Richterin mit 26: 328 Themen und vier Jahre ohne Sozialleben

Zwei Frauen aus Extremadura bestehen die Richterprüfung mit 26 Jahren nach vier Jahren Lernen. Debatte über fehlende Lebenserfahrung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Richterin mit 26: 328 Themen und vier Jahre ohne Sozialleben
Bestehender Richtertitel mit 26: 328 Themen und vier Jahre Studium

Zwei Juristinnen aus Extremadura legten am 5. Februar 2025 im Plenarsaal des Obersten Gerichtshofs von Extremadura in Cáceres ihren Amtseid als Richterinnen ab. Beide bestanden die Prüfung mit 26 Jahren, während der Consejo General del Poder Judicial (CGPJ) den Durchschnitt bei etwa fünf Jahren ansetzt. Isabel Soriano Martínez aus Fregenal de la Sierra und Carmen Lancho Agúndez aus Malpartida de Cáceres benötigten vier Jahre und 328 auswendig gelernte Themen, um dies zu erreichen. Das Bemerkenswerte ist nicht die Zahl selbst. Es ist, dass die Leistung, so schnell zu bestehen, in der anschließenden Debatte zum Beweis für ein Problem wurde.

Um dies zu schaffen, verzichtete Soriano auf ihr Sozialleben. Am 5. November 2018 setzte sie sich hin, um das erste Thema zu unterstreichen, mit dem festen Vorsatz: „Das Sozialleben ist vorbei.“ Sie irrte sich nicht. Drei Jahre lang lernte sie montags bis samstags von 8:30 bis 14:30 Uhr und von 16:30 bis 20:30 Uhr. Im vierten Jahr studierte sie zehn bis zwölf Stunden täglich, von sieben Uhr morgens bis neun Uhr abends. Nur eine Ventilöffnung erlaubte sie sich: Laufen gehen mit ihrer Hündin danach. Ihre Mutter studierte Jura, übte den Beruf aber nie aus; in ihrer Familie gibt es keine juristischen Traditionen. Das Studium absolvierte sie in Sevilla, da die Verkehrsanbindung von ihrem Dorf zur andalusischen Hauptstadt bequemer war als nach Cáceres.

Wie lange dauert es, die Richterprüfung zu bestehen?

Der Prozess endet nicht mit der Prüfung. Nach dem Bestehen absolvieren die angehenden Richter elf Monate an der Escuela Judicial in Barcelona, bereits mit Gehalt, gefolgt von einem halben Jahr betreuter Praxis, in der sie Vernehmungen durchführen, Verhandlungen leiten und Entwürfe unter der Unterschrift eines Mentors verfassen. Die letzte Phase umfasst vier Monate als Vertretungs- oder Ergänzungsrichter. Soriano und Lancho traten ihre Stelle mit 28 Jahren an, das Ziel noch offen: Die Erste beginnt in der Dritten Kammer des Provinzgerichtshofs von Badajoz als Richterin in Wartestellung (jueza en expectativa de destino), was zeitweise Versetzungen je nach Bedarf des Bezirks bedeutet.

Der Lehrstoff, den sie beherrschten, zeigt gut das Ausmaß der Anstrengung: 94 Themen Zivilrecht, 64 Strafrecht, 59 Zivilprozessrecht, 40 Strafprozessrecht, 28 Verwaltungs- und Arbeitsrecht, 27 Verfassungsrecht und 16 Handelsrecht. Die härtesten waren laut Soriano jene zu Delikten gegen geistiges Eigentum. Ein Detail teilen beide: Sie ziehen Extremadura jedem anderen Standort vor.

Die Debatte über Alter und Lebenserfahrung

Hier beginnt die Diskussion. Ein Teil der Öffentlichkeit vertritt die Ansicht, dass niemand unter 35 oder 40 Jahren richten sollte, und fordert Jahre privater Tätigkeit als Anwalt vor dem Zugang zum Richteramt. Das Argument lautet, dass vier Jahre eingesperrtes Auswendiglernen nicht lehren, reale Konflikte zu lösen, die im Gerichtssaal landen. Das wiederkehrende Bild ist das von Gehirnen mit prodigiösem Gedächtnis und null Straßenkenntnis, fähig, jemanden ins Gefängnis zu schicken oder laufen zu lassen, wenn es nicht sein sollte.

Dagegen spricht das Gegenteil: Auswahl nach Lebenslauf und Interview ohne objektive Prüfung ist das Rezept für Vetternwirtschaft. Manche verteidigen, dass die Prüfung als Filter beibehalten wird, gerade damit der Zugang nicht von Kontakten abhängt. Fast alle sind sich in einer Nuance einig: Auswendiglernen und Verstehen sind nicht dasselbe, und Themen aufsagen kommt eher Wiederholung nahe als juristischem Urteilsvermögen. Der wiederkehrende Vorwurf ist, dass die Prüfung Durchhaltevermögen und Belastbarkeit misst, nicht Talent bei der Anwendung eines Gesetzbuchs.

Kann KI einen Richter ersetzen?

Der Aufstieg der künstlichen Intelligenz fügt eine weitere Ebene hinzu. Eine Strömung vertritt, dass ein automatisiertes System schneller, gerechter und schwerer korrumpierbar wäre, und prophezeit, dass es bald Urteile sprechen und Richter auf Bias hin überprüfen wird. Die Antwort aus juristischen Kreisen ist eindeutig: Ein Urteil besteht nicht darin, das wahrscheinlichste Wort vorherzusagen, sondern Fakten unter Normen zu subsumieren, zu argumentieren und eine Entscheidung zu begründen. KI kennt den Kontext des Falls nicht und übernimmt keinerlei Verantwortung. Die dritte Gewalt, so heißt es, delegiert man nicht an ein Sprachmodell.

Leistung, Familie und die Erzählung der Berufung

Der Text, der diese Unterhaltung auslöste, bestand auf einem Detail: Keine der beiden Richterinnen hat Eltern, Geschwister, Großeltern, Onkel/Tanten oder Cousins, die als Richter, Staatsanwälte oder Anwälte tätig sind oder waren. Diese Betonung weckte Misstrauen. Manche berechnen, dass vier Jahre Vorbereitung – Coach, Materialien, ohne Einkommen – eine wohlhabende Familie erfordert, und bezweifeln, dass dies als Beispiel für sozialen Aufstieg dargestellt werden kann.

Lancho weiß es genau: Sie sieht sich lebenslang in Extremadura, wegen Verbundenheit, Familie und Partner. Soriano auch: „Ich wäre die glücklichste Person der Welt, wenn ich am Provinzgerichtshof von Badajoz arbeiten könnte.“ Beide würden die strafrechtliche Zuständigkeit wählen, und Soriano strebt Jugendkriminalität an, ein schwer zugänglicher Bereich, der ihr aber am besten gefällt.



Mit diesen Grundlagen bleibt die Frage unbeantwortet: Ob der Filter, der Richter mit 26 hervorbringt, der bestmögliche, der ungerechteste oder einfach der einzige ist, der Willkür vermeidet. Das Einzige, was überprüfbar ist, ist, dass diese beiden es in vier Jahren schafften, mit 328 Themen im Gepäck und ohne Namen, die sie unterstützten. Ob das Leistung oder Symptom des Systems ist, hängt davon ab, wen man fragt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (265 Antworten).

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