Madrid Mietergewerkschaft: Forderung nach unbefristeten Mietverträgen

Die Madrid Mietergewerkschaft fordert unbefristete Verträge, ein Ende der Zwangsräumungen und eine Mietenbremse. Wer trägt die Kosten?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrid Mietergewerkschaft: Forderung nach unbefristeten Mietverträgen
Unbefristete Mieten und Ende der Räumungen: Das Ultimatum

Was passiert, wenn ein Mietvertrag kein festes Enddatum mehr hat? Die Gewerkschaft der Mieterinnen und Mieter von Madrid (Sindicato de Inquilinas e Inquilinos de Madrid) hat diese Hypothese in eine formale Forderung umgewandelt, einschließlich eines Protestcamps. Ihr Forderungskatalog umfasst fünf Punkte: unbefristete oder automatisch verlängerbare Verträge, Verlängerung bestehender Verträge, Verbot der Zwangsräumung vulnerabler Personen ohne alternative Wohnraumversorgung, Reform des spanischen Mietgesetzes LAU (Ley de Arrendamientos Urbanos) sowie Begrenzung oder Einfrieren der Mietsteigerungen. Die Botschaft, die das Camp begleitet, duldet keine Nuancen: Ohne unbefristete Verträge wird nicht abgerückt.

Was die Gewerkschaft der Mieterinnen und Mieter von Madrid fordert

Das Basisdokument besteht aus fünf Punkten, aber das vollständige Programm geht deutlich weiter:

  • Unbefristete Mietverträge oder solche mit automatischer Verlängerung.
  • Verlängerung bereits gültiger Verträge.
  • Verbot der Zwangsräumung vulnerabler Personen ohne alternative Wohnraumversorgung.
  • Reform des LAU zur Regulierung von Kurzzeitmieten und Zimmervermietungen.
  • Begrenzung oder Einfrieren der Mietsteigerungen.

Hinzu kommt ein umfassenderer Maßnahmenkatalog: Senkung der Mieten – auf ihrer eigenen Website wurde sogar über 50% gesprochen –, Enteignung von Wohnungen im Besitz von Heuschrecken-Fonds, Rückführung von Ferien- und Touristenwohnungen in den regulären Wohnungsmarkt, Ausbau des öffentlichen Wohnungsbestands unter besonderer Beachtung der Sareb (spanische staatliche Bad Bank für Immobilien) sowie ein Ende der Zwangsräumungen und der Anti-Besetzer-Gruppen. Dies ist kein Arbeitspapier: Es ist ein Ultimatum mit politischem Verfallsdatum.

Wer trägt die Kosten einer unbefristeten Verlängerung?

Der am wenigsten diskutierte Teil des Pakets ist auch der teuerste. Wenn der Vertrag für die Hauptwohnung unbefristet wird, verliert der Eigentümer die Möglichkeit, die Immobilie bei Vertragsende zurückzufordern, muss aber weiterhin Grundsteuer, Versicherungen, Gemeinschaftskosten und gegebenenfalls Versorgungskosten tragen. Manche fassen den Effekt mit einem unbequemen Ausdruck zusammen: faktische Enteignung. Die Wohnung bleibt auf den Namen des Eigentümers eingetragen, obwohl dieser sie nicht zurückfordern kann.

Das Szenario, das die Branche am meisten beunruhigt, kombiniert die beiden Kernmaßnahmen: Vertrag ohne Enddatum und Verbot der Zwangsräumung. Ein Zahlungsausfall lässt den Vermieter ohne Mieteinnahmen und ohne Zugang zur Wohnung, während die laufenden Kosten auf ihm lasten. Auch hilft es nicht, dass die Debatte so geführt wird, als sähe das Gesetz bereits obligatorische Verlängerungen vor; manche erinnern daran, dass nun eine Ausweitung ohne Gegenleistung gefordert wird. Das vorhersehbare Ergebnis, so argumentieren sie, sei nicht ein fairerer Markt, sondern ein kleinerer: Wenn Vermieten unrentabel wird, wird weniger vermietet.

Von Heuschrecken-Fonds zum privaten Vermieter mit Namen

Der Finger zeigt auf die Heuschrecken-Fonds. Die Liste, die in der Debatte kursiert, ähnelt jedoch kaum BlackRock. Laut einer unverifizierten Aufstellung würde ein Singer-Songwriter etwa 20 Wohnungen besitzen, ein bekannter Fernsehmoderator 19 und mehrere nationale Abgeordnete zwischen 8 und 12. Keine Registerquelle hat diese Zahlen bestätigt, und sie sollten als das behandelt werden, was sie sind: ungeprüfte Anschuldigungen.

Das Programm der Gewerkschaft fordert die Enteignung der Portfolios großer Eigentümer, die Nutzung oder Auflösung der Sareb und die Rückführung von touristischen Vermietungen in den regulären Gebrauch. Gegen diese These antwortet ein Teilnehmer mit einer Umkehrung der Liste: Er behauptet, die eigentlichen Heuschrecken-Fonds seien Privatpersonen mit Mietwohnungsportfolios, nicht große Fonds.

Mehr Nachfrage, gleiches Angebot: Der unbequeme Teil

Eine Strömung der Analyse sieht den Ursprung des Problems in einer einfachen Arithmetik: Mehr Menschen suchen eine Wohnung auf einem Bestand, der kaum wächst. Nach einer kursierenden Berechnung wären in den letzten acht Jahren etwa 3.000.000 neue Einwohner hinzugekommen, bei nahezu identischer Anzahl an Wohnungen. Wer diese These vertritt, schlussfolgert, dass Preisregulierungen ohne Neubau nichts lösen, sondern nur den vorhandenen Wohnraum besser verteilen.

Das Programm der Gewerkschaft weist in eine andere Richtung: Rückführung von Ferien- und Touristenwohnungen in den regulären Gebrauch, Enteignung der Portfolios großer Eigentümer und Ausbau des öffentlichen Bestands. Die Uneinigkeit liegt weniger in den Daten als darin, welcher Teil der Gleichung zuerst angegangen wird. Und mehrere Teilnehmer warnen vor derselben Konsequenz: Jede Maßnahme, die die Rentabilität des Vermietens senkt, reduziert auch die Anzahl der zur Vermietung angebotenen Wohnungen.

Das Gebäude für 300 Pesetas

Ein wiederkehrendes Beispiel, wenn über alte Mieten diskutiert wird. In der Calle Menéndez Pelayo in Palencia beherbergte ein Gebäude im Jahr 2001 Mieter mit Mieten von 300 Pesetas, laut dem geschilderten Zeugnis. Das Gebäude wurde wegen Einsturzgefahr geräumt und Jahre später unter Beibehaltung der Fassade saniert. Jede Seite nutzt es zu ihren Gunsten: Einige sehen den Beweis dafür, dass alte Mieten niemanden ruinierten und Akkumulation bremsten; andere sehen das Bild des Verfalls, der den Bestand belastet, wenn die Miete die Instandhaltung nicht deckt.

Mit einem Protestcamp, einem Ultimatum und dem Winter dazwischen – manche gehen davon aus, dass die Kälte den Protest beenden wird – bleibt der Konflikt offen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (128 Antworten).

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