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Rentenbezug und WG: Miete in Spanien steigt um 23 Prozent
Ein Rentner mit 2.000 € Rente teilt sich eine Wohnung. Seine Miete stieg von 660 auf 830 €, was einer Erhöhung von 23 % in drei Jahren entspricht.
Rente von 2.000 € und Wohngemeinschaft: Die Miete steigt um 23 %
Ein 72-jähriger Rentner bezieht etwa 2.000 Euro monatliche Rente und lebt zur Miete in einer Wohngemeinschaft mit einem jungen, ausgebildeten Koch. Ursprünglich zahlte er 660 Euro für eine Wohnung am Stadtrand. Drei Jahre später liegt die Miete bei knapp 830 Euro: eine Steigerung von 23 %. „Es ist nicht mehr ein Drittel meiner Rente, es ist fast die Hälfte“, klagt er. Der Fall, veröffentlicht von Noticias Trabajo, hat eine Welle der Empörung ausgelöst, in der kaum jemand die Fakten bestreitet, aber alle über den Betroffenen diskutieren.
Von 660 auf 830 Euro: Der Anstieg, der die Rente auffrisst
Die Geschichte ist einfach und in ihren eigenen Begriffen nachvollziehbar. Der Mieter beginnt mit 660 Euro. Die Rente von etwa 2.000 Euro ermöglichte es ihm, ein Drittel der Kosten zu decken. Bei einer Miete von 830 Euro nähert sich das Verhältnis der Hälfte an. Der Sprung von 23 % in nur drei Jahren ist keine statistische Anomalie: Es ist das Ergebnis eines Marktes, in dem das Angebot knapper wird und gefangene Mieter akzeptieren, was ihnen angeboten wird.
Um die Rechnungen auszugleichen, nimmt der Rentner einen Dritten in sein Zuhause auf. Ein junger Koch mit Ausbildung, der seinerseits ein Drittel seines Gehalts für die Miete ausgibt. Zwei Generationen, dasselbe Dach und dieselbe Beklemmung: die desjenigen, der dafür zahlt, dort zu leben, wo er lebt.
Warum empfindet niemand Mitgefühl mit dem Rentner mit 2.000 Euro?
Die überwiegende Reaktion ist Feindseligkeit. Das dominierende Argument: Wer 2.000 Euro Rente bezieht, hat genug eingezahlt, um irgendwann in den letzten vier Jahrzehnten eine Immobilie kaufen zu können. „1980 kosteten Wohnungen zwei Pesetas“, fasst eine der häufigsten Kommentare zusammen und fügt hinzu, dass jeder mit etwas Verstand vorsorgt und dass man im Alter von 72 Jahren noch zur Miete wohnt, eher ein Managementfehler als ein Unglück sei.
Die kursierende Rechnung ist gnadenlos: Wenn du genug verdient hast, um diese Rente zu generieren, hattest du viele Jahre lang hohe Einkommen. Was wurde mit dem Geld gemacht? Diese Frage wiederholt sich in verschiedenen Formulierungen und immer mit demselben Adressaten. Manche erinnern daran, dass in den Achtzigern Strandwohnungen in Fernsehshows verlost wurden und die Leute lieber Autos wollten, was zeigt, wie billig Immobilien damals waren.
„Geh in ein Dorf“: Geografie als Kostenausgleich
Der zweite Ansatz ist die räumliche Anpassung. Mit garantierten 2.000 Euro pro Monat, so heißt es, lässt sich fast überall in Spanien gut leben, außer im Zentrum großer Metropolen. Sevilla-Stadt ist kein Muss. Die Provinz hat mittlere Gemeinden, eine halbe Autostunde entfernt, mit Supermarkt, Arztpraxis und Bar – alles, was ein Rentner laut dieser Sichtweise braucht.
Der Einwand kommt schnell: Manche brauchen ein Krankenhaus in der Nähe, wegen Behandlung oder Alter, und auch die Mieten in Dörfern sind explodiert. Bezahlbare Mieten gibt es kaum noch, selbst im ländlichen Raum Spaniens. Der Handlungsspielraum, der dem Rentner zugeschrieben wird, schrumpft, sobald man das Gesundheitswesen in die Gleichung einbezieht.
Der generationale Vorwurf: „Boomer sind die schlechteste Generation“
Der Fall diente als Auslöser für eine breitere Abrechnung. Ein Teil der öffentlichen Debatte rahmt dies als Zusammenprall zwischen Kohorten: Eine Generation, die günstig gekauft hat und heute eine garantierte Rente bezieht, beschwert sich, während junge Menschen Verträge über 1.200 Euro unterschreiben und aus Not, nicht aus Strategie, Wohngemeinschaften bilden. Der Vergleich mit dem Mindestlohn ist konstant: 2.000 Euro ohne Arbeit gegenüber 1.200 Euro bei Vollzeitbeschäftigung.
Die Verteidigung des Rentners ist zahlenmäßig schwächer, aber nicht inexistent. Niemand ist vor einer Scheidung, einer Krankheit, der Unterstützung eines Angehörigen oder einer Pechsträhne sicher, die das Vermögen auffrisst. Ein ganzes Leben anhand des Endkontos zu beurteilen, ist bequem und billig. Das Problem ist jedenfalls nicht der Herr: Es ist ein Mietmarkt, der diejenigen bestraft, die keine Alternative haben.
Was diese Episode klarstellt, ist nicht, ob der Rentner vor dreißig Jahren Fehler gemacht hat. Sondern dass in Spanien das Alter ohne Eigentumswohnung ein wirtschaftliches Urteil ist und dass das System keinen Mechanismus hat, um dies aufzufangen. Bei diesen Zahlen wäre es vernünftig, einen massiven Umzug von Rentnern in günstige Gemeinden zu erwarten. Ob das geschieht, bleibt abzuwarten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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