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Royal Navy: Kein Personal für Flugzeugträger
Personalmangel verhindert Einsatz britischer Träger im Roten Meer, während Russland 335.000 Freiwillige meldet.
Großbritannien findet keine Crews für seine Flugzeugträger
Ein 3-Milliarden-Pfund-Flugzeugträger ist nur so viel wert wie die Besatzung, die ihn segelt. Die gibt es nicht. Am 12. Januar 2024 enthüllte die Verteidigungskorrespondentin des Telegraph, dass die britischen Flugzeugträger nicht ins Rote Meer entsandt werden können. Grund ist die Personalkrise der Royal Navy: Der Einsatz der HMS Queen Elizabeth wurde abgesagt, da das Schiff mangels Crew nicht in See stechen konnte. Diese Tatsache steht im starken Kontrast zur russischen Darstellung, wonach Verteidigungsminister Shoigu angibt, dass sich 335.000 Menschen als Kämpfer gemeldet haben und eine neue Mobilmachung ausgeschlossen wird.
Das Problem ist nicht das Material. Es sind die Menschen.
Warum kann die Royal Navy ihre Träger nicht ins Rote Meer schicken?
Weil sie niemanden hat, um sie zu besetzen. Die Enthüllung des Telegraph zeigt weder einen technischen Defekt noch ein Versagen auf, sondern eine Rekrutierungskrise, die alle britischen Streitkräfte betrifft. Die HMS Queen Elizabeth, ein Schiff mit einem Wert von 3 Milliarden Pfund, liegt wegen Personalmangels fest, und der geplante Einsatz in der Region fällt aus. Die Paradoxie ist offensichtlich: Großbritannien unterhält zwei hochmoderne Flugzeugträger, schafft es aber nicht, die Kojen zu füllen. Eine naheliegende Lösung – ausländisches Personal wie in der Handelsmarine einzusetzen – scheitert an den Gegebenheiten: Ein Kriegsschiff ist kein Frachter.
Russland meldet 335.000 Freiwillige ohne neue Mobilmachung
Der Gegenpunkt kam aus Moskau. Der russische Verteidigungsminister Shoigu erklärte, dass sich 335.000 Personen zum Kampf gemeldet hätten und keine Pläne für eine erneute Mobilmachung bestünden. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der Einweihung eines Denkmals für gefallene russische Soldaten, bei der Militärs vor einer Einheit in der Oblast Leningrad am 22. September 2023 Aufstellung nahmen. Der Vergleich ist für London unbequem: Während eine westliche Armee, die jahrzehntelang Propaganda betrieben hat, keine Matrosen findet, präsentiert der Gegner Warteschlangen von Freiwilligen und verzichtet auf Zwangsrekrutierung. Russland stellt den Krieg zudem als Verteidigung gegen ein fremdes Wertesystem dar, und dieser Rahmen – ob man ihn akzeptiert oder nicht – mobilisiert.
Was bietet der Dienst: 12 Monate weg von Zuhause und Schichten von 8 bis 12 Stunden
Bevor man über Patriotismus spricht, sollte man den Vertrag lesen. Die Beschreibungen des Lebens an Bord der Royal Navy sind keine Tourismusprospekte: Mindestens 12 Monate Abwesenheit von zu Hause, enge Kojen in Kammern mit vier bis acht Mitbewohnern, Schichten von 8 bis 12 Stunden, bestenfalls Duschen alle zwei Tage, monatelang dieselbe Verpflegung und dieselben Filme sowie Internetzugang zur Familie einmal pro Woche. Im Vergleich dazu wirkt eine zivile Stelle mit 40 Wochenstunden prosaisch; auch wenn das Gehalt niedriger sein mag, schickt einen kein Vorgesetzter per Pfeifsignal an die Front. Um dies zu verdeutlichen, wurde das monatliche Gehalt bestimmter Gastronomiejobs in Großbritannien auf 4.000 Euro beziffert: Die Marine verliert den Wettbewerb um Arbeitskräfte.
Individualismus, fehlende Bindung und Kriege ohne Narrativ
Die häufigste Diagnose bezieht sich nicht auf Budgets, sondern auf Kultur. Eine Strömung argumentiert, dass Jahrzehnte des Individualismus und eines Staates, der eher als Leistungserbringer denn als Pflichtgeber wahrgenommen wird, den patriotischen Impuls deaktiviert haben; wenn die Nation nichts bietet, gibt es keinen Grund, für sie zu sterben. Eine andere Linie verweist auf die Art der Konflikte: Es wird behauptet, dass aktuelle Kriege wirtschaftlichen Interessen dienen und niemand darin eine reale Bedrohung für sein Zuhause sieht, wobei Afghanistan als wiederkehrendes Beispiel für sinnlose Interventionen aus Sicht des Durchschnittsbürgers dient. Eine dritte Gruppe reduziert es auf Geld und Erwartungen: Wer einen Job und ein stabiles Leben hat, tauscht acht Stunden Schichtarbeit nicht für einen Einsatz Tausende Kilometer entfernt.
Die demografische Debatte: Wer bleibt für den Dienst übrig?
Hier wird die Diskussion unangenehm. Ein Teil der Analyse besagt, dass das Profil des klassischen Rekruten – jung, männlich, mit Erwartung auf Stabilität und某种 Bindung – durch die alternde Bevölkerung und die Ankunft von Migranten mit anderen Lebensprioritäten geschrumpft ist. Argumentiert wird, dass diese neuen Gruppen in den Streitkräften keinen Weg zum sozialen Aufstieg sehen und dass die Kombination aus Sozialleistungen und Schattenwirtschaft für sie attraktiver ist als das Militärleben. Eine andere Gruppe weist auf Klassenvorurteile hin: In den Weltkriegen lag die Last der Zwangsrekrutierung bei einfachen Männern, nicht bei den Eliten, die entschieden, und befürchtet, dass jede zukünftige Wehrpflicht dieses Muster wiederholen würde.
Die politischen Kosten, andere in den Krieg zu schicken
Auch die politische Verantwortung spielt eine Rolle. Bei der Ursachenanalyse wurde die Rolle des ehemaligen britischen Premierministers Boris Johnson beim Ausgang des Ukraine-Kriegs hervorgehoben, mit dem Argument, dass jene, die Konflikte vorantreiben, nicht diejenigen sind, die später in den Gräben stehen. Diese Kritik ist nicht neu und wirft ein praktisches Problem auf: Sie löst nicht die Personalfrage, erklärt nur die Distanz. Und diese Distanz ist laut einigen Experten heute das größte logistische Hindernis.
Angesichts der Fakten stößt die Analyse immer auf denselben Punkt. Die Rückkehr zur Wehrpflicht – wie 1916, als die ersten Freiwilligen erschöpft waren – würde die Zahlen auf dem Papier lösen, aber ein politisches Problem erster Ordnung schaffen. Noch hat niemand bewiesen, dass eine moderne Armee bestehen kann, ohne zuvor die Überzeugung derer zu gewinnen, die Uniform tragen sollen. Im Hintergrund bleibt die irritierende Tatsache: Keine Atommacht wurde besetzt oder zerstört, sodass die Bedrohung, mit der die Wehrpflicht gerechtfertigt wird, nicht ganz zur Dringlichkeit passt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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