Drohnenangriff auf den Kreml: Keine Schäden, keine Flaggen gestürzt

Russland beschuldigt die Ukraine des Drohnenangriffs auf den Kreml. Zwei Geräte, null Schäden und keine gefallene Flagge. Eine Erzählung, die niemand so recht zusammenbringt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Drohnenangriff auf den Kreml: Keine Schäden, keine Flaggen gestürzt
Zwei Drohnen gegen den Kreml: ohne Schäden, ohne Opfer und ohne schlüssige Erklärung

Eine Operation, die keine Flagge zu Fall bringt, niemanden tötet und nichts zerstört, kann dennoch das Schachbrett eines Krieges verschieben. Das ist das Ergebnis des Drohnenangriffs auf den Kreml: zwei Geräte, null Opfer und eine offizielle Version, die an allen Ecken und Enden wackelt.

Russland beschuldigte die Ukraine, ein Attentat auf Wladimir Pilingui versucht zu haben, der sich laut Kreml-Angaben zum Zeitpunkt des Angriffs nicht im Gebäude befand. Die Drohnen wurden abgeschossen oder explodierten vor dem Einschlag. Weder Opfer noch Verletzte. Und hier beginnt das Problem: Das Puzzle passt nicht ganz zu einer der nachfolgend kursierenden Versionen.

Was über den Drohnenangriff auf den Kreml bekannt ist

Das Erste, was stutzig macht, ist die Geografie. Der Kreml liegt nicht an der Grenze. Eine Drohne muss entweder aus sehr kurzer Distanz gestartet werden oder sie erreicht ihr Ziel nicht. Mit einem sprengstoffbeladenen Gerät über den Roten Platz zu fliegen, ist etwas anderes als ein Überflug eines Dorfes im Donbas. Die technische Frage — Entfernung, Startpunkt, Nutzlast — bleibt unbeantwortet.

Der zweite Riss betrifft die Luftverteidigung. Moskau prahlt mit mehreren Schichten von Flugabwehrsystemen und Batterien, die über den Kuppeln positioniert sind. Dass eine kommerzielle Drohne, mit vier Modifikationen und einem Sprengstoffpaket, das Präsidentengelände umkreist, hinterlässt eine unbequeme Schlagzeile für den russischen Generalstab: Entweder versagte die Verteidigung, oder das Gerät kam von innen.

Über die technische Machbarkeit wurde alles Mögliche geschrieben. Manche erinnern daran, dass eine relativ große Drohne auf jedem Marktplatz gekauft, ihre Elektronik gegen Gegenmaßnahmen gehärtet, eine Ladung hinzugefügt und gebetet wird, dass man nicht entdeckt wird. In diesem Szenario wäre der Startpunkt nicht weit entfernt. Es ist eine Hypothese, keine Gewissheit.

Warum im Kreml von einer False-Flag-Operation gesprochen wird

Die Theorie des eigenen Inszenierens etablierte sich von der ersten Stunde an in der Diskussion. Zwei Gründe nähren sie: der Nullschaden — nicht einmal der Flaggenmast fiel — und der Kalender. Eine Operation, die kaum eine Fahne versengt, aber ermöglicht, den Feind des Mordversuchs anzuklagen, wirkt für viele zu nützlich, um Zufall zu sein.

Dagegen spricht ein einfaches Argument: Wenn man so eine Operation inszeniert, tut man es mit voller Absicht. Mehr Geräte, mehr Sprengstoff, mehr Ergebnis. Eine abgeschossene Drohne ohne nennenswerte Explosion wirkt wie Pfusch, nicht wie ein Drehbuch. „Alles sehr Dimitri“, fasste jemand zusammen. Nicht ausgeschlossen wird auch, laut einem anderen Teilnehmer, ein interner Absender, eine Warnung aus dem Inneren des russischen Apparats.

Und dann gibt es noch die Erzählung vom Blockkonflikt. Ein Teil der Analyse vertritt die Ansicht, dies sei nur der Vorhof zu etwas Größerem, dass die eigentlichen Akteure andere seien und Europa letztlich hineingezogen würde. Es ist die klassische Verschwörungstheorie-Lesart: ohne Beweise, aber mit vielen Anhängern.

Der Kalender: Warum der 9. Mai wichtig ist

Die Siegesparade stand seit Tagen im Fokus. Bereits zuvor waren Drohnen über Moskau gemeldet worden, und die Überwachung zwischen Ende April und dem Termin am 9. Mai war verstärkt worden. Eine Drohne, die eine Woche vor der Parade in den Kreml eindringt, ist ein symbolischer Schlag, selbst wenn sie kein Fenster zerbricht.

Die Paradoxie, die in mehreren Analysen hervorgehoben wurde, besteht darin, dass der Angriff Russland in der öffentlichen Darstellung stärkte: Die beiden Drohnen, die nichts bewirkten, gaben ihm freie Hand für Vergeltungsmaßnahmen und die Rolle des Opfers. In dieser Nacht, so mehrere Beiträge im Thread, heulten erneut die Sirenen in Kiew, und Russland warnte, dass es sich das Recht vorbehalte, wann und wo immer es wolle, Vergeltung zu üben.

Die Ukraine reagiert mit einer Briefmarke, Russland mit Vergeltungswarnungen

Die ukrainische Post kündigte nach dem Angriff eine Gedenkbriefmarke an, ein Gestus, den manche als verdecktes Eingeständnis und andere als bloße Propaganda lasen. Parallel dazu wechselte Selenskyj, laut mehreren Beiträgen im Thread, von Finnland in die Niederlande, weg vom Schauplatz, während Russland eine neue Angriffswelle auf ukrainisches Gebiet startete.

Was niemand geklärt hat, ist die Urheberschaft. Russland zeigt auf die Ukraine und damit auch auf die USA. Die Ukraine bekennt sich nicht dazu. Und das Detail, das alles zusammenfasst: Man wirft einem Land vor, versucht zu haben, einen Präsidenten zu töten, der sich nicht an dem Ort aufhielt, wohin man die Drohnen geschickt hatte.

Wie viel diplomatisches Bluffen und wie viel echte Unfähigkeit steckt in zwei Geräten, die keinen einzigen Dachziegel beschädigten?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (240 Antworten).

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