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Rekordbelegung und hohe Preise: Der Tourismus boomt
Fünf-Sterne-Hotels auf Mallorca zu 95 % belegt, Warteschlangen in Benidorm: Touristen zahlen mehr und kommen trotz Klagen der Branche weiterhin.
Hotels zu 95 % belegt und Rekordpreise: Der Tourismus, dem es angeblich schlecht geht
In Benidorm bedeutet Essen gehen oft Warten. Mehrere Lokale nutzen eine 20-minütige Kulanz oder Mindestverzehr, um die Wartezeit zu ordnen, während Unternehmer gegen Nicht-Erscheinen nach Reservierung kämpfen. Das Bild passt nicht zur Klage einer Branche am Abgrund, doch beide Versionen existieren nebeneinander. Die vorliegenden Daten zeichnen jedoch eine Rekordsaison. Der Tourist zahlt mehr. Je nach Perspektive ist das Problem oder Lösung.
Warum spricht die Branche von Krise, während sich die Hotels füllen?
Der Widerspruch steht im Zentrum. Angst bei den Verbänden, volle Terrassen. Fünf-Sterne-Hotels auf Mallorca überschreiten die 95-%-Belegungsquote, und private Jets landen an Son Sant Joan häufiger als 2019, einem Jahr, das als Obergrenze galt. Torremolinos schließt Juli mit der höchsten Belegung seiner Provinz ab, dank guter Anbindung und renovierter Hotels. In Luanco (Asturien) sind deutlich mehr Besucher als sonst. In Santander ist ein Hotel am Sardinero voll; ebenso in einem Resort an der Levante-Küste. Auch Madrid.
Wenn Papier alles erträgt, hält das Telefon des Hoteliers weniger aus. Manche berichten sogar von Überbelegung in Innenstadt-Hotels, teils mit Polizeieinsatz, obwohl dies Einzelzeugnisse ohne statistische Untermauerung sind.
Was kostet eine Woche Urlaub in Spanien?
Hier kommt die Rechnung. Eine Woche in Cádiz für zwei Erwachsene und zwei Kinder liegt laut verbreiteten Berechnungen zwischen 3.000 und 4.000 Euro. Für Paare sinkt der Preis kaum unter 100 Euro pro Nacht; für fünf Personen unter 250. Ein Erfrischungsgetränk oder eine kleine Flasche Wasser auf einer zentralen Terrasse kann 3,25 Euro kosten. In einer Studie an der Costa del Sol betragen Reinigung und Bettwäschewechsel über die Buchungsplattform rund 81 Euro pro Aufenthalt. Und das noch vor Anreise, Verpflegung etc. Wer behauptet, Touristen seien geizig geworden, sollte erst die Einkaufsliste prüfen.
Die Wohnung, die monatelang nicht vermietet wurde
Ein Teil des heutigen Angebots auf Portalen entspringt nicht touristischer Neigung, sondern Angst. Mit verabschiedetem Wohnraumgesetz („Ley de Vivienda“) misstrauten viele Eigentümer Langzeitvermietungen und wandten ihre Wohnungen dem Tourismussektor zu. Das erhöht den Wettbewerb und erklärt, warum nicht überall im August Vollauslastung herrscht. Der Saisonstart war schwach; Juli und August füllen sich wie üblich; September ist durchwachsen, und manche senken bereits Preise, um Betten nicht leer stehen zu lassen. Zudem ist die Marge knapp: Vom Kundenpreis auf der Plattform gehen Fixkosten ab, bevor der Eigentümer einen Euro sieht.
Türkei, Lira und der Tourist, der nach Istanbul fliegt
Von der anderen Seite betrachtet zeigt sich ein Phänomen. Wer oft in Golfstaaten reist – VAE, Saudi-Arabien – und mit Taxifahrern und Anwohnern spricht, hört immer öfter: „Spanien ist teuer.“ Kein Einzelfall. Flüge nach Istanbul sind ausgebucht, und Istanbuls Wettbewerbsvorteil ist seine Währung. Massentourismus diskutiert nicht, wenn der Preis drückt: Er wechselt einfach den Flughafen.
Weniger Paare, weniger Kinder, weniger Buchungen
Ein Teil der Analyse blickt eher auf Demografie als auf Preise. Es gibt weniger Ehen, stabile Partnerschaften und junge Leute mit Lust – oder Einkommen – für Kurzurlaube. Dazu kommt Scheidung, die verfügbares Einkommen auf zwei kleinere Haushalte verteilt. Weniger gemeinsame Urlaubsreisen bedeuten weniger Buchungen. Halbernst wird auch das Wetter als Ursache genannt: Regen in der Stadt oder etwas zu warm, je nach Befragtem. Klima dient als Ausrede und Realität zugleich.
Am Ende verwundert nicht die Klage der Verbände oder der Softdrink-Preis. Sondern dass bei 100-Euro-Zimmern, 20-Minuten-Kulanz und vierstelligen Familienwochen die Küsten voll bleiben und private Jets weiter landen. Wenn das eine Krise ist, dann gerne noch eine.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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