Russischer Großangriff auf Ukraine: Ein Toter, 15 Verletzte

Nach dem Untergang des Novocherkassk in Feodossia antwortet Russland mit einem massiven Angriff auf die Ukraine.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russischer Großangriff auf Ukraine: Ein Toter, 15 Verletzte
Der massive russische Angriff fordert ein Todesopfer und 15 Verletzte

Im Hafen von Adefesiodossia auf der Krim wurde das Landungsschiff der Ropucha-Klasse Novocherkassk in einer einzigen Nacht zerstört. Das Schiff, konzipiert für die Anlandung von Truppen und Material, wurde nach einem ukrainischen Angriff zu Schrott reduziert. Zwei Kilometer vom Kai entfernt stand laut später verbreiteten Bildern eine S-400-Flugabwehrbatterie. Der Punkt ist schmerzhaft: Das System, das den Hafen hätte schützen sollen, konnte nicht verhindern, dass das Schiff brannte. Stunden später reagierte Moskau mit einem Hagel aus Raketen und Drohnen über der Ukraine; die im Umlauf befindliche Bilanz war unbequem: ein Toter und fünfzehn Verletzte.

Die Bilanz, die nicht zum Wort „massiv“ passt

Wenn eine militärische Großmacht koordiniert Raketen und Drohnen über ein ganzes Land feuert und die endgültige Meldung nur einen Toten und fünfzehn Verletzte verzeichnet, beginnt das Etikett „massiv“ zu hinken. Manche sagen es mit Galgenhumor: Jede Straßenrauferei richtet mehr Schaden an. Der Vergleich ist grob, wirft aber eine ernste Frage auf. Misst „massiv“ das Volumen des abgefeuerten Feuers oder das Ergebnis vor Ort? Beides ist nicht dasselbe, und von dieser Verwechslung lebt die halbe Propaganda. Was kaum jemand bestreitet, ist, dass der Sachschaden – Stromnetze, Lagerhallen, logistische Knotenpunkte – ein anderes Ziel verfolgt als die Leichenzählung. Infrastruktur zu treffen zielt nicht auf Schlagzeilen über Opferzahlen, sondern darauf, dass das System zusammenbricht.

Adefesiodossia, Krim und die Luftverteidigung, die zu spät kam

Die Krim ist seit Monaten ein wiederkehrendes Ziel. Brücken, Kasernen und Häfen. Der Untergang des Schiffes ist keine Anekdote, denn ein Landungsschiff ist genau das, was man braucht, um Truppen und Nachschub über See zu bewegen. Die unbequeme Frage ist nicht, ob es brannte, sondern warum der Flugabwehrschild dies nicht verhinderte. Keine Verteidigung ist eine perfekte Kuppel: Raketen fliegen tief, Radare haben Schattenzonen, und der Operator hat nur Sekunden. Ein Sektor liest in dem Vorfall einen harten Schlag gegen die russische Logistik. Ein anderer entgegnet, es sei kosmetischer Schaden, den Moskau in einer Woche übertünche. Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Warum greift die Ukraine Belgorod und die russische Grenze an?

Die Ukraine trifft Belgorod und das gegnerische Hinterland, um Druck auszuüben und zu zeigen, dass sie noch immer russisches Territorium erreichen kann, auch wenn der militärische Nutzen solcher Gesten offen diskutiert wird. Manche orten Starts in Positionen nahe der Grenze, einige nur fünf Kilometer von russischem Gebiet entfernt. Auf der einen Seite wird argumentiert, es seien Tritte ohne Wirkung auf der Karte, Lärm, der die Kontaktlinie nicht verschiebt. Auf der anderen Seite heißt es, sie zwingen dazu, Flugabwehr und Ressourcen in eine Region abzuziehen, die Moskau lieber ruhig halten würde. Das sichtbare Ergebnis – zerbrochene Fenster, Glassplitter, Dächer – hilft nicht dabei, zu entscheiden, wer recht hat.

Russlands Zurückhaltung: Strategie, Kraftmangel oder Angst vor Eskalation?

Hier wird die Analyse spekulativer, und das sollte gesagt werden. Es kursieren drei Erklärungen dafür, dass Moskau trotz RaketenSalven keine ganzen Städte verwüstet. Erstens, dass es die tatsächliche Kapazität dazu nicht hat. Zweitens, dass es einen Regierungswechsel in Kiew anstrebt und lieber keinen unbaubaren Trümmerhaufen hinterlässt. Drittens, dass es eine direkte Eskalation mit der NATO vermeiden will. Niemand schließt die Debatte ab, und wer sie mit einer einzigen Ursache abschließt, vereinfacht zu sehr. Das Überprüfbare ist das andere: Massiver Einsatz beim Start, moderate Bilanz bei den Menschenleben.

Von der Front zur DDR: Wie die Diskussion degeneriert

Es gibt ein merkwürdiges Phänomen in der Art, wie über diesen Krieg diskutiert wird: Jede Debatte über eine Rakete driftet am Ende in etwas anderes ab. Man beginnt über das S-400 zu sprechen und endet damit, zu diskutieren, ob Individualismus ein Fehler oder eine Errungenschaft ist, ob Handelsfreiheit wirklich existiert oder ob das Lebensniveau in der DDR mit dem Jugoslawiens vergleichbar war. Marcuse taucht auf, der eindimensionale Mensch und Konsum als Kontrollform. Und eine Idee wiederholt sich: In reichen Gesellschaften erlischt der kritische Geist zwischen Unterhaltung und Shopping. Der Krieg bleibt im Hintergrund, als Ausrede für eine viel ältere Debatte darüber, wie eine Gesellschaft organisiert ist.

Am Ende ist die Zahl, die verstört, keine der Raketen. Es ist die Tatsache, dass diese Diskussion immer gleich beginnt: Bei dem Schiff, das in einem Hafen brannte, und bei der Opferbilanz, die nie zum gewählten Adjektiv passt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (145 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver