Rumänen in Spanien: Rückgang um 30% seit 2012

Die rumänische Bevölkerung in Spanien ist seit 2012 um 30% gesunken, während Rumänien wächst und seine Bürger zurückholt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rumänen in Spanien: Rückgang um 30% seit 2012
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Im Jahr 2002 lag das BIP pro Kopf in Spanien bei 18.100 Euro und in Rumänien bei 2.250. Zwei Jahrzehnte später klafft die Schere noch immer auseinander, doch der Trend hat sich umgekehrt: Das spanische Produkt wuchs seither um 41,55%, das rumänische um 87,07%. Vor diesem Hintergrund verzeichnet die rumänische Gemeinschaft, die Spanien jahrelang als ihre Heimat ansah, einen mehr als zehnjährigen Abwärtstrend. Was, wenn das Paradies nicht mehr hier liegt?

Der volle Beitritt Rumäniens zum Schengen-Raum hat viele dazu gebracht, mit Palinka anzustoßen, auch in der Diaspora. Der Toast hat seine Logik: 2002 öffnete sich der Schengen-Raum vorübergehend für drei Monate, was den großen Exodus nach Spanien auslöste. Die Zahlen erzählen jedoch eine andere Geschichte. Die in Spanien gemeldete rumänische Bevölkerung erreichte 2012 ihren Höhepunkt mit 897.203 Personen, und ein Jahrzehnt später war sie um 30% auf 627.478 gefallen.

Die rumänische Bevölkerung in Spanien sinkt seit 2012 um 30%

Die statistische Reihe lässt keinen Raum für Interpretation. Seit dem Höchststand von 2012 zeigt die Kurve fast ohne Unterbrechung nach unten: 870.258 im Jahr 2013, 797.054 im Jahr 2014, 752.268 im Jahr 2015, 676.005 im Jahr 2016, mit einem leichten Anstieg 2017 (717.462) und 2020 (687.733), der den Trend nicht ändert. Das Ergebnis ist, dass die rumänische Gemeinschaft, die lange Zeit die größte Ausländergruppe in Spanien war, nun den zweiten Platz hinter Marokko belegt.

Auch die geografische Konzentration ist aussagekräftig. Rumänen bündeln sich in bestimmten Stadtteilen von Madrid wie La Elipa und vor allem im Corredor del Henares – Coslada, Alcalá de Henares, San Fernando, Torrejón de Ardoz –, sowie in Katalonien und Städten in Valencia wie Castellón oder Valencia. Dichte, integrierte Gemeinschaften mit zwanzig Jahren Verwurzelung sehen nun einen Teil ihrer Mitglieder abwandern.

Weniger Steuern, weniger Arbeitslosigkeit und Häuser zur Hälfte des Preises

Das wirtschaftliche Argument wiegt am schwersten. Rumänien verzeichnete im Oktober eine Arbeitslosenquote von 5,4% gegenüber den 11,21% in Spanien im letzten Quartal. Hinzu kommt ein vergleichsweise geringer steuerlicher Druck und eine Preisunterschied, der die Rückkehr zu einer rationalen Versuchung macht: Ein Quadratmeter kostet in Spanien 2.271 Euro und in Rumänien 1.417 Euro. Mit dem über Jahre angesparten spanischen Gehalt lohnt sich das Geschäft.

Auf Seiten der Gastronomie ist die Diagnose härter. Die Betreiber eines Restaurants für traditionelle rumänische Küche in Madrid fassen es nüchtern zusammen: Es wird immer schwieriger, ein Geschäft zu führen, und das Gefühl wächst, nur für Steuerzahlungen an den Staat zu arbeiten. Dies ist dieselbe Klage, die durch das halbe Land hallt, unabhängig von der Nationalität des Geschäfts.

Die Rückkehrer über 40: Haus kaufen und Unternehmen gründen

Es gibt ein wiederkehrendes Muster. Nach dem 35. oder 40. Lebensjahr kehren Teile der rumänischen Emigranten mit Ersparnissen und gesammelter Erfahrung in ihre Heimat zurück, mit der Idee, ein Unternehmen zu gründen und endlich Wohneigentum zu erwerben. Die CSIC-Forscherin Silvia Marcu spricht von einem realen Phänomen und betont, dass Spanien keineswegs das Land ist, in dem der Hauskauf einfach ist; daher wird die Rückkehr als Vermögenssprung geplant, nicht als Verzicht.

Nicht alle kehren an denselben Ort oder aus denselben Gründen zurück. Wer zwei Jahrzehnte im Baugewerbe in Katalonien gearbeitet hat und sich im Norden des Landes niederlässt, ist überzeugt, dass es dort neue Möglichkeiten gibt und die Atmosphäre hier chaotischer geworden ist. Die Erfahrung derer, die Familie gegründet und Wurzeln in einem Madrider Viertel geschlagen haben, ist das Gegenteil: Wenn Kinder und ein etabliertes Leben vorhanden sind, ist Weggehen nicht so leicht.

Die andere Seite: Das leere Spanien existiert auch in Rumänien

Nicht alle glauben an die Erzählung vom Paradies. Angesichts der Eindrücke von Reisenden, die decent Straßen, saubere Städte, große Häuser und erschwingliche Preise beschreiben, warnen einige davor, dass das Landschaftsbild außerhalb der Großstädte zu sehr dem "leeren Spanien" ähnelt: alternde Dörfer, wenige Dienstleistungen und eine extrem niedrige Geburtenrate, verschärft durch die Diaspora. Alte Menschen, die ihre Enkel nur auf Fotos sehen, und ein Territorium, das erlischt.

Zudem konkurriert die rumänische Landwirtschaft seit 2007 innerhalb der Europäischen Union mit der westlichen Landwirtschaft, unter Verwendung von Fonds und Handelsabkommen, die die spanische Landwirtschaft bereits vor Jahrzehnten neu ordneten. Die Frage, ob das Wachstum anhält, wenn die Löhne für die ausgelagerte Industrie nicht mehr attraktiv sind, bleibt unbeantwortet.

Wer geht und wer bleibt

In der am häufigsten wiederholten Erzählung gibt es eine unbequeme Unterscheidung: Es gehen die Leute, die arbeiten, keine Probleme machen und Sparfähigkeit besaßen; und es bleiben, laut dieser Lesart, diejenigen, die von Renten, Zuschüssen oder illegalen Aktivitäten leben. Dies ist eine Version, die stark kursiert und vorsichtig behandelt werden sollte: Sie mischt Wahrnehmung mit Anekdoten und verallgemeinert Einzelfälle. Das einzig Überprüfbare ist der aggregierte Datenpunkt: Es gehen mehr weg, als ankommen.

Was außer Diskussion steht, ist das Profil der Rückkehrer. Mehrheitlich Europäer, mit Papieren, mit Berufserfahrung und einem familiären Netzwerk im Zielland. Die Rückkehr ist keine verzweifelte Flucht; es ist eine jahrelang geplante vermögensbezogene Entscheidung.



Mit Blick auf die demografische Reihe scheint der Tropfen von Abwanderungen unaufhaltsam, und die Frage schwebt weiter: Wenn Spanien 2012 das Traumziel war und 2022 nicht mehr, was muss passieren, damit es es wieder wird? Niemand weiß es sicher. Und währenddessen stößt man jeden Weihnachten weiterhin mit Palinka an: Einige darauf, angekommen zu sein, andere darauf, zurückkehren zu können.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (212 Antworten).

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