Richard Gere zieht nach Madrid: Spanien boomt trotz Kritik
Richard Gere verlegt seinen Wohnsitz nach Madrid. Die Nachricht hat die unbequeme Frage wieder aufgeworfen, warum das Land, das viele seiner Bewohner morgen verlassen würden, genau das ist, das von denen gewählt wird, die überall leben könnten. Die kurze Erklärung liegt im Privaten: Seine Frau ist Spanierin und sie bringt das Gleichgewicht ins Wanken. Die lange Erklärung mischt Klima, Gesundheitswesen, Lebenshaltungskosten in Dollar und eine Agencia Tributaria (spanische Finanzverwaltung), die, wie Kenner warnen, Reiche härter als jeden anderen besteuert.
Warum Richard Gere nach Madrid zieht
Der Schauspieler kommt nicht in eine billige Stadt. Er kommt in eine Stadt, die für ihn billig ist. Mit einem Vermögen in Dollar macht der Preisunterschied zu Los Angeles, New York oder London Madrid zu einem kaum vergleichbaren Schnäppchen. Hinzu kommen das Klima, das öffentliche Gesundheitssystem und ein Sicherheitsgefühl, das die Einwohner bei jeder Kriminalstatistik infrage stellen.
Manche scherzen, dass der Schauspieler mit Espadrilles und Bifokalbrille in jedem Dorf für einen Gemüsegärtner gehalten würde. Der Vergleich mit anderen Prominenten liegt nahe: Messi und Cristiano kamen für viel Geld zum Fußballspielen und müssen dafür Steuern zahlen. Gere kommt, um zu leben, was etwas anderes ist. Die Frage ist, ob seine Ankunft etwas bestätigt oder nur eine Millionär-Anekdote ist, die nichts über den Alltag normaler Arbeitnehmer aussagt.
Wie viel Steuern zahlt Richard Gere in Spanien?
Hier wird mit dem Taschenrechner diskutiert. Die steuerliche Ansässigkeit beginnt nach 183 Tagen pro Jahr im Land, und manche gehen davon aus, dass der Schauspieler unter dieser Schwelle bleiben wird, um kein Steuerresident zu werden. Die Berechnung ist simpel und brutal: Ein Mann mit seinem Vermögen würde an einem einzigen Tag mehr Steuern zahlen als ein durchschnittlicher Angestellter während seines gesamten Berufslebens.
Daher die Warnung: Wer sich mit echtem Geld in Spanien niederlässt, landet oft vor Gericht mit dem Fiskus. Die Liste der Großvermögen, die in Rechtsstreitigkeiten endeten, ist lang, und der Rat lautet, dass Gere Berater, Anwälte und Gesellschaftsstrukturen hat, um zu verhindern, dass der Staat ihn ausblutet.
Ist Madrid sicher? Die genannten Daten
Hier ändert sich der Ton. Dem Bericht über Klima und Gesundheit steht ein anderer entgegen: Madrid als Schauplatz einer Kriminalität, die Befürworter minimieren. Die zitierten Daten für 2023 zeigen, dass die Hauptstadt Barcelona bei Mordfällen absolut und pro Kopf übertrifft, mit mehr Entführungen trotz halb so vielen Touristen und doppelt so vielen Polizisten pro Einwohner. Diese Zahlen werden in Debatten genannt und sollten als Teil des Narrativs betrachtet werden, nicht als das ganze Bild.
Konkrete Vorfälle häufen sich: Eine 45-jährige Frau wurde im U-Bahn-Tunnel schwer verletzt durch Messerstiche, ein 13-Jähriger wurde bei einem Raubüberfall nach Schulschluss erstochen, es gab Schüsse in einem Hausflur in Puente de Vallecas und Massenschlägereien mit etwa fünfzehn Festnahmen. Verteidiger der Stadt kontern mit Klima, Gesundheit und Sicherheit. Kritiker kontern mit der Liste der Verbrechen.
Der doppelte Maßstab beim Leben in Madrid
Der Punkt, der am meisten stört, ist nicht der Schauspieler, sondern der Spiegel. Ein Milliardär lebt in Madrid anders als jeder Madrider. Die Immobilienpreise steigen mit jedem neuen Bewohner, und manche ironisieren, dass jeder Neuankömmling die Wohnungskosten um einen Prozentpunkt erhöht. Der Sog auf ausländische Käufer, die mit Dollar-Gehältern landen und hier kaufen, was man als winziges Loch bezeichnet, übt realen Druck auf den Markt aus.
Die halbernst gemeinte Empfehlung lautet, ein Zimmer in Aluche oder Puente de Vallecas zu mieten, um zu sehen, ob es immer noch fantastisch erscheint. Denn Spanien ist ein excellentes Land für den Ruhestand, aber deutlich schlechter zum Arbeiten. Da der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verliert, ist der Kauf einer Immobilie in Madrid für jemanden, der in amerikanischer Währung bezahlt, günstiger.
Spanien für den Ruhestand, nicht für die Arbeit
Die häufigste Zusammenfassung besteht aus zwei Sätzen. Spanien ist ein gutes Land für den Ruhestand und ein schlechtes Land zum Arbeiten. Gere passt zur ersten Kategorie. Seine Ankunft ist keine Bestätigung, sondern zeigt die Kluft zwischen dem Land, das im Ausland verkauft wird, und dem, in dem man tatsächlich lebt.
Und dort stockt die Analyse. Es gibt keine Möglichkeit zu wissen, ob der Schauspieler wirklich sesshaft wird, wie viele Tage er in Spanien verbringen wird oder wie er seine steuerliche Ansässigkeit regeln wird. Seine Frau ist Spanierin, sie will zurückkehren, und das ist das Einzige, was klar ist. Der Rest sind Berechnungen, Verdächtigungen und eine unbeantwortete Frage: Warum bleibt das Land, das intern am meisten kritisiert wird, die Wahl für jene, die alles wählen können?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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