Rotwein zum spanischen Schinken: Vom 8-€-Protos bis Remelluri

Forum-Nutzer empfehlen Weine unter 10 €, sanfte Rotweine oder Jerez-Finos statt kräftiger Reservas.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rotwein zum spanischen Schinken: Vom 8-€-Protos bis Remelluri
Rotwein zum Jamón: Warum Forum-Mitglieder vor 30 € Ausgaben warnen

Ein Budget von bis zu 30 Euro pro Flasche, Scheiben Serrano-Schinken und keine klare Weinidee. Das ist die Situation, die die Anfrage eröffnet: Welchen Rotwein servieren, ohne bei einer geschmacklosen Kiste zu landen? Die häufigste Antwort war weder eine Marke noch eine Herkunftsbezeichnung, sondern das Senken des Budgets. Mehrere Stimmen waren sich einig, dass jemand, der einen Rioja nicht von einem Ribera del Duero unterscheiden kann, kaum den Unterschied zwischen einer 5-Euro-Flasche und einer 30-Euro-Flasche bemerken wird. Der wiederholte Rat lautete stattdessen, zehn Euro nicht zu überschreiten.

Die Diskussion endete mit einem konkreten Kauf: Ein Cancelar Crianza 2019 aus dem Ribera del Duero, den der Nutzer als „sehr lecker“ empfand, ohne zu wissen, ob das Verdienst beim Wein, der Serviertemperatur oder beim Schinken lag. Für die nächste Runde mit mehr Schinken und Manchego-Käse wählte er einen Rioja: Lindes de Remelluri.

Schmeckt ein 30-€-Wein besser als ein 8-€-Wein?

Nein, zumindest nicht für Anfänger. Wie ein früher Teilnehmer zusammenfasste, ist es Geldverschwendung, 30 Euro für eine Flasche auszugeben, wenn man kein Kriterium hat, da das Ergebnis ähnlich wie ein Fünf-Euro-Wein schmecken wird. Viele Antworten wiesen in diese Richtung und rieten davon ab, zehn Euro zu überschreiten.

Die genannten konkreten Namen kamen mit Preisen: Ein Protos für 8 Euro, El Coto oder Cvne, Coto de Imaz Reserva für 8 oder 9 Euro, Bajoz oder Gran Bajoz oder etwas anspruchsvollere Alternativen wie die von den Hispano Suizas-Kellereien und Finca la Estacada, mit der Warnung, dass Finca la Borracha stark im Preis gestiegen ist. Das zugrunde liegende Argument war pädagogisch: Nur wer viel Wein getrunken hat, kann den Wert eines 30-Euro-Weines richtig einschätzen. Wer diesen Betrag zahlt, ohne seinen Gaumen trainiert zu haben, zahlt im Grunde nur für das Etikett.

Die Kombination: Für Forum-Mitglieder verlangt Schinken sanften Wein

Hier bricht der Konsens. Laut einem Teilnehmer übersättigt ein körperreicher Rotwein mit Aroma und Präsenz den Gaumen und überdeckt die Textur des Schinkens, daher empfahl er sanfte Weine: Eine Crianza aus dem Ribera del Arlanza oder eine Rioja-Crianza mit 70 % Tempranillo und 30 % Merlot. Auch ein trockener Jerez-Wein wurde vorgeschlagen, um die Zunge nicht zu belasten und sauber am Bissen anzukommen.

Mit echtem Qualitäts-Schinken funktionierte, so eine andere Stimme, sogar ein Rioja Reserva, aber serviert mit Vorsicht, um die Speise nicht zu erschlagen. Und eine dritte Warnung: Niemals 500 Euro für eine Flasche zahlen – sein tatsächlicher Preis, sagte er –, weil es dem Wein keinen Geschmack verleiht. Der Vergleich mit einem Don Simón Tetrapack wurde genau verwendet, um diesen Abstand zu übertreiben.

Jerez und Montilla: Die Wahl eines Teils des Forums

Der konkreteste Weg bei Namen und Preisen führte über Finos und Olorosos. Genannt wurden Fino Cebolla von Bodegas El Monte, Cancionero de Baena von Jesús Nazareno, Fino Saavedra von Maillo, Segunda Bota und Tertulia von Delgado sowie Fino Platino von Sociedad de Plateros, alle gedacht für Ibérico-Schinken und Wurstwaren aus dem Valle de los Pedroches. Alle mit einem Hinweis: Dies sind Weine mit hohem Alkoholgehalt, die Moderation verlangen.

Als leicht auffindbare Option im Regal ein Oloroso Alfonso von González Byass, etwa 10 Euro. Ein Teilnehmer schloss mit dieser Überlegung: Die Kombination von Aufschnitt mit Manzanilla, Fino, Amontillado, Palo Cortado oder Oloroso ist im Süden Spaniens üblich, während sie in anderen Regionen als altmodisch angesehen wird, weshalb man neue Eichenholz-Rotweine wählt, die manche als adstringierender empfinden als Schleifpapier. Ein Abendessen mit navarro Clarete und Jabugo-Schinken, erinnert aus einem Jahr der Hochschulreifeprüfung, schloss das Kapitel.

Vom Cancelar zum Remelluri: Was tatsächlich gekauft wurde

Die Lösung des Falls hat ihr eigenes Urteil. Der Cancelar lieferte, allerdings ohne Vergleichspunkt. Der Lindes de Remelluri Viñedos de Labastida 2019 kam später und zog Nuancen eines Forum-Mitglieds nach sich: Beide waren „Supermarkt-Reservas“, korrekt aber wenig interessant, bis Telmo zu Remelluri zurückkehrte und alles auf den Kopf stellte. Jetzt erreicht der Remelluri Reserva 94 bis 95 Punkte in Führern und 93+ von Parker, eine Bewertung, die dieser Teilnehmer für seine Preisklasse als brutal ansieht, und wegen der Inflation lägen Weine, die 18 Euro kosteten, nun bei 22 Euro. Manche kaufen sie kastenweise; andere warnen, dass Cancelar und Remelluri nichts miteinander zu tun haben.

Warum mehr bezahlen nicht immer besser bedeutet, laut Forum-Mitgliedern

Bei großen Kellereien sagt das Volumen fast alles aus. Ein Produzent, der eine Million Flaschen übersteigt und viele Trauben von Dritten kauft, liefert korrekte Weine – 88 oder 89 Punkte –, ohne dass jemand mehr erwartet. Eine Stufe darüber liegt Luis Cañas, ebenfalls mit gekauften Trauben, aber mit mehr Sorgfalt bei Fassausbau und Selektion. Am gegenüberliegenden Ende stehen Kellereien mit enormer Investition und kurzem Katalog: Insgesamt rund 300.000 Flaschen, davon etwa 50.000 Reserva und Referenzen unter 5.000 pro Jahrgang innerhalb einer internationalen Gruppe. In diesem Segment verändern Jahrgänge das Ergebnis erheblich.

Die gegebene technische Erklärung ist der Schlüssel: Kontrollierte Fermentationstemperaturen vermeiden störrische Weine, kommerzielle Hefen und Tannine, Eichenchips simulieren Reifung und Säurekorrektoren werden eingesetzt. Dies ermöglicht hohe und einheitliche Produktion; der Preis dafür ist, dass letztlich viele Weine gleich schmecken. Ein Teilnehmer erinnerte daran, dass Wettbewerbe Goldmedaillen an 3-Euro-Weine vergeben, was ein Argument dagegen sei, ihnen zu vertrauen.

Die Anekdote, die das Paradoxon zusammenfasst

Es gibt einen Fall, der dies besser erklärt als jeder Katalog. Jemand, der nie mehr als 5 Euro für eine Flasche bezahlt hatte, probierte, weil er geschenkt bekam, einen Marqués de Griñón Summa Varietalis. Er war nicht sauer, ging sanft rein und schien anders. Es war, erzählt er, „ein Vorher und Nachher“ und der Auslöser, um Wein zu entdecken. Seitdem überzeugen ihn beim Trainieren des Gaumens vor allem die Weine aus Toro.

Mit diesen Elementen endete der Enthusiast, der nach einer Flasche bis 30 Euro fragte, mit einem Cancelar Crianza 2019, den er „sehr lecker“ fand, und einem Lindes de Remelluri für die nächste Runde Schinken und Manchego.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (138 Antworten).

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