Apple und Google werden deinen Standort sekündlich übermitteln
Apple und Google haben angekündigt, mit der Massenüberwachung von Geräten zusammenzuarbeiten und Geolokalisierungsdaten an Regierungen herauszugeben, laut der Nachricht, die diese Diskussion eröffnete, alles unter dem Versprechen, die Privatsphäre zu respektieren. Der Ausgangspunkt ist eine unbequeme Frage: Ist es heute möglich, ein Mobiltelefon zu nutzen, ohne dass die großen Tech-Konzerne die Kontrolle haben? Die kurze Antwort lautet: nicht ganz. Die lange Antwort füllt diese Analyse.
Der anfängliche Ansatz verzichtet auf alles Nebensächliche — Fotos, Videos, Apps, Spiele — und beschränkt sich auf das Minimum: Sprache oder Text. Trotzdem besteht im technischen Konsens des Debattenverlaufs Einigkeit darüber, dass das Problem nicht darin liegt, was man installiert, sondern wie das Netz funktioniert. Das Handy sendet seine IMEI an jede Antenne, die es erkennt, und dieser Identifikator ist weltweit einzigartig. Keine App kann diesen Fingerabdruck löschen.
Triangulierung durch Antennen: Ortung ohne Abhängigkeit vom GPS
Der weit verbreitete Irrtum ist zu glauben, dass das Ausschalten des GPS oder das Aktivieren des Flugmodus einen unsichtbar macht. Das stimmt nicht. Die Ortung erfolgt durch Triangulierung zwischen GSM-Repeaterstationen: Es reicht aus, wenn das Endgerät eingeschaltet und in der Nähe einer Antenne ist, damit der Betreiber weiß, wo du dich befindest, mit einer Fehlermarge von mehreren hundert Metern. Ob es sich um ein Smartphone der neuesten Generation oder ein Nokia von vor zehn Jahren handelt, ist egal. Das GSM-Netz trianguliert jedes Endgerät gleichermaßen, unabhängig davon, ob Google-Dienste vorhanden sind oder nicht.
Einige relativieren, dass GPS keine Position selbst aussendet: Es liest nur Satellitensignale. Damit diese Position das Telefon verlässt, ist eine Anwendung erforderlich, die sie überträgt. Theoretisch korrekt. In der Praxis senden mobile Betriebssysteme standardmäßig Standortdaten an die Hersteller, und US-Unternehmen sind verpflichtet, diese Daten ihren Behörden gemäß dem Patriot Act herauszugeben. Der Unterschied zu Spanien besteht darin, dass hier, wie angemerkt wird, eine gerichtliche Anordnung erforderlich wäre. Auf dem Papier.
Kann man ein Handy nutzen, ohne verfolgt zu werden?
Die kursierenden Lösungen reichen von hausgemacht bis radikal. Der Faradaysche Käfig — eine Tasche, die alle Signale blockiert — erscheint als die am häufigsten genannte Methode: Er verhindert, dass das Telefon während des Aufenthalts darin eine Verbindung zu einem Netz herstellt. Der Preis liegt bei etwa 13 Euro und ist aufgrund der Nachfrage gestiegen. Das Problem ist, dass es beim Herausnehmen wieder eine Verbindung herstellt und die letzten Bewegungen protokolliert. Auch Mikrofonblocker werden erwähnt: ein kabelloser Miniklinkenstecker, den das System als Kopfhörer erkennt und den Audioeingang deaktiviert.
Ein anderer Weg ist Software. Installation einer alternativen ROM, die keine Updates oder Sicherheitspatches erhält, permanenter Flugmodus und Telefonate über VoIP via VPN. Das klingt nach einem Handbuch für Gegenintelligenz für den Hausgebrauch. Und es löst das Grundproblem nicht: Ohne SIM-Karte gibt es keine konventionellen Anrufe, und mit ihr identifiziert der Betreiber dich.
Das Paradoxon des Vertrags ist dasselbe wie beim Bankkonto: Theoretisch zwingt dich niemand, ein Handy zu haben, praktisch kannst du nicht ohne leben. Der Kauf einer SIM-Karte ohne Angabe von Daten ist seit den Anschlägen vom 11. März illegal, obwohl gebrauchte Karten im Umlauf sind, die auf andere Inhaber registriert sind.
Die IMEI, die Ausweisnummer, die du nicht löschen kannst
Die International Mobile Equipment Identity ist eine eindeutige Nummer pro Gerät. Wenn sich das Telefon mit einem beliebigen Netz verbindet — GSM, WLAN oder sonstigem — sendet es sie automatisch. Dies ist der Datensatz, der die Verfolgung eines Endgeräts ermöglicht, auch wenn du die Karte wechselst. Weder der Flugmodus noch ein austauschbarer Akku eliminieren die IMEI. Nur Geräte mit einem physischen Hardware-Schalter, wie das PinePhone, ermöglichen es, die Stromversorgung der Funkmodule sicher zu trennen.
Hinzu kommt die Datenspeicherung, die die europäische Richtlinie von 2008 vorschreibt: Jeder Betreiber mit mehr als 10.000 Kunden muss Verbindungsprotokolle zwischen sechs Monaten und zwei Jahren aufbewahren. Regierungen wechseln, Daten werden jahrzehntelang gespeichert.
Corona als Vorwand für die Architektur der Unterdrückung
Der am häufigsten zitierte Wendepunkt der Debatte ist die Warnung von Edward Snowden, ehemaliger NSA-Mitarbeiter, vor der Nutzung der Pandemie zum Aufbau dessen, was er die Architektur der Unterdrückung nannte. Im spanischen Kontext taucht die App Open Cobi19 auf, ein angeblicher digitaler Passierschein, um zu bescheinigen, dass man nicht infiziert ist, und bestimmte Zonen zu betreten. Die Entwicklerin des Programms arbeitet laut den geteilten Daten für ein Pharmaunternehmen und ein Medizintechnik-Firma.
Die Angst ist nicht nur gesundheitlicher Natur. Die App teilt die Bevölkerung in jene, die sich bewegen können, und jene, die es nicht können, und macht das Telefon zur Voraussetzung für den Alltag. Kommt dies hinzu zum Verschwinden von Bargeld, hört die Kontrolle auf, freiwillig zu sein.
Den Abschluss setzt nicht die Analyse, sondern ein Faktum: 99,999 % der Bevölkerung interessieren niemanden, bis sie aufhören, interessant zu sein. Und dann ist es zu spät, um nach der Tasche zu suchen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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