Der russische Su-27, der eine Drohne durch bloße Berührung zu Fall brachte
Die MQ-9 Reaper, die im Schwarzen Meer landete, soll laut den kursierenden Schätzungen über 30 Millionen Dollar wert sein. Der Su-27, der sie dorthin beförderte, kostet nach derselben Berechnung nur ein Drittel davon. Und es war keine Rakete nötig: Ein Schlag gegen den Propeller genügte. Die Paradoxie – ein billiges Jagdflugzeug zerstört ein teures Gerät mit einer simplen Steuerbewegung – steht im Mittelpunkt eines Vorfalls, den das US-Militär als „Abfangmanöver“ bezeichnete, während er von der Öffentlichkeit größtenteils mit Gelächter aufgenommen wurde.
Die Rechnung: 30 Millionen Dollar gegen ein günstigeres Kampfflugzeug
Die am häufigsten genannte Zahl setzt den Preis des unbemannten Flugkörpers auf über 30 Millionen Dollar. Eine zweite, weit verbreitete Berechnung besagt, dass diese Drohne dreimal so viel kostet wie ein Kampfflugzeug wie der Su-27, der sie abfing. Die Schlussfolgerung liegt für viele auf der Hand: Jemand hat gerade ein extrem teures Spielzeug an ein billigeres Flugzeug verloren.
Diese Zahl lässt jedoch Raum für Nuancen. Einige erinnern daran, dass dieser Preis mehr als nur den Rumpf umfasst: Kontrollkabinen, Satellitenverbindung und die zugehörige Infrastruktur. Andere weisen darauf hin, dass es sich um die Propellerversion handelte, nicht um die Angriffsvariante, und dass ein Gerät dieses Preises ohne defensive Maßnahmen schwer zu rechtfertigen ist. Der Vergleich mit dem Jagdflugzeug wird von denen, die ihn ziehen, als vorteilhaft für das russische Flugzeug gewertet.
„Unprofessionell und unökologisch“: Das Statement, das zum Meme wurde
Das US-Militär bezeichnete das Manöver als „unvorsichtig, unsicher und unprofessionell“. Bis hierhin erwartbar. Das Problem kam mit einem unerwarteten Adjektiv: unökologisch. Das Statement beschuldigte die Su-27-Piloten, Treibstoff über der Drohne abzulassen, bevor sie sie auf eine Weise kollidierten, die die Umwelt nicht respektiert. Diese Wortwahl mitten in einem militärischen Streit löste eine Welle des Spotts aus.
Der Ausdruck unsinnig für die Umwelt wurde zum perfekten Aufhänger. Es wurde daran erinnert, dass niemand die Ökologie ins Feld führte, als andere Geräte abgeschossen wurden, und dass der Verweis auf Umweltauswirkungen bei einem Kampf-Abfangmanöver wie eine Ausrede klingt. Das Ergebnis: Das offizielle Statement, gedacht, um Empörung zu wecken, endete damit, Lacher zu ernten.
Absichtlicher Rammen oder Unfall? Die Rückkehr des 'Taran'
Hier beginnt der eigentliche Dissens. Ein Teil argumentiert, dass, wenn die Absicht gewesen wäre, die Drohne abzuschießen, eine Rakete oder das Bordkanone genügt hätten, statt manövrierend vor dem Gerät sichtbar zu werden. Unter diesem Blickwinkel ist das Geschehene ein Unfall, kein Abschuss. Ein anderer Sektor interpretiert es genau umgekehrt: Es handelt sich um einen klassischen Rammen-Angriff, den Taran aus alten Zeiten, bei dem das Jagdflugzeug seine eigene Struktur als Rammbock nutzt.
Das rechtliche Argument unterstützt die erste These. Eine Rakete auf ein Gerät einer anderen Macht abzufeuern, käme nach dieser Logik einem offenen Kriegshandlung zwischen zwei Ländern gleich, die keinen Konflikt anerkennen. Eine Kollision hingegen kann immer als Missgeschick dargestellt werden. Und wenn die Drohne in internationalen Gewässern fällt, behaupten einige, dass sie gemäß dem Seerecht dem gehört, der sie zuerst birgt.
Wo war die Reaper? Der Machtkampf im Schwarzen Meer
Die Frage, die über dem gesamten Vorfall schwebt, ist, was ein US-Gerät Tausende Kilometer von seinem Territorium entfernt in einem Meer tat, zu dem nur die Türkei, Bulgarien, Rumänien, die Ukraine, Russland und Georgien Zugang haben. Die offizielle Version spricht von „internationalen Gewässern“. Skeptiker kontern mit einer weiteren Frage: Wenn sie so international waren, warum wird der genaue Punkt nicht spezifiziert?
Einige Kommentare deuten darauf hin, dass das Schweigen über den Standort nahelegt, dass die Drohne näher operierte, als zugegeben werden sollte. Auch wird diskutiert, ob der Transponder aktiviert war und ob dies von Militärschiffen von Ländern verlangt werden kann, die dieses Meer nicht teilen. Die Kernfrage ist eine der Macht: Wer bestimmt im Schwarzen Meer und wie weit darf man gehen, ohne dass das Gerät abgeschossen wird.
Das Gespenst von 1962 und die ausbleibende Reaktion
Der Vorfall hat ein unbequemes Datum auferstanden lassen: den 27. Oktober 1962, als eine Rakete das Spionageflugzeug U-2 des Majors Rudolph Anderson über Kuba abschoß und die Welt am Rand eines nuklearen Apokalypse stand. Daher die wiederholte Frage: Wird es eine US-Reaktion wie damals geben? Das Weiße Haus versicherte, weiterhin in internationalen Gewässern fliegen zu wollen, und das Versprechen klang für manche eher nach Resignation als nach Warnung.
Andere spitzen den Kontrast zu. Sie behaupten, dass eine russische Drohne, die über der Karibik zwischen Kuba und Florida kreist, nicht lange durchhalten würde, während die Reaper schon länger in der Nähe der russischen Zone patrouillierte. Im Hintergrund steht der Verdacht, dass die Supermacht, die arme Länder mit voller Logistik bombardiert, nicht bereit ist, sich unter gleichen Bedingungen zu messen.
Mit diesen Elementen gehen einige davon aus, dass die Reaktion bei einer Geste bleiben wird, bevor es zu Vergeltungsmaßnahmen kommt. Und die unbequeme Frage bleibt: Wenn ein billiges Jagdflugzeug eine Drohne ohne einzigen Raketenabschuss zu Fall bringen kann, welchen Preis hat es dann wirklich, jemanden im Schwarzen Meer abzuschrecken?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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