ein Schiff brennt, ist der Falklandkrieg. Mit kaum fünf Exocet-Raketen und unter prekären Bedingungen fügte Argentinien der Royal Navy schwere Schäden zu: Sieben versenkte Schiffe, fünf kampfunfähig und zwölf getroffen in etwas mehr als einem Monat. Eine Katastrophe proportional zum eingesetzten Material.

Ein technisches Detail wird oft vergessen: Frankreich lieferte die Aktivierungscodes für die Exocet nicht, sodass ein Großteil des Schadens durch reine kinetische Energie – den Aufprall der Rakete auf den Rumpf – und durch übrig gebliebenes Treibmittel entstand, das Brände an Bord auslöste. Die Briten erlitten auch Abwurf-Bomben von Kampfflugzeugen, ganz im Stil des Zweiten Weltkriegs. Vier Jahrzehnte sind vergangen, und was damals Zielsicherheit war, ist heute ein Jahrmarkt gelenkter Geräte.



Schiffe, die als „versenkt“ galten und im Hafen endeten

Hier liegt das Glaubwürdigkeitsproblem, das jede Versenkungsmeldung begleitet. Die angesammelten Fälle wiegen schwerer als jede Pressemitteilung: Das Logistik-Schiff Wsewolod Bobrow, das Patrouillenboot Wassili Bykow und die Iwan Churs wurden von ukrainischen Medien als versenkt gemeldet und tauchten später in Sewastopol wieder auf, ohne sichtbare Schäden an der Seite, wo der Treffer vermutet wurde. Alle drei kamen unversehrt an und legten an.

Diese Historie nährt das Misstrauen gegenüber dem Bericht über die Cezar Kunikov. Die Widerlegung beweist nichts über den konkreten Fall, aber sie kontaminiert das Terrain: Sie zwingt jede neue Ankündigung, die Fehler der vorherigen mitzutragen. So funktioniert Marinepropaganda seit Tag eins, auf beiden Seiten.



Was passiert mit den nicht mehr gebauten Kriegsschiffen?

Nach der HMS Sheffield wurde Aluminium in echten Kampfschiffen verboten. Bis dahin war es ein leichtes und extrem billig zu schweißendes Material; danach ein dokumentiertes Brandrisiko, live beobachtet. Diese Art von Kurskorrektur, vorgenommen während das Schiff noch rauchte, erwartet nun die halbe Welt.

Es ist wahrscheinlich, dass die Schwarzmeerflotte sich weiterhin in immer weniger exponierte Ankerplätze zurückzieht und Werften ganze Kataloge rund um die billige Drohne als Hauptmunition neu gestalten. Allerdings mit der Vorsicht, die ein Krieg auferlegt, in dem auch Videos eine Waffe sind: Wenn die Cezar Kunikov eines Tages vertäut und kratzerfrei in Sewastopol auftaucht, muss dieser Absatz neu geschrieben werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (106 Antworten).

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