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Reispreise in Spanien steigen durch Importe als Herkunftsschwindel
Eigenmarken-Reis verteuert sich von 0,85€ auf 1,40€, während die nationale Produktion die Nachfrage nicht deckt und importiertes Korn als EU-Produkt etikettiert wird.
Der 'valencianische' Reis, der keiner ist: vom Sack für 0,85€ zu 1,40€
Eigenmarken-Reis hat sich von 0,85 Euro auf 1,40 Euro verteuert. Markenware stieg von 1,35 auf fast zwei Euro. Das sind die Preise, mit denen spanische Verbraucher konfrontiert werden, obwohl die Verpackungen oft geschützte Herkunftsbezeichnungen und Nationalflaggen tragen, die nicht dem tatsächlichen Inhalt entsprechen. Wie Branchenbeobachter berichten, reicht die nationale Produktion bei Weitem nicht aus, um die Binnennachfrage zu decken. Der Rest kommt per Schiff aus Südostasien, wird aber auf dem Etikett als Produkt der Europäischen Union ausgewiesen.
Woher der in Spanien verkaufte Reis wirklich stammt
Die Rückverfolgbarkeit des in Spanien konsumierten Reises ist bestenfalls intransparent. Ein Teilnehmer argumentiert, dass die nationale Produktion nicht ausreicht, um den Binnenmarkt zu versorgen, und dass der größte Teil des importierten Reises aus Südostasien stammt, nicht aus Indien. Ein anderer weist darauf hin, dass indische Exporte je nach Ernteertrag schwanken und dass Spanien in manchen Jahren große Mengen indischen Reises importiert, der dann als Gemeinschaftsprodukt umetikettiert wird. Das Ergebnis ist laut diesen Berichten ein Markt, auf dem Verbraucher lokale Produktpreise für Körner zahlen, die die halbe Welt überquert haben.
Manche gehen weiter und behaupten, dass indischer Reis einige der höchsten Quecksilberwerte unter den importierten Sorten aufweist. Auch hochwertige spanische Reissorten enthielten, so die Klarstellung, erhebliche Mengen an Schwermetallen. Diese Art von Behauptung sollte mit Vorsicht betrachtet werden: Die vorliegenden Materialien enthalten keine Labordaten zur Untermauerung, sondern nur die Warnung eines Teilnehmers.
SOS- und Dacsa-Reis: Das Aufkleber allein reicht nicht
Der Fall des SOS-Reises wird am häufigsten zitiert. Es sei seit langem bekannt, so das Argument, dass er nichts Valencianisches an sich habe. Dacsa habe länger am valencianischen Ursprung festgehalten, aber der Verdacht bestehe, dass dies nun auch nicht mehr der Fall sei. Die Regel, die skeptische Verbraucher anwenden, ist einfach: Wenn auf der Verpackung nicht klar "Ursprung Spanien" steht, ist der Reis nicht spanisch. Es spielt keine Rolle, wie viele Aufkleber mit der Herkunftsbezeichnung Valencia auf der Packung prangen.
Ein Vergleich mit anderen Sektoren liegt nahe. Gutes Olivenöl wird exportiert, während Supermärkte marokkanisches Öl zu Goldpreisen verkaufen. Guter Reis wird exportiert und asiatischer Reis verkauft. Mit Obst verhält es sich genauso: Kastanien aus Israel, Walnüsse aus Kalifornien. Die Lebensmittelindustrie tut, was sie kann: billig einkaufen, wo immer möglich, und teuer verkaufen, wo immer es geht.
Das Präzedenzfall Orange: Ägypten, Südafrika und Saft
Was mit Reis geschieht, passierte bereits mit Orangen. Ägypten führt Orangen in Spanien zum halben Preis der valencianischen ein, über Murcia und Castellón. Die Comunidad Valenciana, Spaniens wichtigste Zitrusregion, hatte seit zwei Jahrhunderten Orangen ins Ausland exportiert. Heute landen spanische Orangen auf dem Boden oder werden billig für Saft verschleudert. Und es kommen nicht nur ägyptische Orangen hinzu: auch südafrikanische, marokkanische und israelische, teilweise ohne die gemeinschaftlichen Gesundheitskontrollen zu passieren.
Das Muster wiederholt sich. Spanien exportiert das gute Produkt und importiert das billige. Der Verbraucher zahlt die Differenz. Und der lokale Landwirt bleibt mit der schmalsten Marge zurück.
Wie man importierten Reis kocht, ohne ihn zu verderben
Das Kochen von importiertem Reis erfordert Technik. Die Zeiten variieren je nach Sorte: zwischen 12 und 20 Minuten. Für östliche Sorten liegt der Richtwert bei etwa 12 Minuten, ändert sich aber je nach Marke. Die Methode, die Köche dieser Reissorten teilen: Wasser zum Kochen bringen, Reis hinzufügen, warten, bis es wieder kocht, und die Leistung auf 30% reduzieren, wobei man zwischen 25% und 35% variiert. Nach Minute 12 öffnet man den Topf und schaut nach. Ab Minute 15 probiert man. Es gibt keinen anderen Weg: Beim ersten Mal immer wieder herausnehmen und kosten.
Tourismus und Rentner als einziger Plan
Die pessimistischste Diagnose ist auch die am häufigsten wiederholte: Spanien wird als Staat des Tourismus und europäischer Rentner bestehen bleiben. Industrie und Landwirtschaft sind erledigt. Der Pflege- und Gesundheitssektor hingegen wird voll florieren. Alte Menschen sind das graue Gold. Es ist eine harte Beschreibung einer Wirtschaft, die Rohstoffe exportiert und verarbeitete Waren kauft, Orangen verkauft und Saft kauft, Reis produziert und ihn importiert.
Die unbeantwortete Frage lautet, warum Verbraucher weiterhin lokale Produktpreise für importierte Körner zahlen. Die kurze Antwort ist: Sie können es tun. Die längere Erklärung hängt mit Rückverfolgbarkeit, Etikettierung und der Fähigkeit der Lebensmittelindustrie zusammen, eine Herkunftsbezeichnung in ein Verkaufsargument zu verwandeln, unabhängig davon, was im Sack steckt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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