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Rubiales vor Gericht: Richter sieht Vorwürfe gegen Vilda und Luque bestätigt
Ein Richter der Audiencia Nacional plädiert für eine Anklage gegen Rubiales wegen eines nicht einvernehmlichen Kusses sowie gegen Vilda und Luque wegen Nötigung.
Der Richter der Audiencia National schlägt vor, Luis Rubiales wegen des Kusses an Jenni Hermoso, den er als „nicht einvernehmlich“ bezeichnet, sowie Albert Luque und Jorge Vilda wegen Nötigung vor Gericht zu stellen
Die Entscheidung des Zentralen Ermittlungsgerichts Nr. 1, unterzeichnet von Francisco de Jorge, markiert einen Wendepunkt in dem Fall. Der Richter ist nicht nur der Ansicht, dass die Geste des ehemaligen Präsidenten des spanischen Fußballverbands (RFEF) „einseitig und überraschend“ war, sondern auch, dass der Druck auf die Spielerin danach eine „Situation der Angst und des intensiven Stresses“ geschaffen hat. Diese rechtliche Bewertung rechtfertigt die Eröffnung der mündlichen Verhandlung für die vier Beschuldigten.
Die Ermittlungen untersuchen Rubiales wegen sens Übergriffe und Nötigung. Das Urteil erweitert jedoch die strafrechtliche Verantwortung auf drei weitere Mitglieder des technischen und managementnahen Umfelds: Albert Luque, Sportdirektor der Herrennationalmannschaft; Jorge Vilda, ehemaliger Trainer der Frauen-Nationalmannschaft; und Rubén Rivera, ehemaliger Marketingverantwortlicher. Letzteren wird ausschließlich das Verbrechen der Nötigung vorgeworfen, abgeleitet aus dem Druck, der ausgeübt wurde, damit die Fußballerin öffentlich behauptet, der Kuss sei einvernehmlich gewesen.
Das zentrale Argument des Richters basiert auf der Schaffung einer feindseligen Umgebung. Laut der Entscheidung waren die Handlungen der Führungsgruppe keine bloßen Image-Management-Maßnahmen, sondern stellten Belästigungen dar, die die Freiheit der Athletin verletzten. Die Staatsanwaltschaft und die beigetretenen Kläger haben zehn Tage Zeit, um die Eröffnung des Verfahrens oder die Einstellung der Ermittlungen zu beantragen.
Verteidigungsstrategie und Reaktion des Fußballumfelds
Die Verteidigung des ehemaligen RFEF-Präsidenten versuchte, die Erzählung vom sens Übergriff zu entkräften, indem sie argumentierte, es habe einen Kontext von „fröhlicher Atmosphäre“ und vorheriger Freundschaft gegeben. Ehemalige Kollegen wurden zitiert, die bestätigten, ein gutes Verhältnis zur Spielerin gehabt zu haben, um zu zeigen, dass keine Absicht bestand, ihren Willen zu verletzen. Der Richter wies diese Behauptungen jedoch zurück, da er der Aussage von Hermoso selbst und den Beweisen für den erlittenen Druck Vorrang gab.
Der Prozessverlauf nahm eine neue Wende, als die Entscheidung, Rubiales und die anderen RFEF-Mitglieder vor Gericht zu bringen, ausgesetzt wurde. Die Ermittlungen bleiben offen, bis Montse Tomé, die Nationaltrainerin, aussagt. Der Richter hob die Frist für die Einreichung der Anklageschriften auf, bis die Zeugenaussage der Trainerin stattgefunden hat. Viele Analysten interpretieren diese Verzögerung als Versuch, den Prozess hinauszuzögern und das Problem loszuwerden, obwohl es sich rechtlich um eine Maßnahme handelt, um die Glaubwürdigkeit der Schlüsselzeugen zu sichern.
Debatte über Justiz und Wahrheitsvermutung
Der Fall hat die Debatte über die Ungleichheit bei Strafen im spanischen Justizsystem wieder entfacht. Während bei Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt oder sens Übergriffen strenge Strafen gefordert werden, erhalten Wirtschaftskriminalität oder sogar Terrorismus oft Amnestien oder Strafen, die von einem großen Teil der Öffentlichkeit als mild empfunden werden. Diese Wahrnehmung der Ungerechtigkeit hat eine Strömung erzeugt, die die „Justiz mit zwei Geschwindigkeiten“ kritisiert.
Es besteht die Sorge, dass ein Präzedenzfall geschaffen wird, in dem jeder physische Kontakt ohne ausdrückliche Zustimmung zu Gefängnisstrafen führen kann, unabhängig von der Absicht. Es wird argumentiert, dass bei gleicher Härte gegenüber anderen Gruppen oder Delikten die Gefängnisse überbelegt wären. Die Kritik richtet sich darauf, dass das Justizsystem mehr daran interessiert zu sein scheint, „die Naturgesetze zu ändern“, als Gerechtigkeit einheitlich anzuwenden.
Der Fall Jenni Hermoso hinterlässt somit eine offene Wunde in der Institution Fußball und eine unbeantwortete Frage hinsichtlich der Unabhängigkeit der Justiz und der Gleichheit vor dem Gesetz. Der nächste Schritt wird die Aussage von Montse Tomé sein, deren Zeugnis entscheidend sein könnte, um die von der Verteidigung geltend gemachten Druckmittel zu bestätigen oder zu widerlegen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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