Robinhood sperrt GameStop-Käufe: Verkauf erlaubt, Kauf nicht

Robinhood schränkt den Kauf von GameStop und sieben weiteren Aktien ein. Zwei US-Kongressausschüsse planen Anhörungen zu dem Vorfall.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Robinhood sperrt GameStop-Käufe: Verkauf erlaubt, Kauf nicht
Robinhood schränkt den Kauf von GameStop und sieben weiteren Aktien ein

An einem Donnerstagmorgen zeigte die Investment-App Robinhood ihren Kunden eine klare Meldung an: Sie konnten ihre Position in GameStop schließen, aber keine einzige Aktie mehr kaufen. Der Kaufbutton verschwand. Die Einschränkung beschränkte sich nicht auf GME: AMC, BB, BBBY, EXPR, KOSS, NAKD und NOK wurden nur noch im Einweghandel zugelassen. Das Unternehmen erklärte in seinem Blog, dass es angesichts der jüngsten Volatilität Transaktionen für bestimmte Wertpapiere auf „nur Schließen der Position“ beschränke und die Margin-Anforderungen für einige Titel erhöhe. Übersetzt heißt das: Wer drin war, konnte raus; wer draußen war, musste zusehen. Marktfreiheit, natürlich – mit verriegelter Eingangstür.

GameStop ist eine Einzelhandelskette für Videospiele, die als nahezu wertlos galt, bis eine organisierte Investorencommunity auf Reddit massenhaft Aktien kaufte, um Hedgefonds unter Druck zu setzen, die auf einen Kursverfall wetteten. Der Plan ging auf: Der Preis schoss in die Höhe und riss andere Titel mit hohem Leerverkaufsanteil mit.

Warum wird vermutet, dass die Sperre Shortseller rettete?

Der vorherrschende Verdacht deutet auf eine unbequeme Übereinstimmung hin: Es wird behauptet, Robinhood gehöre zum selben Unternehmensverbund wie der Fonds Melvin Capital, einer der großen Shortseller gegen GameStop, und habe daher ein direktes Interesse daran gehabt, dass der Preis fällt. Diese These passt zur Chronologie, denn die Sperre kam genau dann, als die Positionen dieser Fonds unhaltbar wurden. Eine Bestätigung durch das Unternehmen liegt nicht vor. Was existiert, ist eine Häufung von Indizien und eine schwer zu ignorierende Anreizlogik: Die Rettung von Melvin ist das am häufigsten genannte Detail bei der Erklärung der Dringlichkeit.

War es Marktmanipulation oder ein Liquiditätsengpass?

Wenn ein Markt einen überhitzten Wert bremsen will, setzt er den Handel aus: Weder Kauf noch Verkauf sind möglich. Hier passierte etwas anderes. Der Kauf wurde gesperrt, der Verkauf blieb offen, eine Asymmetrie, die den Preis in eine Richtung treibt. Es war nicht nur ein Broker: Neben Robinhood wurde ähnliches Verhalten bei IG, Saxo Bank und Interactive Brokers gemeldet, während andere Plattformen normal handelten. Das Fehlen einer Vorwarnung an die Kunden ist der zweite Punkt, der in Analysen wiederholt hervorgehoben wird. Daraus entstand das Wort, das kein Intermediär hören möchte: Manipulation.

Dem Narrativ der versteckten Rettung steht eine prosaischere Version gegenüber: Das Unternehmen hatte keine Liquidität mehr. Ein Broker, der nur Kaufaufträge erhält und keine Verkaufsorders, muss Bargeld oder Aktien vorstrecken, um diese Geschäfte abzuwickeln, und bei überlastetem Volumen stößt das System an seine Grenzen. Als das Problem gelöst war, wurde der Handel wieder eröffnet. Einige Analysen betonen, dass die Einschränkung so lange dauerte, wie die Infrastruktur das Ungleichgewicht aushalten konnte, und dass sie nicht auf alle Werte oder alle Broker angewandt wurde, was schlecht zu einer koordinierten Anweisung passt. Die Erklärung hat technischen Sinn und ein offensichtliches Problem: Niemand hat erklärt, warum nur eine Marktseite geschützt wurde, statt den gesamten Wert vom Handel auszusetzen.

US-Kongress plant Anhörungen zum Markt

Am 28. Januar kündigten zwei Ausschüsse des US-Kongresses Anhörungen zum Wertpapiermarkt an, nachdem Nutzer von Investment-Apps nach dem Anstieg der auf Reddit beworbenen Aktien auf Handelsbeschränkungen gestoßen waren, laut Informationen aus Washington. Im politischen Hintergrund taucht eine wiederkehrende Forderung auf: Das Verhalten von Hedgefonds und ihre Rolle in solchen Episoden zu überprüfen. Unter den geteilten Ressourcen zur Verfolgung des Themas befindet sich ein Video des Ökonomen Juan Ramón Rallo, der ab Minute 3:40 die Version diskutiert, die Sperre diene dem Schutz kleiner Anleger.

Unbegrenzte Verluste bei Shorts und Retail-Investoren, die nicht verkaufen

Die Mechanik ist entscheidend und wird oft falsch dargestellt. Wer Aktien kauft, kann maximal den investierten Betrag verlieren: Wenn der Preis auf null fällt, ist es vorbei. Wer short geht, also geliehene Aktien verkauft, um sie günstiger zurückzukaufen, hat diese Untergrenze nicht: Seine theoretischen Verluste sind unbegrenzt, da der Kurs ins Unendliche steigen kann und er verpflichtet ist, zu jedem Preis zurückzukaufen. Wenn der Preis an einem Tag um 100 % steigt, gerät die Position in den Bereich der Zwangsliquidation. Darin liegt der Treibstoff der Episode: Jeder Rückkauf der Shortseller treibt den Preis hoch und erzwingt weitere Rückkäufe. Nicht alle sehen das gleich. Manche argumentieren, die Shorts seien eingestiegen, als die Aktie 10 Dollar kostete, und seien nun gefangen; andere glauben, die alten Positionen seien bereits geschlossen und neue würden jetzt aufgebaut. Beide Szenarien wirken kurzfristig in dieselbe Richtung.

Auf der Seite der Privatanleger sind die Positionen ebenso unterschiedlich. Jemand kaufte bei 5 und verkaufte bei 5 ohne Gewinn. Jemand warnte vor dem Trade lange bevor er stattfand. Und manche erklären, sie hätten acht Aktien, die sie nicht verkaufen werden, weil der Preis nicht Geld bedeutet, sondern Ich war hier. GameStop hingegen blieb im Nachhandel stark.

Mit den angekündigten Anhörungen und nur angedeuteten rechtlichen Schritten bleibt die Sache genau dort, wo sie begann: Ob die Sperre ein technischer Defekt war oder eine Entscheidung, damit jemand sein Hemd nicht verliert. Die erste Erklärung hat Mechanik. Die zweite hat Anreize und eine Chronologie. Keine der beiden wurde bestätigt, und der Preis liegt weiterhin in den Händen derer, die ihre offenen Positionen halten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (184 Antworten).

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