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Räumung in Spanien: Familie muss Haus nach 20 Jahren verlassen
Ya Amou droht in Spanien die Räumung am 26. Mai nach 20 Jahren im selben Haus. Ein luxemburgischer Fonds verweigerte die Verlängerung des Sozialmietvertrags.
Ya Amou, 20 Jahre in Spanien, Tochter und Enkelin: Räumung am 26. Mai
Was passiert, wenn eine Familie zwei Jahrzehnte im selben Haus lebt und der Vertrag endet? Ya Amou, die vor fast 20 Jahren nach Spanien kam, hat ihre Räumungsanordnung für den 26. Mai. Sie lebt mit ihrer Teenager-Tochter und ihrer Enkelin, geboren am 20. April. Die Wohnung gehört dem Fonds Mona ITG, integriert in die luxemburgische SICAV Orion Constellation mit RAIF-Struktur. Die Familie zahlte 300 Euro Sozialmiete nach einer Zwangsversteigerung mit Schuldenübernahme (dación en pago). Der Vertrag lief am 29. November 2024 aus und der Fonds weigerte sich, ihn zu verlängern.
Von der gemeinsamen Hypothek zum luxemburgischen Fonds
Der Ursprung des Falls liegt in einem gemeinsamen Kauf. Amous Mann nahm zusammen mit zwei Freunden eine Hypothek auf, um die Immobilie zu erwerben. Einer der Käufer starb und seine Partnerin kehrte nach Mali zurück. Die Frau, die Spanisch nicht gut verstand, vertraute dem dritten Mann an, die Zahlungen an die Bank zu leisten. Laut ihrem Bericht stellte diese Person mehrere Monate lang keine Zahlungen ein und die Schuld stieg auf 5.000 Euro. „Die Bank rief Ya Amou an, aber sie wusste wegen der Sprachbarriere nicht, was los war“, erklärt Ignacio, ein Nachbar, der ihr hilft.
Das Gerichtsverfahren endete mit dem Verlust des Eigentums, das an Abanca und dann an Mona ITG überging. Während dieser Zeit blieb die Familie im Rahmen der Schuldenübernahme mit einer Sozialmiete von 300 Euro. Der Vertrag lief aus und laut dem Umfeld der Betroffenen weigerte sich der Fonds, jede Form eines Sozialmietvertrags zu erneuern: „Sie kaufen und verkaufen spekulativ. Wir haben versucht zu verhandeln, aber sie lehnen ab.“
Was geschah mit dem Kaufangebot, das viermal stieg?
Die Mietergewerkschaft Madrid behauptet, es habe eine „wiederholte Täuschungsstrategie“ gegeben, um ihr Glauben zu machen, sie könne das Haus zurückerhalten. Zuerst boten sie ihr den Kauf für 110.000 Euro an. Als sie diesen Betrag zusammengespart hatte, stieg die Summe auf 135.000 und dann auf 150.000. Das letzte Angebot betrug 190.000 Euro, für sie „unmöglich“. Drei Tage nachdem sie zugab, dass sie diesen Betrag nicht aufbringen konnte, erhielt sie die Räumungsanordnung.
Vertreter von Mona geben an, erst durch die Medien erfahren zu haben, dass ein Minderjähriger im Haushalt lebe. Sie verteidigen, dass alle rechtlichen Verfahren eingehalten wurden und alle möglichen Hilfen angeboten wurden. Sie bestreiten, mit Entmietungsfirmen zusammenzuarbeiten, und erklären, Vermittler im Kontakt mit der Betroffenen eingesetzt zu haben.
Sprachbarriere und Gerichtsverfahren
Amou kann kein Spanisch lesen. Nach Erhalt der Räumungskündigung wandte sie sich an die Sozialdienste, wo ihr laut Gewerkschaft nicht korrekt erklärt wurde, dass sie kostenlose Rechtshilfe beantragen und vor Gericht erscheinen musste. Sie wurde als säumig erklärt und das Verfahren lief ohne ihre Verteidigung weiter. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich alle notwendigen Dokumente eingereicht, aber ich kann nicht lesen und sie sagten mir nur, ich solle warten“, klagt sie an.
Die Gewerkschaft bezeichnet den Fall als „flagrantes Beispiel für Immobilien- und institutionellen Rassismus“. Der Stadtrat von Madrid hatte bis zum Veröffentlichungsdatum nicht auf Fragen der Medien geantwortet.
Was diskutiert wird, wenn über den Fall gesprochen wird
Die Diskussion drehte sich schnell um das Profil der Betroffenen. Ein Teil der Nachrichten konzentriert sich auf die Sprachbarriere: zwanzig Jahre im Land ohne Beherrschung der Sprache werden als mangelnde Integration gelesen. Ein anderer Fokus liegt auf dem Betrag, den Amou zusammentragen konnte, 110.000 Euro, und schlussfolgert, dass das Problem nicht Rassismus, sondern das Einkommen sei: Ohne hohes Einkommen sind weder Miete noch Hypothek möglich. Einige erinnern daran, dass die Sozialmiete von 300 Euro sieben Jahre lang beibehalten wurde und dass der Eigentümer ein Großvermieter ist.
Einige behaupten ohne Beweise, dass der Haushalt über Leistungen und Gehälter der Eltern verfüge, die monatlich mehrere Tausend Euro ergäben. Diese Berechnung wird durch das Material nicht gestützt und passt nicht zum Bild extremer Verletzlichkeit, das die Gewerkschaft beschreibt. Jeder wählt aus, welchen Teil des Gesamtbildes er betrachtet.
Der Fonds, die SICAV und das Mietgeschäft
Mona ITG operiert innerhalb der Orion Constellation, einer luxemburgischen SICAV mit RAIF-Struktur, einem Vehikel für institutionelle Anleger. Billig von einer Bank kaufen, eine Sozialmiete solange wie günstig aufrechterhalten und verkaufen, wenn der Markt drängt, ist eine übliche Sequenz. Der Fall Amou passt in dieses Muster: Das Eigentum wechselte mehrmals den Besitzer und der Langzeitmieter wurde zu einem Liquidierungsobjekt.
Die Grundfrage ist nicht, ob der Fonds grausam ist. Es ist die Frage, ob ein Mietvertrag zwei Jahrzehnte Leben tragen kann, ohne dass jemand vorausgesehen hat, was bei Ablauf geschieht. Die Antwort ist vorerst ein Datum im Kalender und eine Familie, die wartet, ob jemand es verschiebt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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