Rekord-Ausgabenobergrenze und Staatsverschuldung bei 103,6 % des BIP

Die Ausgabenobergrenze für 2025 steigt auf 199.171 Millionen Euro. Der IWF bestätigt ein Wachstum von 2,4 %, während die spanische Staatsverschuldung über 103 % des BIP bleibt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rekord-Ausgabenobergrenze und Staatsverschuldung bei 103,6 % des BIP
Rekord-Ausgabenobergrenze bei steigender Staatsverschuldung auf 103,6 % des BIP

Die Regierung betont den Aufschwung. Pedro Sánchez hatte bereits vor Monaten erklärt, die spanische Wirtschaft laufe nicht mehr wie ein Motorrad, sondern wie eine Rakete. Die Zahlen zur neuen Ausgabenobergrenze für 2025 scheinen ihm recht zu geben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bestätigt ein Wachstum von 2,4 % für dieses und das kommende Jahr, die Beschäftigung nähert sich der Marke von 21,4 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, und das Haushaltsdefizit soll 2024 auf 3 % und 2025 auf 2,5 % sinken. Der Haken zeigt sich beim Blick auf die Verschuldung.

Der Ministerrat hat eine Ausgabenobergrenze von 199.171 Millionen Euro für 2025 genehmigt — ohne EU-Mittel sind es 195.353 Millionen, was einem Anstieg von 3,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der geplante fiskalische Pfad sieht eine Staatsverschuldung von 103,6 % des BIP in 2025, 101,8 % in 2026 und schließlich 99,7 % in 2027 vor. Finanzministerin María Jesús Montero bezeichnete dies als «eine relevante, aber vorsichtige Erhöhung, die unser Engagement für fiskalische Stabilität unterstreicht».

Woher kommt das Wachstum von 2,4 %?

Der erste Riss zeigt sich in der Zusammensetzung des BIP. Im dritten Quartal 2024 wuchs die Wirtschaft um 0,83 %. Davon stammten mehr als die Hälfte — 56 % — aus dem öffentlichen Konsum. Nicht aus Exporten, privater Investition oder privaten Haushalten. Vom Staat.

Kritiker weisen auf die Rolle der Brüsseler Gelder hin: Die Mittel aus dem Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) sowie dem REACT-EU-Instrument innerhalb des NextGenerationEU-Plans bewegen etwa 160 Milliarden Euro, ausgegeben durch die Europäische Zentralbank. Ein großer Teil floss in den öffentlichen Sektor und Infrastrukturprojekte. Zudem bestätigte das nationale Statistikamt INE, dass das BIP-Wachstum von 2021 teilweise auf Einnahmen aus Drogenhandel und Prostitution basierte, die zur statistischen Bereinigung der Zahlen aufgenommen wurden.

Das Defizit sinkt auf dem Papier, während die Kassen leeren

Der offizielle Pfad skizziert eine schrittweise Reduktion: 2,5 % des BIP in 2025, 2,1 % in 2026 und 1,8 % in 2027. Jede Verwaltungsebene trägt ihren Teil. Die Zentralregierung übernimmt den Hauptteil — 2,2 %, 1,8 % und 1,5 % —, während die autonomen Regionen und Gemeinden mehr Spielraum erhalten: Die Regionen streben ein Ziel von -0,1 % an, die Gemeinden sollen einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Die Sozialversicherung darf mit einem Defizit von 0,2 % abschließen.

Das Problem ist die Momentaufnahme. Im Juli 2024 erreichte das nicht-finanzielle Kassendefizit des Staates laut Daten der IGAE 43.200 Millionen Euro. Eine Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben, bei der die Verschuldung im Hintergrund wächst. Das Bild, das kursiert, ist vernichtend: Es ist so, als würde jemand versprechen, drei Kilogramm zuzunehmen, dann zwei und ein halbes, dann zwei, und das als Abnehmen bezeichnen.

21,4 Millionen Beschäftigte und der schlechteste August seit 2019

Die Schlagzeilen zur Beschäftigung halten sich in guten Monaten. Der letzte gefeierte Wert zeigt einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um mehr als 46.000 Personen in einem Monat. Aber die Zeitreihe zeigt eine andere Seite: Fast 200.000 weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im schlechtesten August seit 2019, mit 22.000 neuen Arbeitslosen am Ende der Tourismussaison. Im Bildungssektor fielen fast 76.000 Stellen weg.

Zwei Gruppen bleiben unerwähnt. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt nahe bei 27 %. Und die Unternehmenslandschaft schrumpft: Der Verband Cepyme bestätigt 5.100 kleine Unternehmen weniger als noch 2019. Wachstum mit weniger Firmen und hoher Jugendarbeitslosigkeit ist eine Kombination, die kein makroökonomisches Modell auflöst.

Wie vereinbaren sich Rekordsteuereinnahmen mit Rekord-Wartezeiten?

Das Finanzministerium verzeichnete im Oktober 2024 einen historischen Rekord: Nahezu 50.000 Millionen Euro Steueraufkommen in einem einzigen Monat. Gleichzeitig warten im öffentlichen Gesundheitswesen rund 850.000 Patienten auf Operationen. Immer mehr Menschen fragen: Wenn die Kassen nie voller waren, warum verbessert sich der Service nicht?

Die Wirtschaft bietet ihre Erklärung an. Die Sonderabgabe auf Banken gefährdet bis zu 22 % des Börsenwerts von CaixaBank, Santander und BBVA. Energieunternehmen wie Cepsa folgen Repsol und verlagern Investitionen aus Spanien heraus. Der steuerliche Druck, argumentieren sie, betrifft nicht nur die Taschen der Steuerzahler, sondern treibt auch Investitionsentscheidungen ab.

Rechtsänderung entzieht dem Senat das Vetorecht

Die vom Ministerrat festgelegten Stabilitätsziele müssen durch das Parlament. Die Partido Popular (PP) hat eine absolute Mehrheit im Senat und nutzte diese in früheren Jahren, um die Ziele zu blockieren. Diesmal kann sie das nicht: Das neu verabschiedete Gesetz zur Parität hat diese Befugnis der zweiten Kammer abgeschafft. Eine prozedurale Änderung, die kaum diskutiert wurde, entscheidet nun darüber, wer den fiskalischen Rahmen stoppen kann.



Mitten in diesem Geschehen steht die Entscheidung, die viele treffen: Abwarten. Immobilien heute zu kaufen, angesichts der Sorge vor einer Blase und einer latenten Krise, die durch immer neue Schuldenaufnahme aufgeschoben wird, erscheint zunehmend riskant. Hier stockt die Analyse. Makrodaten verbessern sich, die Kassen füllen sich, die Beschäftigung erreicht im Sommer Rekorde. Und dennoch ist das Gefühl auf der Straße das Gegenteil. Niemand versteht ganz, warum.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (243 Antworten).

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