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Rekord-Weihnachtskonsum trotz niedriger Einkommen
Volle Terrassen und Geschäfte: Der Weihnachtskonsum boomt, obwohl 75 % der Steuerzahler weniger als 30.000 Euro verdienen.
Alles überfüllt: Der Weihnachtskonsum passt nicht zu den Gehältern
Am Freitagabend kurz vor Ladenschluss musste eine zentrale Buchhandlung Kunden bitten, das Geschäft zu verlassen: Es war brechend voll. Dies ist kein Einzelfall. Im letzten Dezemberdrittel wiederholen sich Szenen von besetzten Terrassen – ohne Heizungen –, überfüllten Läden und Straßen voller Menschen, die von einer Bar zum Restaurant und weiter nach Hause ziehen. Die Bilanz vom ersten Tag an: Hektik und Ausgaben sind wahnsinnig, die Leute wollen ihr Geld loswerden. Dieselbe Straße aus anderer Perspektive zeigt ein deutlich weniger euphorisches Bild.
Was die Fülle erklärt: Weihnachtsgeld, gutes Wetter und Tourismus
Die häufigste Hypothese hat einen Monat: November. Rentner und Beamte erhalten in diesem Monat eine Sonderzahlung. In Haushalten mit zwei solchen Bezügen wurden 8.000 bis 10.000 Euro auf einmal eingezahlt. Dieses Geld wird schnell ausgegeben. Hinzu kommt das Klima: Während halb Europa unter Null liegt und Schnee fällt, kann man in Valencia, Málaga, Murcia, Almería und auf den Inseln noch baden. Das macht Spanien zum Ziel für Kurzurlauber. Internationaler Tourismus und milde Temperaturen erklären viele besetzte Tische. Die Gastronomie lebt nicht nur von spanischen Gehältern.
Das häufigste Gehalt liegt unter 21.000 Euro im Jahr
Hier bricht die Erzählung auseinander. Der häufigste Gehaltsbereich bei spanischen Steuerzahlern liegt zwischen 12.000 und 21.000 Euro jährlich. Dort konzentrieren sich über vier Millionen Menschen, 20,50 % des Gesamtanteils. Nur 24,77 % verdienen mehr als 30.000 Euro; innerhalb dieser Gruppe erreichen 20,04 % keine 60.000 Euro. Drei von vier Steuerzahlern liegen also unter dieser Marke. Von diesen Beträgen müssen noch indirekte Steuern und Abgaben abgezogen werden, die nach dem Gehaltseingang fällig werden.
Öffentlicher Dienst: 1.600 Euro mit Zuschlägen und Betriebszugehörigkeit
Dieses Detail ist wichtig, da ein Teil des Konsums dem öffentlichen Sektor zugeschrieben wird. Die Gehälter variieren stark je nach Behörde und Ebene: Verwaltungsangestellte verdienen rund 1.600 Euro. Bei der Generalstaatsverwaltung (Administración General del Estado) bleiben Gruppen C1, C2 und viele A2 unter 2.000 Euro. Das scheint nicht das Profil zu sein, das im Dezember unbeheizte Terrassen füllt. Auch der Mindestlohn wird genannt: Er ist gestiegen, ohne die befürchtete Arbeitslosigkeit zu erhöhen, was Argumente für jene liefert, die sagen, dass Lohnerhöhungen keine Jobs vernichten.
Wird mit Gehalt oder Kreditkarte bezahlt?
Ja, es wird bezahlt. Die Frage ist womit. Eine Lesart besagt, dass wenig Bargeld, aber viel per Kreditkarte gezahlt wird: Der Lebensstil wird durch Aufschub finanziert, und wenn der Hahn zudreht, sinkt der Konsum automatisch. Eine andere Deutung sieht darin Statussymbolik (postureo): Die Weihnachtsbeleuchtung wirkt wie ein rotes Tuch für den Stier, und die jährliche Meldung von durchschnittlich 2.000 Euro Ausgaben pro Person normalisiert das Geldausgeben. Manche bestreiten die Prämisse: Viele gehen raus, schauen Schaufenster, kaufen aber nichts. Andere erinnern daran, dass vor 2020 in Gegenden wie Callao buchstäblich kein Durchkommen war – ein Ansturm, der heute so nicht mehr stattfindet.
Die andere Seite: Das leere Restaurant in den Pyrenäen
In den Pyrenäen war ein Restaurant, für das man normalerweise am Vortag reservieren muss, an diesem Tag menschenleer. In einer mittelgroßen Stadt bestellten fünfzehnjährige Jugendliche samstags nur Pommes, weil das Geld für Burger nicht reichte: Das Budget lag bei zehn Euro. Und ein Dorfbar, das zwei Wochen zuvor voll war, hatte vier Stunden lang keinen Gast. Außerhalb großer Ballungsräume ändert sich das Bild: Orte in Segovia, 50 Minuten von Madrid entfernt, gut angebunden und mit stündlichem Busverkehr, haben weiterhin extrem niedrige Immobilienpreise.
Wer trägt die Party und wer warnt vor dem Ende?
Eine Strömung deutet die Ausgaben als Zeichen von Überfluss, eine andere als aufgeschobene Schulden. Pessimistische Szenarien warnen, dass man nicht ewig mit geliehenem Geld konsumieren kann, verweisen auf steigende Staatsverschuldung und darauf, dass nordeuropäische Länder dieses Modell nicht unbegrenzt finanzieren werden. Ruhigere Stimmen entgegnen, dass – außer bei einem Schwarzen Schwan (in diesem Jahrzehnt gab es bereits zwei: die Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine) – keine unmittelbare Krise erwartet wird. Beide Seiten betrachten dieselben Straßen.
Bleibt eine unbequeme Frage. Wenn drei von vier Steuerzahlern weniger als 30.000 Euro im Jahr verdienen, wer füllt dann an einem Dienstag im Dezember unbeheizte Terrassen? Die Zahlen passen nicht ganz zur Realität, und auch die Landkarte nicht: Dasselbe Land, in dem zentrale Buchhandlungen ausverkauft sind, hat Dorfbars, die niemanden bedienen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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