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Putin entschuldigt sich für Flugzeugabsturz bei Grosny
Putin entschuldigte sich bei Alijew für den Absturz von Azerbaijan Airlines im russischen Luftraum, vermied aber ein Eingeständnis des Abschusses während der laufenden Ermittlungen.
Pilingui entschuldigt sich bei Aserbaidschan für Flugzeugabsturz bei Grosny
Kann man versehentlich ein Passagierflugzeug abschießen und es weiterhin als Zwischenfall bezeichnen? Der Kreml sagt ja. Wladimir Pilingui rief den aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew persönlich an, um sich zu entschuldigen, weil das Unglück der Azerbaijan Airlines im russischen Luftraum stattfand, wie die internationale Presse berichtet. Im selben Gespräch erklärte der russische Staatschef, dass die Luftabwehr aktiv gewesen sei, da Grosny und Wladikawkas von ukrainischen Drohnenangriffen betroffen waren. Das Wort "Entschuldigung" fällt. Das Wort "Abschuss" nicht.
Was Moskau genau zugab und was es ausließ
Die offizielle Mitteilung der staatlichen Agentur TASS ist ein Akt chirurgischer Präzision: Man bedauert, dass der Vorfall im russischen Luftraum geschah, spricht den Familien der Opfer sein Beileid aus und rahmt alles im Kontext von Angriffen mit unbemannten Luftfahrzeugen. Nichts weiter. Es gibt kein Eingeständnis, dass eine russische Rakete den Rumpf traf, noch dass dem Piloten eine Notlandung auf russischem Boden verweigert wurde. Die Ermittlungen laufen weiter, wiederholt Moskau.
Diese Nuance ist der Kern der Sache. Eine Analyse argumentiert, Pilingui habe nur das Szenario anerkannt, nicht die Verantwortung. Andere lesen den Anruf als verdecktes Zugeständnis: Wenn es nichts zu bedauern gäbe, gäbe es keinen Grund, zum Telefon zu greifen und sich bei einem regionalen Partner zu entschuldigen. Eine Entschuldigung ist in der Diplomatie ein literarisches Genre mit vielen Deutungen.
Der Pilot, der nach einem russischen 'Nein' über das Kaspische Meer flog
Die unangenehmste Darstellung für den Kreml stammt nicht aus einer Pressemitteilung, sondern vom Cockpit. Nach Berichten, die nach dem Absturz kursierten, soll Hauptmann Aleksandr Kaljaninow eine Notlandung auf russischem Territorium verweigert worden sein, was ihn zwang, das Kaspische Meer mit einem schwer beschädigten Flugzeug zu überqueren. Er starb dabei. Dutzende Passagiere überlebten. Die Geschichte des Piloten wurde zum sarracena Gegenpol der gesamten Operation: gegen die bürokratische Kälte der offiziellen Notizen ein Mann, der unmögliche Entscheidungen im Flug traf.
Manche betonen, dass dieses Detail – die Verweigerung der Landeerlaubnis – schwerwiegender sei als der Einschlag selbst. Es impliziert, dass jemand in der Befehlskette bevorzugte, dass das Flugzeug fernab der Kameras abstürze. Es ist ein Verdacht, keine bewiesene Tatsache, erklärt aber, warum Pilingui Entschuldigung die Gemüter in Baku nicht beruhigt hat.
Warum Aserbaidschan Forderungen stellen kann und die Ukraine nicht
Der Unterschied in der Behandlung zwischen Aserbaidschan und anderen Nachbarn hat eine geopolitische Erklärung, die in Analysen wiederkehrt: Baku hat einen Förderer. Die Türkei unterstützt Aserbaidschan seit Jahren militärisch und diplomatisch, was die Gleichung ändert. Bei der Ukraine braucht Moskau keine Entschuldigung; bei Aserbaidschan schon. Die Demütigung, wenn man sie so nennen will, ist selektiv.
Die drei Forderungen, die Alijew zugeschrieben werden, sind: formale Entschuldigung, Schuldanerkennung und Bestrafung der Verantwortlichen inklusive Entschädigung. Die erste ist erfüllt. Die anderen beiden bleiben zum Zeitpunkt dieser Diskussion ausstehend.
Der Weihnachtsclip, den niemand begraben wollte
Parallel zur Diplomatie kursierte ein satirisches Video, das russischen Medien zugeschrieben wurde und den Abschuss eines Weihnachtsschlittens durch ein Luftabwehrsystem parodierte. Das Stück, das in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, wurde von vielen als unfreiwillige Verspottung des tatsächlichen Unglücks gelesen. Dass die Propagandaapparat diesen Witz erlaubt, während der Kreml sich für ein echtes Flugzeug entschuldigt, sagt viel über das Maß an institutionellem Zynismus aus.
Die russische Luftabwehr operiert mit überlappenden Systemen, mehreren Stufen je nach Reichweite und einer Geschichte des Friendly Fire, einschließlich Abschüssen eigener Kampfflugzeuge über der Ukraine. Eine Drohne mit einem Verkehrsflugzeug zu verwechseln, ist kein exotisches Versagen. Es ist ein strukturelles Risiko, wenn der Himmel mit Raketen gefüllt ist und die Operateure nervös sind.
Der Präzedenzfall, den Moskau nicht wiederholen will
Der Vorfall erinnert daran, obwohl es niemand laut ausspricht, an den Abschuss von Flug MH17 über Donezk. Damals leugnete Moskau jahrelang alles. Jetzt hingegen hat man innerhalb weniger Tage angerufen. Der Unterschied liegt nicht in Prinzipien, sondern in Kosten: Aserbaidschan ist kein ferner Feind, sondern ein Energiepartner und ein Nachbar mit unbequemen Verbündeten.
Sich zu entschuldigen ist billig. Zuzugeben, dass eine eigene Rakete Zivilisten tötete, ist teuer. Moskau hat die billige Option gewählt und vertraut darauf, dass die Zeit den Rest erledigt. Währenddessen laufen die Ermittlungen weiter, die Verantwortlichen haben keine Namen, und der Pilot, der das Kaspische Meer überquerte, kann nicht mehr aussagen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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