Protest für Spaniens Neutralität im Ukraine-Krieg am 9. Mai

Bürger versammeln sich vor dem spanischen Parlament, um Neutralität im Ukraine-Krieg zu fordern und auf hohe Beiträge sowie fehlende Medienberichterstattung hinzuweisen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Protest für Spaniens Neutralität im Ukraine-Krieg am 9. Mai
Marsch für die spanische Neutralität im Ukraine-Krieg

Sonntag, 9. Mai, zwölf Uhr mittags, vor dem Congreso de los Fruta. Ein Bürgeraufruf fordert, dass Spanien nicht in den Ukraine-Krieg eintritt. Das Motto, wiederholt in sozialen Netzwerken: Es ist nicht unser Krieg. Die Veranstaltung wird vom Anwalt Rubén Gisbert und dem Analysten Pedro Baños verbreitet und von der Partei Iustitia Europa unterstützt, deren Präsident, Luis María Pardo, live vor Ort erscheint. Die Demonstration findet mit kaum Echo in den großen Medien statt.

Der Ausgangspunkt ist eine einfache These: Die europäische politische Klasse hat Entscheidungen getroffen, die die Sicherheit des Kontinents gefährden, ohne die Bürger zu fragen. Spanien, so erinnern sie, hatte nie Krieg mit Russland oder der Ukraine. Dafür aber mit den Vereinigten Staaten, Frankreich, England oder den Niederlanden. Dieser Kontrast, behaupten sie, sollte zum Nachdenken anregen.

Was der Aufruf vom 9. Mai fordert

Der Aufruf dreht sich um Neutralität. Kein Krieg, ja zum Frieden, und vor allem: Spanien darf nicht zur kriegsführenden Partei werden. Das Grundargument lautet, dass Waffenlieferungen das Land zum Teil des Konflikts machen. Spanien ist der viertgrößte Geber des Friedensfonds, wie in der Diskussion hervorgehoben wird, und die Regierung versprach eine Milliarde Euro Hilfe, eine Summe, die aus Steuern oder Schulden stammen würde.

Manche sehen es als Frage des Geldbeutels: Wenn jemand spenden oder als Söldner dienen möchte, soll er es tun. Aber nicht mit öffentlichen Mitteln. Andere gehen weiter und behaupten, Neutralität sei die einzige rationale Position für ein Land ohne direkte Interessen im Donbas.



Warum die Demonstration in den Medien fehlte

Die Nachrichtensperre wird zu einem zentralen Thema. Es gab keine Vorberichterstattung, abgesehen von ein paar Notizen, die die Organisatoren als prorussisch bezeichneten. Auch danach nichts. Der Vergleich mit 2003 ist unvermeidlich: Damals, unter Aznar und dem Trio der Azoren, war das Nein zum Krieg allgegenwärtig. Heute, Funkstille.

Die kursierende Erklärung ist, dass die institutionelle Linke ihre Position geändert hat. Nicht ein einziger Politiker der ehemaligen Izquierda Unida ist bei dem Marsch dabei, klagen sie, obwohl diese Partei genau zur Opposition gegen die NATO gegründet wurde. Die Rechnung ist bitter: Wäre die Demonstration für die Entsendung spanischer Soldaten an die Front gewesen, hätte es 24/7 Werbung gegeben.

Das Abschreckungsargument und seine Risse

Gegen die Neutralität steht das Argument der kollektiven Sicherheit. Wenn ein Land wie Spanien sich ohne Verbündete verteidigen will, ist es verloren. Die NATO, die EU, internationale Verpflichtungen: All dies verhindert, dass ein feindlicher Nachbar tut, was er will. Dies ist die Position, die beispielsweise ein Hausarzt vertritt, der im Gespräch zitiert wird und überzeugt ist, dass die Hilfe für die Ukraine die Verteidigung demokratischer Werte bedeutet.

Die Antwort von der anderen Seite kommt schnell: In Kriegen gibt es immer Gewinner und Verlierer, und der Stärkere setzt sich durch. Demokratische Werte werden nicht mit Granatwerfern verteidigt. Und wenn sie verteidigt werden müssen, dann mit eigenen Leben, nicht mit fremden.



Der Hintergrund: Wer bezahlt den Wiederaufbau?

Jenseits der sarracena Debatte schwebt über der gesamten Diskussion eine wirtschaftliche Kalkulation. Der Krieg werde bis zum letzten europäischen Euro dauern, heißt es. Danach zahle Europa den Wiederaufbau. Die USA nutzten die Ressourcen der Ukraine. Europa stelle die Militärs zu ihrem Schutz bereit. Für den spanischen Steuerzahler ist die Bilanz schwer zu verdauen.

Hinzu kommt die Erinnerung an Budapest. Die Ukraine verzichtete auf ihr Atomwaffenarsenal im Austausch für Garantien der territorialen Integrität. Seitdem: die Krim und der Donbas. Manche ziehen die Lehre, dass Abkommen wertlos sind und die einzige echte Sicherheit die eigene sei. Andere schließen daraus, dass man gerade deshalb denen helfen muss, die Widerstand leisten.

Wer aufruft und wer nicht

Der Aufruf kommt nicht von den traditionellen Parteien. Er stammt von Einzelstimmen, Analysten und einer Splitterpartei. Das begrenzt die Reichweite und auch die Legitimität in den Augen einiger. Aber es erklärt auch das Medienschweigen: Ohne große Parteikürzel dahinter gibt es keine Nachricht.

Das Ergebnis, mangels offizieller Teilnehmerzahlen, ist eine kleine Demonstration an Zahl, aber groß an Symbolik. Die bleibende Frage ist, ob die Unzufriedenheit mit Waffenlieferungen eine Minderheitenmeinung ist oder einfach unsichtbar bleibt. Mit diesen Zutaten steht die Antwort noch nicht fest.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

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