Russischer Kinzhal: Mach 10 und Zweifel an der Wirksamkeit

Der russische Kinzhal erreicht laut Analysten Mach 10. Kosten und tatsächliche Effizienz werfen Fragen auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russischer Kinzhal: Mach 10 und Zweifel an der Wirksamkeit
Russischer Hyperschallrakete: Zehnfache Schallgeschwindigkeit und Zweifel an der Wirkung

Was ist wirklich über die neue russische Hyperschallrakete bekannt, die Pilingui als unaufhaltsam präsentiert hat? Der Kinzhal, gestartet von einer MiG-31, erreicht Geschwindigkeiten von bis zu zehnmal der Schallgeschwindigkeit und legt etwa 200 Kilometer pro Minute zurück, so die Daten der Analysten. Die Nachricht hat die Debatte wieder entfacht, ob diese Art von Waffe das militärische Gleichgewicht verändert oder ob ihre Kosten und Einschränkungen sie eher zu einem Abschreckungsinstrument als zu einer entscheidenden Waffe auf dem Schlachtfeld machen.

Was ist der Kinzhal und warum gilt er als unaufhaltsam

Der Kinzhal ist eine aeroballistische Rakete, die von der MiG-31 gestartet wird, einem Abfangjäger, der mit Überschallgeschwindigkeit und in Höhen über 20.000 Metern fliegen kann. Nach den kursierenden Berechnungen kann eine solche Rakete Geschwindigkeiten von bis zu Mach 10 erreichen, was etwa 12.000 Kilometern pro Stunde entspricht. Bei dieser Geschwindigkeit verkürzt sich die Flugzeit drastisch und die Reaktionsfähigkeit konventioneller Luftverteidigungssysteme wird nahezu null.

Der Schlüssel liegt laut technischen Analysen nicht nur in der Spitzengeschwindigkeit, sondern in der Manövrierfähigkeit in der Endphase. Eine traditionelle ballistische Rakete folgt einer vorhersehbaren Trajektorie, was die Berechnung des Einschlagpunkts im Voraus ermöglicht. Eine Hyperschallrakete hingegen kann ihren Kurs ändern, was die Abfangung enorm erschwert. Das ist der «Clou» des Systems, wie Experten übereinstimmend sagen: Du kannst seine Position nicht schätzen, weil sie nicht ballistisch ist.

Allerdings gibt es Stimmen, die relativieren, dass das Erreichen hypersonischer Geschwindigkeit in der Endphase nicht garantiert, dass die Rakete während des gesamten Flugs manövrierfähig ist. Der Luftwiderstand bei diesen Geschwindigkeiten ist enorm – bis zu 256 Mal höher als bei einem Unterschallflug – was einen gewaltigen Kraftstoffverbrauch erfordert. Eine kursierende Berechnung schätzt, dass bei 8.000 km/h 32.000 Kilogramm Treibstoff benötigt würden, um 500 Kilometer zurückzulegen. Dies begrenzt die Reichweite und zwingt zum Start von Plattformen, die sich bereits im Überschallflug befinden.

Die realen Kosten einer Hyperschallrakete im Vergleich zu günstigeren Alternativen

Einer der am häufigsten genannten Punkte in der Analyse ist das Verhältnis von Kosten zu Wirksamkeit. Eine Hyperschallrakete wie der Kinzhal hat einen hohen Preis, und ihr Einsatz gegen Ziele, die mit billigeren Waffen neutralisiert werden könnten, wirft Zweifel auf. Manche argumentieren, dass für den Angriff auf einen Bunker oder eine konkrete Basis eine konventionelle ballistische Rakete oder sogar eine Langstreckendrohne dieselbe Funktion zu einem Bruchteil der Kosten erfüllen kann.

Das Gegenargument lautet, dass der Wert des Kinzhals nicht in seinem taktischen Einsatz liegt, sondern in seiner Abschreckungskraft. Die bloße Existenz einer Waffe, die Ziele in 2.000 Kilometern Entfernung innerhalb weniger Minuten treffen kann, zwingt den Gegner, seine Verteidigungen neu zu überdenken. In diesem Sinne zielt der Start einer solchen Rakete weniger darauf ab, ein konkretes Ziel zu zerstören, als vielmehr darauf, eine Botschaft zu senden.

Der Vergleich mit dem israelischen Iron Dome System taucht ebenfalls in der Analyse auf. Wenn eine Hyperschallrakete in ein Gebäude einschlägt, können die Sachschäden den Preis eines konventionellen Abfangsystems weit übersteigen. Aber die offene Frage bleibt, ob dieser Schaden die Ausgaben für eine Waffe rechtfertigt, die aufgrund ihres Preises nur selten eingesetzt werden kann.

Welche Abwehrsysteme existieren gegen eine Hyperschallrakete

Die kurze Antwort ist, dass es heute kein erprobtes System gibt, das in der Lage ist, eine Hyperschallrakete zuverlässig abzufangen. Konventionelle Raketenabwehrsysteme wie AEGIS oder THAAD sind für vorhersehbare ballistische Trajektorien ausgelegt. Eine Rakete, die in der Endphase manövriert und niedrig fliegt, ist viel schwerer zu erkennen und abzuschrecken.

Manche weisen darauf hin, dass eine langsam und niedrig fliegende Rakete auch für viele Radarsysteme unentdeckbar und viel billiger ist. Geschwindigkeit ist nicht die einzige Möglichkeit, eine Verteidigung zu durchbrechen. Tatsächlich deuten einige Analysen darauf hin, dass eine Unterschallrakete, die von einem U-Boot wie dem Kalibr gestartet wird, genauso tödlich sein kann, wenn sie aus der richtigen Entfernung abgeschossen wird.

Die Diskussion über die tatsächliche Wirksamkeit des Kinzhals bleibt offen. Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass es sich um eine Waffe mit einzigartigen Fähigkeiten handelt, aber auch mit wichtigen Einschränkungen. Ihre Auswirkung auf den Konflikt hängt davon ab, wie sie eingesetzt wird und ob der Gegner in der Lage ist, wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln.



Das Rennen um die Hyperschalltechnologie hat gerade erst begonnen. Russland hat bewiesen, dass es eine solche Waffe in den Flug bringen kann, aber es bleibt abzuwarten, ob sich das in einen entscheidenden Vorteil oder in eine kaum tragbare Ausgabe verwandelt. Währenddessen bleibt die Frage dieselbe: Was ist eine Rakete wert, die niemand stoppen kann?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver