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RT in der EU gesperrt: Aus auf Satellit und YouTube
Die RT-Signalübertragung über Hot Bird und Astra wurde eingestellt, YouTube zeigt eine Sperre an. Die Blockade erfolgt schrittweise, VPN-Empfehlungen kursieren.
RT nicht mehr auf Satellit und YouTube empfangbar: Die Sperrung erfolgt stufenweise
Was passiert, wenn die EU beschließt, dass ein Fernsehsender nicht mehr gesehen werden darf? Dass er dann noch mehr gesehen wird. Das Signal von Russia Today verschwand von den europäischen Satelliten und von YouTube, mit dem vorhersehbaren Ergebnis: Ein Teil des Publikums, das den Sender nicht kannte, begann aktiv nach ihm zu suchen. Die Sperrung erfolgte schrittweise – zunächst die französische Version, dann der Rest – und hinterließ viele technische Details darüber, welche Frequenzen abgeschaltet wurden und welche weiterhin senden.
Was genau nicht mehr empfangen werden konnte
Der Ausfall war weder gleichzeitig noch sauber. Auf der Satellitenseite wurde das Signal über Hot Bird und Astra gekappt, einschließlich 19.2. Stunden zuvor war bereits die französische Version ausgefallen; danach folgten die anderen. Auf YouTube erscheint die Meldung: This channel is not available in your country.
Die Reaktion des Publikums war wie immer. Eine Empfehlung für VPN-Dienste kursiert seit zwei Jahren und wird mit der neuen Blockade wieder aktuell. Manche greifen direkt auf rt.com zu, andere luden sich die App von einer Spiegel-Website herunter. In der Praxis bedeutet es, dass das Schließen der Haustür das Haus nicht verriegelt.
Warum RT blockiert wird und wer es begrüßt
Das wiederkehrende Argument lautet, dass es sich um einen Kanal der russischen Propaganda handelt. Manche akzeptieren dies vorbehaltlos und feiern die Abschaltung zweier Kanäle der antiwestlichen Propaganda. Andere argumentieren, dass nicht der Inhalt das Problem sei, sondern der Präzedenzfall: Heute fällt ein russischer Kanal, morgen alles, was stört.
Diese zweite Gruppe verteidigt nicht Russland. Sie verteidigt eine ältere Idee als das Internet: Dass ein Erwachsener selbst entscheidet, auf welche Informationen er zugreift, und dass Zensur, wenn sie kommt, nie allein kommt. Der am häufigsten gezogene Vergleich ist die Informationspolitik während der Pandemie, als – so das Argument – die Gewohnheit entstand, dass Zweifel an der offiziellen Erzählung verdächtig waren. Daraus ergibt sich der Rahmen, der das Unbehagen zusammenfasst: Dies sieht bereits aus wie ein Elbichito 2.0.
Der Streisand-Effekt und unbequeme Vergleiche
Etwas zu verbieten ist die beste Marketingkampagne überhaupt. Mehrere Nutzer berichten, dass sie den Sender seit der Sperrung häufiger sehen oder alternative Wege suchen, und sagen dies mit einem gewissen Sarkasmus: Je weniger man sehen kann, desto mehr sucht man. Es ist der Streisand-Effekt in geopolitischer Form, und man muss kein Marketing-Genie sein, um dies vorherzusehen.
Die kursierenden Vergleiche helfen auch nicht zur Konsistenz der Erzählung. Al-Jazeera wurde während des Kriegs gegen den Terrorismus nicht geschlossen. TV3 wurde während des katalanischen Unabhängigkeitsprozesses (procés) nicht abgeschaltet. Der doppelte Maßstab, ob real oder wahrgenommen, ist das am häufigsten vorgebrachte Argument gegen die Maßnahme und wird sowohl von denen angeführt, die den Inhalt des Kanals ablehnen, als auch von denen, die einfach dem Kriterium misstrauen.
Das Detail, das irritiert: Das Wasserzeichen
Und dann ist da noch das Detail, das die Erzählung zerreißt. Ein Generalistensender strahlte Bilder des Krieges mit einem riesigen RT-Wasserzeichen aus. Wenn das Material in Europa zensiert ist, woher stammen diese Bilder? Die Heuchelei liegt, so manche Kritiker, nicht in der Blockade selbst, sondern im selektiven Einsatz dessen, was blockiert wurde.
Parallel dazu hat RT America seinen Betrieb eingestellt, und Kaiser hatte RT zwei Tage vor der endgültigen Sperrung verlassen. Klar ist, dass der Abschluss kein einmaliger Blackout war, sondern eine Sequenz.
Was bleibt bestehen
Es bleiben alternative Plattformen wie Odysee, Rumble und Bitchute, die aufnehmen, was die großen Anbieter ausschließen, und es bleibt das Gefühl, dass die Blockade eher dazu diente, eine rote Linie aufzuzeigen, als eine Quelle zu schließen. Die übergreifende Frage ist nicht, ob RT Propaganda war – mehrere Teilnehmer bestreiten dies nicht. Die Frage ist, wer definiert, was Propaganda ist, und nach welchem Kriterium derselbe Maßstab bei anderen angewendet wird.
Mit diesen Zutaten ist es nicht seltsam, dass RT weniger gesehen wird. Seltsam wäre es, wenn jemand geglaubt hätte, dass es per Dekret weniger gesehen wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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