Rentabilität des spanischen Rentensystems in zehn Jahren gefährdet

Die Rentenausgaben erreichten mit 14.307 Millionen Euro monatlich einen Rekordwert, während der Reservefonds nur noch 50 Tage deckt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rentabilität des spanischen Rentensystems in zehn Jahren gefährdet
Das Rentensystem steht vor dem Aus: Der Topf deckt nur 50 Tage

Ein Rentner, der heute 2.000 Euro monatlich erhält, sitzt auf einem leeren Schatztruhe. Der Reservefonds, im Volksmund „Topf der Renten“ genannt, deckt laut den im Diskurs zirkulierenden Berechnungen kaum noch 50 Tage an Zahlungen, und das jährliche Defizit des Systems liegt bei rund 30.000 Millionen Euro, wie die Teilnehmer angeben. Die Warnung, die die Debatte eröffnet, ist eindeutig: Ohne Anpassungen aufgrund der Demografie, Kürzungen, Erhöhung der Beiträge und massive Transfers wird es 2045 unmöglich sein, die Renten zu bezahlen, so einer der Redner. Es geht nicht darum, ob das System hält, sondern wie lange es noch dauert, bevor die Vertagung der Probleme scheitert.

Von 4.000 auf 14.000 Millionen Euro monatliche Rentenzahlungen

Die Ausgaben für Renten erreichten im März mit 14.307 Millionen Euro einen Rekordwert, ein Anstieg von 6 % gegenüber dem Vorjahresmonat, basierend auf den in der Diskussion genannten Daten. Zur Einordnung: Im Jahr 2000 beliefen sich die monatlichen Ausgaben auf 4.000 Millionen Euro, wie in der Debatte behauptet wird. In etwas mehr als zwei Jahrzehnten hat sich dieser Betrag um das 3,5-Fache erhöht. Und es sind nicht nur die Gehälter der Rentner: Addiert man die Gesundheits- und Pflegekosten, die mit der Alterung verbunden sind, fließt mehr als die Hälfte des öffentlichen Budgets in die Versorgung einer zunehmend älteren Bevölkerung, heißt es im ersten Statement.

Die demografische Gleichung hilft nicht weiter. Es gibt immer mehr Rentner und weniger Beitragszahler. Das System gibt mehr aus, als es einnimmt, und die Differenz wird durch Schulden gedeckt. Manche argumentieren, dass das Rentensystem ohne dieses auf den Staatshaushalt abgewälzte Defizit bereits insolvent wäre. Der Reservefonds, der laut den verwendeten Berechnungen nie die Marke von 15.000 Millionen Euro überschritt, wurde zwischen 2010 und 2015 geleert und besteht heute fast vollständig aus spanischen Staatsanleihen. Das bedeutet, dass sich die Regierung selbst Geld leiht. Ein Fonds, der zur Rettung voraussetzt, dass der Staat seine eigenen Schulden tilgt. In den Worten eines Teilnehmers: Der Topf existiert nicht.

Wie viel zahlt ein Arbeitnehmer ein versus was er später erhält?

Die am häufigsten wiederholte Rechnung in der Debatte ist schonungslos. Es werden ungefähr ein Drittel des Lohns eingezahlt. Das bedeutet, dass pro 30 Arbeitsjahren etwa 10 Jahre Rente generiert werden. Jede Person, die länger als ein Jahrzehnt nach der Pensionierung lebt, profitiert im Vergleich zu ihren Einzahlungen. Zählt man die Vorruheständler hinzu, die bereits mit 55 Jahren die maximale Rente bezogen und bis fast 85 leben, ergibt sich, dass sie 30 Jahre eingezahlt haben, aber so behandelt werden, als hätten sie 90 Jahre eingezahlt.

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen niedrige Renten. Das eigentliche Problem, so wird argumentiert, sind weder die nicht beitragsfinanzierten noch die Mindestrenten, sondern die mittleren und hohen Renten. Die erste vorgeschlagene Maßnahme ist, die vollständige Inflationsanpassung der Gesamtrente einzustellen und die Erhöhung auf das Äquivalent des SMI (Mindestlohn) oder das 1,5-fache des SMI zu begrenzen. Danach soll die gesamte Struktur reformiert werden: ein echtes gemischtes öffentlich-private System, Notional-Konten und andere Modelle, die niemand anzufassen scheint.

Reformen, die die Nachhaltigkeit nicht sichern

Die jüngsten Reformen verbessern ein wenig die Gerechtigkeit, lösen aber das Problem der mangelnden Nachhaltigkeit nicht, lautet die Diagnose zu Beginn der Debatte. Der Mechanismus für intergenerationelle Fairness (MEI) funktioniert zusammen mit der Heraufsetzung des Rentenalters wie eine verdeckte Kürzung, so ein Teilnehmer. Um das Defizit auf null zu bringen, wird sogar diskutiert, ob man direkt die Sonderzahlungen der Renten streichen müsste.

Die wiederkehrende Schlussfolgerung ist, dass viele Menschen in Zukunft ihre öffentliche Rente durch private Ersparnisse ergänzen und das tatsächliche Rentenalter hinauszögern müssen. Die unbequeme Frage, die über der Debatte schwebt, lautet: Wozu einzahlen, wenn das System die Beiträge nicht zurückzahlen wird? Manche haben eine klare Antwort: Die Einzahlung ist keine private Pensionskasse, sondern eine Steuer. Die Leute haben sich daran gewöhnt, ihre Beiträge als Sparkonto zu betrachten, was sie nicht sind. Es ist eine Abgabe, und ihre Verwendung ist diskretionär. Je früher dies akzeptiert wird, desto besser.

Der Weg über Migration und demografische Anpassung

Ein Teil der Unterhaltung dreht sich um die Rolle der Migration bei der Aufrechterhaltung des Systems. Es wird argumentiert, dass die Migrationsströme die Alterung nicht kompensieren und dass viele Ankömmlinge mit wenigen Beitragsjahren eintreten, sodass sie bei der Pensionierung nur die Mindestrente erhalten und das Durchschnittsniveau der Renten nach unten drücken. Andere behaupten, dass die Grafik ganz anders aussehen würde, wenn man die Millionen von Personen, die jedes Jahr hinzukommen, mit einbeziehen würde. Die Diskussion kreuzt sich ohnehin mit einem weiteren Argument: Die heutigen Fünfzigjährigen werden nicht massenhaft das 80. Lebensjahr erreichen, wie es ihre Eltern taten, die in der Nachkriegszeit geboren wurden und eine brutale Kindersterblichkeit erlebten. Die Prognosen basieren auf aktuellen Parametern, die sich in 15 oder 20 Jahren stark ändern können.

Skepsis gegenüber den wiederkehrenden Warnungen

Nicht alle glauben an die Katastrophenerzählung. Manche erinnern daran, dass sie seit 25 Jahren dasselbe Lied hören und dass die Renten weiterhin gezahlt werden, Jahr für Jahr höher. Andere weisen darauf hin, dass das Problem nicht exklusiv bei den Renten liegt: Geld wird auch in anderen Bereichen ausgegeben, und das System findet immer Spielraum für politisch Interessantes. Das Misstrauen gegenüber der Warnung vor der Unhaltbarkeit hat eine unangenehmere Seite: Der Verdacht, geäußert von einem Teilnehmer, dass das eigentliche Ziel nicht die Rettung des Systems ist, sondern die Kürzung der Leistungen für diejenigen, die jahrzehntelang eingezahlt haben.

Die Diskussion endet, wie üblich, mit einem verwirrenden Faktum. Die Rentenausgaben markieren jeden Monat einen neuen Rekord. Der Topf deckt 50 Tage. Und die Uhr tickt weiter.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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