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Weihnachtseinkauf: Extra-Zahlungen füllen Malls, Straßenhandel minus 10 %
Extra-Gehälter für Rentner und Beamte steigern den Umsatz in Einkaufszentren, während der Einzelhandel auf der Straße im November um 10 % einbricht.
Die Sonderzahlung füllt El Corte Inglés; der Straßenhandel verkauft 10 % weniger
Um sechs Uhr abends auf dem Parkplatz des El Corte Inglés im Campo de las Naciones. Überfüllte Einkaufswagen, Karten im Dauereinsatz, lange Schlangen an den Kassen. In derselben Woche meldet eine Stadt im Landesinneren einen Umsatzeinbruch von 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Beide Szenarien spielen im selben Land und beschreiben denselben Weihnachtskonsum: Ein Teil des Landes gibt aus, als gäbe es kein Morgen, während der andere nur durch die Schaufensterscheibe schaut.
Der Geldsegen kommt auf einmal
Jeden Dezember erhalten Millionen Haushalte plötzlich Geld, das keine zusätzliche Einkommensquelle ist, sondern eine doppelte Zahlung. Ein Ehepaar von Rentnern bekam zusammen etwa 7.000 € gutgeschrieben; in einem anderen Fall wurden 6.000 € auf ein einziges Konto überwiesen. Mit diesen Einnahmen werden Einkaufszentren zu keinen verlässlichen Indikatoren mehr. Das Bild vom Samstagabend misst nicht Reichtum, sondern den Zahlungsplan des öffentlichen Sektors.
Hier greift der Block, der den Konsum trotz der Erzählung von Armut stützt: Nach eigenen Angaben erhalten drei Millionen Beamte und rund zwei Millionen Rentner ihre Sonderzahlung zu festen Terminen. Wenn dieses Geld eingeht, merkt es der Handel. Wenn nicht, dann auch nicht.
Wie viel Geld haben die Haushalte wirklich?
Die im Diskurs kursierende Rechnung ist hart: 70 % der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze und – was am unangenehmsten ist – ohne es zu wissen. Der andere Teil wären etwa 13 Millionen Menschen, die als Puffer gelten, der die Ausgaben trägt. Diese Zahl wird in der Diskussion ohne statistische Untermauerung genannt und sollte als das genommen werden, was sie ist: eine Hypothese, kein Datenpunkt des INE (National Institute of Statistics).
Auffällig ist, wie sich diese Zahl je nach Betrachter verschiebt. Für manche beweist das volle El Corte Inglés, dass Geld vorhanden ist. Für andere ist es nur das Schaufenster einer Minderheit, die monatlich ohne Überraschungen bezahlt wird. Beide Lesarten passen in dasselbe Einkaufszentrum.
Der lokale Handel spürt diese Welle nicht
Während große Handelsketten und Online-Shops den Großteil der Ausgaben absorbieren, bleibt der kleine Ladenbesitzer außen vor. Die Verkäufe wandern zu Amazon, Shein und ins Internet. Das Argument, dass die Straßen leer sind, aber die Kassen klingeln, ist kein Widerspruch: Es ist dasselbe Geld, das über einen anderen Kanal fließt.
Manche erinnern zudem daran, dass die Menge der Waren, die in bestimmte Lagerhäuser gelangt, im Vergleich zu früheren Jahren gesunken ist. Das heißt: weniger LKW, weniger Ware, aber dieselbe Wahrnehmung von Frequenz. Die Logistik passt nicht zum Optimismus der vollen Tüten.
Warum man ausgibt, obwohl man es sich nicht leisten kann: Kredit und Schein
Die unbequemeste These besagt, dass in Spanien Weihnachten aus sozialer Verpflichtung gefeiert wird, nicht aus finanzieller Möglichkeit. Käufe werden finanziert, die Karte wird belastet, und wenn das Geld nicht reicht, tragen die Renten der Eltern die Kredite der Kinder. Den Rest des Jahres lebt man mit angezogener Handbremse. Nach dieser Logik beweist der Weihnachtskonsum keinen Wohlstand, sondern sozialen Druck.
[Schein geht vor Speise], fasste jemand zusammen. Und hier gewinnt El Corte Inglés: Es bleibt der Ort, wo man teuer kauft, damit man gesehen wird.
Das Ende ist vorerst nicht in Sicht. Manche erwarten ein schwieriges erstes Quartal nach den Dezembervollzügen, andere gehen davon aus, dass alles so bleibt, solange die Renten und öffentlichen Gehälter nicht angetastet werden. Der Konsum bricht nicht zusammen; er hält sich aber auch nicht allein.
Und der verwirrende Fakt: 2023 war das meistverkaufte Auto in Spanien ein Dacia, und die gekauften Wohnungen lagen im Durchschnitt unter 200.000 €. Viel Betrieb an den Kassen, viele Kleinwagen vor der Tür.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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