PSOE führt mit 130 Sitzen, aber PP und Vox knacken Mehrheit

Opina360-Umfrage: PSOE gewinnt mit 130 Sitzen, Vox steigt auf 20,6%, Sumar stagniert bei 5, während PP und Vox zusammen über 176 Mandate kommen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PSOE führt mit 130 Sitzen, aber PP und Vox knacken Mehrheit
Opina360: PSOE gewinnt, Vox explodiert, Sumar bricht ein

Die PSOE würde die Wahlen gewinnen, hätte aber keine rechnerische Möglichkeit zu regieren. Dies ist das Paradoxon der von Opina360 durchgeführten Umfrage, die in Espejo Público veröffentlicht wurde: 30,4% und 130 Sitze für die PSOE, 27,4% und 111 für die PP, 20,6% und 74 Sitze für Vox, 5,1% und 3 für Podemos sowie 3,8%, was Sumar auf eine Fraktionsstärke von 5 Abgeordneten reduziert. Mit diesen Zahlen liegt die absolute Mehrheit von 176 Sitzen anderswo. Dennoch drehte sich die Debatte schnell um die altbekannte Frage: Wer beauftragt diese Erhebung und zu welchem Zweck?

Ein neues Institut und ein unbequemer Name

Der entscheidende Punkt war nicht Vox' Anteil von 20,6%, sondern das Institut dahinter. Es handelt sich um ein neues Meinungsforschungsinstitut, dem Verbindungen zu Iván Redondo, dem ehemaligen Kabinettschef von Pedro Sánchez, nachgesagt werden. Diese Behauptung kursiert ohne jegliche dokumentarische Grundlage, hat jedoch ausgereicht, um die Analyse im Keim zu ersticken: Wenn die Umfrage von dort stammt, so das Argument, gibt es nichts zu diskutieren.

Das Etikett «Tezanos 2» fasst diese Kurzschlussreaktion zusammen. Die Logik ist simpel: Wenn der ehemalige Leiter des CIS zum Sündenbock jeder unbequemen Umfrage wurde, ändert das neue Instrument nur den Namen. Das Problem ist, dass diese Argumentation keine einzige der genannten Zahlen berücksichtigt.

Die 30%-Untergrenze und die starre Wählerschaft

Ein anderer Ansatz erklärt die Widerstandsfähigkeit der Sozialisten ohne Verweis auf Manipulation. Er spricht von einer strukturellen Untergrenze: Ein Block aus Wählern, die an öffentliche Gehälter, Renten und Subventionen gebunden sind, wird auf etwa 7 Millionen Menschen geschätzt und geht unabhängig vom politischen Zyklus zur Wahl. Hinzu kommt ein Anteil von 9-10%, den das linke Spektrum neben der PSOE zwischen seinen verschiedenen Marken verteilt und der ebenfalls stabil bleibt.

Wenn beide Werte Bestand haben, fällt die Regierungspartei selbst im schlechtesten Szenario nicht unter 30%. Dies ist eine debattierbare und viel diskutierte Hypothese, hat aber den Vorteil, zu erklären, warum die Abnutzung der Exekutive kaum Einfluss auf die Wahlabsichten hat.

Die Rechnung, die aufgeht: 176 Sitze

Mit 111 Sitzen für die PP und 74 für Vox überschreitet das konservative Lager die 176 Abgeordneten, die für die absolute Mehrheit erforderlich sind. Daraus ergibt sich die am häufigsten wiederholte These: Vox wächst, die PSOE bleibt stärkste Kraft, Sánchez gewinnt die Wahlen, kann aber nicht regieren. Und daraus resultiert auch die Unbehaglichkeit der PP, der vorgeworfen wird, seit Monaten die Regierung zu kopieren, statt mit Vox um dieselbe Wählerschaft zu konkurrieren.

Der Wechselwählerstrom hat kleine Druckfehler: Ein großer Teil davon stammt aus Wählern, die ohnehin rechts gewählt haben. Die Partei, die abstürzt, ist nicht die PSOE, sondern jene, die die Opposition führt.

Sumar am Rande des Verschwindens

Die andere Schlagzeile der Umfrage betrifft das linke Lager. Sumar verbleibt bei 5 Sitzen und Podemos bei 3 – Zahlen, die in der Praxis gerade ausreichen, um Apparate und Freigestellte zu finanzieren, aber sonst wenig bewirken. Die vorherrschende Lesart ist, dass die PSOE den Rest der Linken auffrisst, und dass dieses Phänomen, weit davon entfernt sie zu schwächen, ihre Spitzenposition stützt.

Am anderen Ende deutet eine Minderheitshypothese auf eine Große Koalition hin, falls die Blöcke keine Mehrheit finden sollten: PSOE und PP regieren gemeinsam, diesmal ohne Maske. Niemand hält dies kurzfristig für wahrscheinlich.

Portugal, der unerwartete Präzedenzfall

Der portugiesische Spiegel dient dazu, die Blocklogik zu entkräften. Dort, so wird erinnert, landete das Vox-Äquivalent überraschend auf Platz zwei gleichauf mit der sozialistischen Partei, entgegen den Umfragen, und der Sieger war die Mitte-Rechts-Partei. Übersetzung: Prognosen scheitern, und Analogien tun es auch.

Wer zählt die Stimmen?

Immer wenn eine Umfrage nicht ins Bild passt, taucht der Verdacht gegen die Auszählung auf. In Spanien hat dieser Verdacht einen Namen: Indra, das Unternehmen, das teilweise für die elektronischen Wahlsysteme zuständig ist. Hier muss man klar sein: Es gibt keinen Beweis für Manipulation, nicht einmal einen dokumentierten Hinweis. Man spricht von «Wahlbetrug», ohne etwas vorzulegen, was dies stützt. Etwas anderes ist es, wenn Umfragen geschönt werden, und etwas völlig anderes, wenn Urnen manipuliert werden. Letzteres ist nicht belegt.

Umfragen zur Mobilisierung, nicht zur Vorhersage

Die nüchternste Betrachtung spricht nicht von Betrug, sondern von Funktion. Umfragen werden veröffentlicht, um Wähler zu aktivieren, nicht abzubilden. Es wird argumentiert, dass regierungsfreundliche Daten oft kurz vor der Wahl drehen, wenn die gegnerischen Wähler keine Zeit mehr haben, sich sicher zu fühlen. Zudem wird behauptet, dass seriöse Umfragen von den Parteien selbst intern durchgeführt werden, während die Öffentlichkeit das politische Werkzeug sieht.

Was, wenn die Umfrage nicht gemacht wurde, um richtig zu liegen, sondern damit einige zu Hause bleiben und andere wählen gehen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (226 Antworten).

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