Raiblocks: Von 9 Cent auf 22 Dollar in zwei Monaten

Raiblocks stieg von 0,09 auf 22,67 Dollar, verlor 17 Millionen Coins bei Bitgrail und fiel unter 1 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Raiblocks: Von 9 Cent auf 22 Dollar in zwei Monaten
Raiblocks: Von 9 Cent auf 22 Dollar und der Bitgrail-Betrug

Im November 2017 handelte Raiblocks bei 0,09 Dollar. Am 15. Januar 2018 lag der Kurs bei 22,67 Dollar. Dazwischen: ein Anstieg um das Dreißigfache in etwas mehr als einem Monat und eine insolvente Börse mit 17 Millionen verschwundenen Münzen. Die Kryptowährung, die sofortige Gebühren-freie Zahlungen versprach, tat genau das, was man sich von einer Krypto merkt: wie eine Rakete steigen und Anleger monatelang vor toten Charts stehen lassen.

Wie stark Raiblocks in zwei Monaten stieg

Die Zahlen, die Beobachter des Projekts nennen, sind erschreckend: von 0,09 Dollar Anfang November 2017 auf etwa 3 Dollar Mitte Dezember, und dann auf über 22 Dollar Mitte Januar. Wer bei Mercatox zu 2,37 Dollar einstieg, sah seine Position innerhalb eines Monats verzehnfacht. Mit einer Marktkapitalisierung von nur 333 Millionen und lediglich 100 Millionen Einheiten im Umlauf war die Mathematik einfach: Jeder starke Kapitalzufluss bewegt den Preis enorm.

Das Problem war, wo man sie kaufen konnte. Mercatox verkaufte sie für 3,15 Dollar, während Bitgrail sie für 1,93 Dollar anbot. Eine Differenz von 40 % zwischen zwei Börsen derselben Währung ist historisch gesehen das beste Zeichen dafür, dass bei einer von beiden etwas nicht stimmt.

Das technologische Versprechen: Zahlungen ohne Miner und ohne Gebühren

Das Verkaufsargument war solide: ein DAG-Netzwerk (Directed Acyclic Graph), keine Miner, keine Gebühren und Bestätigungen in Sekundenbruchteilen. Der praktische Beweis wurde durch Überweisungen zwischen Wallets dokumentiert: Sendungen von 0,0001 Einheiten — ein Zehntel Cent — kamen in Sekunden und kostenlos an, im Gegensatz zu den damals horrenden Bitcoin-Gebühren. Der Vergleich mit IOTA, dem anderen großen DAG-Projekt jener Zeit, wurde offen angestellt: Während eines versprach, zahlte das andere in drei Sekunden.

Die Entwicklung ging weiter: Epoch- und Universal-Blöcke, ein Testclient für iOS, Integrationssoftware für Kassensysteme im Einzelhandel, so der Gründer des Projekts selbst.

Bitgrail und die 17 Millionen verschwundenen XRB

Die Party endete abrupt an der Börse. Von Bitgrail verschwanden 17 Millionen XRB, mehr als 10 % aller ausgegebenen Münzen. Wer dort Geld hatte und die Verifizierung nicht abgeschlossen hatte, verlor es. Verdächtigungen über einen internen Diebstahl kursierten seit dem ersten Tag in der Community, führten aber nie zu einer Verurteilung. Die Stiftung des Projekts unterstützte die Betroffenen weiterhin in den in Italien eröffneten Insolvenzverfahren, und die Klage gegen ihre Mitglieder wurde vom Kläger zurückgezogen, da sie als unbegründet eingestuft wurde.

Der Absturz: Von 30 Dollar auf unter einen Euro

Mit der Umbenennung in Nano begann die Wüstenwanderung. Von den 30 Dollar und den 25 Dollar der Käufe im Januar fiel der Kurs auf 1,95 Euro, 1,52, 1,38 und 0,95 Euro in einem ungebremsten Sturzfall. Einige verkauften zu diesem Zeitpunkt, oft mit dem steuerlichen Vorwand, Verluste auszugleichen. Andere hielten seit ihrem Einstieg bei 10 Euro durch und akzeptierten ihren Fehler.

Es gab Erholungen: von 0,90 auf 2,20 Euro in fünfzehn Tagen, ohne dass eine Nachricht dies erklären konnte. Und Tage bei 1,60 Euro und wieder bei 1,38 Euro. Der Chart tat das, was diese Märkte tun: nichts Vorhersehbares.

Warum Nano an Interesse verlor

Die am häufigsten genannte Diagnose hat drei Säulen. Die erste ist das Lightning Network: Wenn Bitcoin günstige und schnelle Transaktionen ermöglicht, schwindet Nanos Wettbewerbsvorteil als Zahlungsmittel. Die zweite ist die Liquidität: Das Angebot auf wenigen Börsen und das Fehlen eines direkten Fiat-Paars macht die Währung abhängig von der Stimmung bei Bitcoin, denn von dort kommt das Geld, das später in Alternativen fließt. Die dritte ist zyklischer Natur: Der Aufstieg von Nano fiel mit der Ära extrem hoher Bitcoin-Gebühren zusammen; wenn dieser Umstand verschwindet, entfällt auch der Grund für die Nutzung.

Hinzu kommt das Offensichtliche: Wer sie zu einem Cent kaufte oder kostenlos erhielt, hat immer noch Anreize zum Verkauf. Der Verkaufsdruck ist strukturell.

Mit diesen Voraussetzungen hätte die massive Migration zu Nano längst beginnen müssen. Sie bleibt aus. Und die Meinungen haben sich drei Jahre nach jenem 30-fachen Anstieg keinen Millimeter von ihrem damaligen Standpunkt bewegt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (447 Antworten).

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