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Richterin entlastet Ayuso und weist Staat die Verantwortung zu
Eine Richterin in Leganés lehnte Ermittlungen gegen die Region Madrid ab und schrieb dem zentralen Staat die Materialengpässe während der Pandemie zu.
Richterin entlastet Ayuso und weist Staat die Verantwortung zu
Am 15. September 2020 wies Richterin Mónica Boticario vom Gericht Nr. 5 in Leganés eine Untersuchung einer Klage von elf Familien gegen die Autonome Gemeinschaft Madrid wegen des Managements von Pflegeheimen während der ersten Pandemiewelle zurück. Die Entscheidung, über die Vozpópuli berichtete, entlastete nicht nur Präsidentin Isabel Díaz Ayuso, sondern verwies direkt auf die Zentralregierung: „Auch der spanische Staat, die oberste Autorität in dieser Angelegenheit seit der Ausrufung des Alarmzustands am 14. März 2020, garantierte diese Ausstattung.“ Das Urteil löste ein politisches Erdbeben aus und entfachte einen Streit über die letzte Verantwortung für die Todesfälle in den Altenheimen.
Das Urteil, das die Erzählung änderte: von Ayuso zum Staat
Die Klage, eingereicht am 28. Mai 2020 von Angehörigen älterer Menschen, die in Heimen in Leganés gestorben waren, beschuldigte die Autonome Gemeinschaft Madrid und mehrere Räte der „fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung, unterlassenen Hilfeleistung und erniedrigender Behandlung“. Richterin Boticario wies sie zurück, da die Kläger sich auf „Vermutungen“ stützten und keine „vernünftigen Hinweise auf Straftaten“ vorlägen. Ihr Hauptargument: Elbichito-19 sei „eine neue Krankheit, über die im März wenig oder nichts bekannt war“, und der Mangel an Schutzmaterialien sei „ein staatliches Defizit“.
Das Urteil ging weiter und erinnerte an „die Kontroverse um den Kauf von Massentests bei einem chinesischen Unternehmen, die sich später als unbrauchbar herausstellten“. Ein direkter Seitenhieb auf das Management des Gesundheitsministeriums, damals geleitet von Salvador Illa, und den Podemos-Flügel mit Pablo Iglesias als zweitem Vizepräsidenten. Die Richterin sah die letzte Verantwortung beim Staat, „der obersten Autorität in dieser Angelegenheit seit der Ausrufung des Alarmzustands“.
Das „Einheitskommando“ und der Kampf um Zuständigkeiten
Der Kern des juristischen Konflikts war, wer während des Alarmzustands die Zuständigkeit für die Pflegeheime hatte. Das Königliche Dekret vom 14. März 2020 legte fest, dass „alle zivilen Behörden der öffentlichen Verwaltungen im nationalen Gebiet, insbesondere die Gesundheitsbehörden, unter den direkten Befehlen des Gesundheitsministers stehen“. Dieses „Einheitskommando“ war das Argument, das Ayusos Verteidigung und mehrere Richter nutzten, um die Verantwortung auf die Zentralregierung zu verlagern.
Allerdings war die Auslegung nicht einstimmig. Manche vertreten die Ansicht, dass die autonomen Regionen die ordentliche Verwaltung der Zentren behielten und das Einheitskommando sich auf die Koordinierung im Gesundheitswesen bezog, nicht auf den täglichen Betrieb der Heime. Pablo Iglesias selbst erklärte, er übernehme die Verantwortung, obwohl der Umfang dieser Übernahme nie klar wurde. Die Richterin in Leganés entschied sich hingegen für die These, dass der Materialmangel eine staatliche Angelegenheit war.
Andere Urteile und der Dominoeffekt in den Regionen
Das Urteil aus Leganés war kein Einzelfall. In Extremadura entschied ein Gericht in Cáceres nach einer Anzeige von Angehörigen gegen die Regionalregierung, dass seit dem Alarmzustand die Zuständigkeiten nicht bei der Region, sondern beim Staat lägen. Diese Entscheidung stützte die These, dass das Gesundheitsministerium die letzte Verantwortung trage. In Madrid wies das Provinzgericht eine Berufung der Plattform Marea de Residencias bezüglich zweier Todesfälle in Altersheimen in Parla ab und gab Ayusos Regierung erneut recht.
Die Paradoxie war offensichtlich: Wenn die Verantwortung beim Staat lag, waren alle autonomen Regionen entlastet, einschließlich derer, die von der PSOE regiert wurden. Lag sie bei den Regionen, richtete sich der Fokus auf Madrid. Die Richterin in Leganés wählte den ersten Weg und eröffnete damit eine Front, die die Zentralregierung nicht erwartet hatte.
Politische Reaktion: von Euphorie zur Vorsicht
Die Nachricht wurde im Umfeld Ayusos mit Genugtuung aufgenommen, die monatelang verteidigt hatte, dass das Heimmanagement Opfer einer politischen Kampagne geworden sei. Die Präsidentin von Madrid hatte sogar „112 Okupación“ ins Leben gerufen und Sánchez wegen der „Kontrolle der Justiz, des TVE und des CIS“ angegriffen. Das gerichtliche Urteil schien ihr Munition zu geben.
Auf der Gegenseite herrschte Schweigen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits die Einstellung des Verfahrens gegen die Regierung beantragt, und das Urteil aus Leganés könnte dem Obersten Gerichtshof als Präzedenzfall dienen. Die Opposition gegen Ayuso klammerte sich daran, dass die Richterin nicht die Sache selbst geprüft habe, sondern nur das Fehlen von Hinweisen, und dass die Klage von Familien stamme, die ideologisch der PSOE und Podemos nahestünden, so Quellen, die den Fall kennen.
Hintergrund: Tote, Wahlen und Narrative
Die zugrunde liegende Debatte war unbequem: Konnte man einer Regionalregierung massive Todesfälle in Heimen vorwerfen, wenn der Staat das Einheitskommando übernommen hatte? Oder war es eine Ausrede, um sich aus der Affäre zu ziehen? Die Daten zu den Todesfällen in Altersheimen während der ersten Welle waren in ganz Spanien verheerend, doch die Politisierung des Themas machte aus der Tragödie eine Waffe.
Richterin Boticario schloss das Verfahren gegen die Regierung nicht ab, sie wies nur die Klage gegen die Autonome Gemeinschaft Madrid zurück. Der Oberste Gerichtshof musste noch über die von der Staatsanwaltschaft beantragte Einstellung entscheiden. Währenddessen blieben die Familien der Verstorbenen in der Schwebe: ohne juristische Verantwortliche und inmitten einer politischen Debatte, die sie als Flagge benutzte.
Das Urteil aus Leganés ließ eine Frage offen: Wenn der Staat die letzte Verantwortung trug, warum landete dann niemand auf der Anklagebank? Drei Jahre später lautete die Antwort immer noch dieselbe: Die Politik hatte die Trauer verschlungen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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