Ramoncín beleidigt Tech-Milliardäre als „neuronenarm“

Der spanische Sänger Ramoncín bezeichnet Musk, Bezos, Zuckerberg und Pichai als „neuronenarm“, was eine heftige Debatte über Legitimität auslöst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ramoncín beleidigt Tech-Milliardäre als „neuronenarm“
Ramoncín, die 'technologische Oligarchie' und das frittierte Hähnchen

Ein Sänger, der seit Jahrzehnten vom Lärm der Movida Madrileña lebt, bezeichnet vier große Technologieunternehmer als „neuronenarm“. Der im Fernsehen geäußerte Satz hat einen Sturm ausgelöst, in dem sich Groll gegen die Person, Verteidigung der Tech-Milliardäre und eine unbequeme Frage vermischen: Wer legitimiert wen, um über Intelligenz zu sprechen?

Ramoncín, Autor des Hits „Rey del pollo frito“ (König des frittierten Hähnchens), den manche mit seiner Autobiografie verwechseln, ließ in einer TV-Sendung verlauten: „Man kann viel Geld haben, aber wenig Neuronen besitzen.“ Dies geschah im Kontext der Anwesenheit von Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Elon Musk und Sundar Pichai neben Donald Trump. Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. Und sie war keineswegs freundlich.

Worüber man spricht, wenn man über Ramoncín spricht

Die Figur zieht eine Abneigung nach sich, die über das Musikalische hinausgeht. Ein Großteil der Antworten diskutiert nicht seine These über die Tech-Unternehmer, sondern seine Biografie: dass er von der Movida gelebt habe, ohne etwas zu tun; dass er sich dem System verkauft habe, sobald er ein paar Peseten zusammenhatte; dass seine Musik Müll sei. Manche erinnern daran, dass der berühmte „Rey del pollo frito“ vom Besitzer eines Plattenlabels handelt und nicht von ihm selbst – eine Klarstellung, die untergeht, wenn das Vorurteil bereits feststeht.

Die am häufigsten wiederholte Anschuldigung ist die der Heuchelei. Man wirft ihm vor, eine Karriere auf einer Pose der Rebellion aufgebaut zu haben, um sich dann im Establishment des Fernsehens einzurichten. „Er hatte es eilig, sich dem System zu verkaufen“, fasst ein Kommentar zusammen. Ein anderer fügt hinzu, dass er nie wirklich gegen etwas gewesen sei, sondern nur den Anschein eines Rebellen wahren wollte, bis man ihm hunderttausend Peseten zeigte.

Die Verteidigung der Tech-Milliardäre

Angesichts der Verachtung gegenüber dem Sänger entsteht eine geschlossene Verteidigung der Genannten. Das zentrale Argument lautet, dass diejenigen, die die drei wichtigsten sozialen Netzwerke betreiben, Raketen ins All schicken oder das größte Logistikunternehmen der Welt gründen, kaum kurzsichtig sein können. „Sie haben Stunden in ihre Geschäfte gesteckt wie verrückt, und tun es immer noch“, heißt es. Die Idee, dass geerbter Reichtum oder Glück den Unternehmenserfolg erklären, wird mit einem Beispiel widerlegt: Wenn jeder zehn Millionen zum Start bekäme, wären die Beträge nach einem Jahrzehnt radikal unterschiedlich.

Der Vergleich mit Ramoncín selbst ist auf diesem Feld vernichtend. Es wird betont, dass er tatsächlich ein enormes Glück gehabt hätte: zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, als fast niemand eine Gitarre besaß, bei den Entscheidern anzukommen, wer darf und wer nicht, und den Rest seines Lebens vom Echo dieses Moments zu leben.

Der politische Kontext, den niemand sehen will

Es gibt eine Analyse-Linie, die versucht, über die einfache Beleidigung hinauszugehen. Es wird darauf hingewiesen, dass das Etikett „technologische Oligarchie“ eine jüngere Schöpfung ist; vor anderthalb Jahren tauchten dieselben Namen nicht als koordinierte Clique im öffentlichen Diskurs auf. Die schwebende Frage lautet, warum dies jetzt der Fall ist.

Die Antwort, die aus verschiedenen Richtungen kommt, ist, dass die Wendung der großen Tech-Firmen weg von der pogre Orthodoxie die Alarmglocken geläutet hat. „Als die Tech-Oligarchen ein rotes digitales Gulag errichteten, gab es nur Gelächter und Feste. Jetzt, wo sie den roten Dreck wegen des Pendelausschlags ignorieren, kommen die Beschwerden“, fasst ein Kommentar zusammen. Ein anderer formuliert es in Begriffen der Macht: Ein Tweet von Elon Musk erzielt Dutzende Millionen Aufrufe; eine Fernsehsendung maximal eine halbe Million.

Lärm und Substanz

Jenseits des Streits hinterlässt die Episode mehrere Ebenen. Die erste ist die der öffentlichen Persönlichkeit, die über alles urteilt, ohne nachgewiesene Expertise – ein Phänomen, das manche dem Dunning-Kruger-Effekt zuschreiben: die Unfähigkeit, die eigenen Grenzen wahrzunehmen. Die zweite Ebene ist die eines Medienökosystems, das jede Aussage zur Beute macht. Die dritte, unbequemste Ebene ist die eines Publikums, das je nach vorheriger Sympathie applaudiert oder buht, nicht nach dem Argument.

Bleibt die Grundfrage. Wenn jemand ohne technisches Hintergrundwissen die größten Technologiekreateuren der Welt mit einem Satz aus der Bar abspeisen kann, was sagt das über den öffentlichen Raum aus, in dem diese Dinge diskutiert werden?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (175 Antworten).

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