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PP, Vox und Junts stoppen Renten-Erhöhung per Dekret
Das Omnibus-Dekret zur Erhöhung der Beitragsrenten um 2,8 % scheitert am Nein von PP, Vox und Junts, die eine getrennte Abstimmung fordern.
Omnibus-Dekret fällt: Rentenerhöhung und Mindestsicherung gekippt
Das Omnibus-Dekret zur Anhebung der Renten scheiterte nicht an den Renten selbst, sondern an dem gesamten Paket. Das Königliche Gesetzesdekret 9/2024 vom 23. Dezember bündelte dutzende unzusammenhängende Maßnahmen und wurde durch die Gegenstimmen von PP, Vox und Junts zu Fall gebracht. Betroffen sind schwindelerregende 12,5 Millionen Rentner in einem Land mit 47 Millionen Einwohnern. Die Ironie des Ganzen: Jede Partei erklärte sich zum Beschützer der Senioren, während sie gleichzeitig gegen das Dokument stimmte, das ihre Bezüge erhöhen sollte.
Welche Maßnahmen enthielt das Omnibus-Dekret?
Der Text fasste in einem einzigen Akt die Aufwertung der beitragsfinanzierten Renten um 2,8 % und der nicht beitragsfinanzierten Renten um 9 % zusammen. Zudem war eine Erhöhung des Ingreso Mínimo Vital (IMV – staatliches Mindestsicherungseinkommen) vorgesehen, je nach Version um 9 % oder knapp 3 %. Ferner sollten Zwangsräumungen für einkommensschwache Haushalte ohne Wohnalternative bis zum 31. Dezember 2025 ausgesetzt sowie Rabatte von bis zu 100 % im öffentlichen Nahverkehr für Vielfahrer bis zum 30. Juni 2025 verlängert werden.
Soviel zum Lockmittel. Das Problem lag im Rest des Pakets. Der Gesetzestext enthielt zudem eine direkte Zuwendung von 4.500.000 Euro an die Autonome Stadt Ceuta zum Schutz unbegleiteter minderjähriger Migranten, einen Posten von 16 Millionen Euro, der als Schenkung einer Immobilie an eine baskische Nationalistenpartei beschrieben wurde, eine neue Steuer auf große Energieversorger sowie eine Neubewertung städtischer Grundstücke, was die Erbschaftsteuerlast erhöhen würde. Maßnahme aus vier verschiedenen Ministerien, verknotet in einem einzigen Text.
Warum PP, Vox und Junts dagegen stimmten
Das Argument war bei allen drei Fraktionen identisch: Ein Omnibus-Dekret erlaubt keine Einzelabstimmung über jede Maßnahme nach ihrem eigenen Wert, sondern zwingt zur Annahme des Gesamtpakets. Wer die Rentenerhöhung billigte, musste auch die Rabatte, Subventionen und Steuern akzeptieren. Kritiker sprechen von offenem legislativem Erpressungsversuch; Befürworter argumentieren, dass dieses Instrument für Notfälle existiert und das Gesetz später aufgeteilt werden kann. Beides ist zugleich wahr, und genau darin liegt das Dilemma.
Es kursierte auch die These, die Opposition habe erst reagiert, nachdem eine katalanische Partei ihr Nein ankündigte. Eine unbequeme Lesart für die Regierung: Es wird behauptet, die Exekutive sei zurückgerudert und habe zugestimmt, die Maßnahmen getrennt zu behandeln. Dies wird als Eingeständnis gewertet, dass das Problem im Verpackungsmaterial lag, nicht im Inhalt. Sollte sich dies bestätigen, wäre der „Trágala“ (das Durchpeitschen eines Pakets) gegen seine Urheber gewendet worden.
Die Omnibus-Technik unter Verdacht
Über den konkreten Fall hinaus richtet sich die Kritik an eine Methode: Den Weg der Dringlichkeit zu nutzen, um dutzende unverwandte Normen in einem Text unterzubringen. Diese Vorwurf macht keinen Unterschied zwischen den Regierungen. Manche erinnern daran, dass autonome Gemeinschaften unterschiedlicher politischer Couleur Ähnliches getan haben. Andere sehen den Missbrauch als normalisiert an, da niemand das Paket Maßnahme für Maßnahme ablehnen kann, ohne die politischen Kosten für die Ablehnung populärer Inhalte zu tragen. Mit den Rentenbezügen im Spiel sind diese Kosten maximal.
Wie schwer wiegt die Wählergruppe der Rentner in Spanien?
Die in Analysen genannten Zahlen sind grob, aber aussagekräftig. Bei den letzten Parlamentswahlen erhielt die PP 8 Millionen Stimmen und die PSOE 7,7 Millionen, bei insgesamt rund 25 Millionen Wählern. Ein erheblicher Teil dieser 15 Millionen Stimmen stammt von Ruheständlern, Frühverrenteten und Beamten, die ihren Ruhestand vor Augen haben. Nach gängigen Berechnungen konzentrieren sich etwa 70 % der Rentner-Stimmen auf die beiden großen Parteien. Kurz gesagt: Wer diesen Block gewinnt, gewinnt die Wahl.
Auf der anderen Seite der Waage steht die Nachhaltigkeit. Es wird darauf hingewiesen, dass zwei Drittel der öffentlichen Ausgaben für Renten aufgewendet werden, mit einer Schuldenwirkung, die auf Dauer nicht tragbar ist. Verteidiger des Systems halten dagegen, dass der Vergleich mit produktiven Investitionen irreführend sei; Kritiker erwidern, dass die Abwürgung von Arbeitnehmern und Unternehmen durch Steuern Spar- und Investitionsverhalten austrockne. Keine der beiden Seiten hat bisher bewiesen, dass ihr Szenario eintritt.
Mit 12,5 Millionen Rentnern und einem System, das zwei Drittel der Staatsausgaben frisst, wird jeder zukünftige Anpassungsversuch denselben Knoten treffen: Entweder man stimmt getrennt ab, oder man versteckt weiterhin den Rest des Gesetzestextes hinter den Bezügen der Großeltern. Es ist vorhersehbar, dass die Regierung den Text neu aufsetzen und erneut versuchen wird. Ob er diesmal ohne Überraschungen daherkommt, steht auf einem anderen Blatt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Die PSOE feiert 2,3 Millionen Empfänger des Ingreso Mínimo Vital (IMV) als Erfolg. Die Daten zeigen jedoch wachsende Abhängigkeit und monatliche Schulden von 6,9 Milliarden Euro.
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Ein Polizist in Spanien verdient 2.000 € netto, besitzt aber einen Tesla und ein teures Fahrrad – ein Beispiel für den durch Schulden finanzierten Lebensstandard.
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