Umfragen seit der Ausrufung der Wahlen am 5. Oktober 2026 zeigen, dass die PP knapp zwei Punkte unter ihrem Stand vier Wochen vor den Juli-Wahlen 2023 liegt, die PSOE praktisch unverändert ist und Vox fünf Punkte zulegt. Selbst wenn die PSOE ihren Aufschwung von 2023 wiederholt und mit 31,9 % zur meistgewählten Partei wird, würden PP und Vox eine komfortable absolute Mehrheit von 186 Sitzen erringen.
Eine Möglichkeit, Umfragen zu betrachten, besteht nicht darin, nur den letzten Wert abzulesen, sondern ihn mit dem Datenstand von vor drei Jahren zum gleichen Zeitpunkt des Wahlkalenders zu vergleichen. Genau dies hat der Ökonom **Jesús Fernández-Villaverde** getan: Er sammelte die seit der Ausrufung am **29. Mai 2023** und am **5. Oktober 2026** veröffentlichten Umfragen, berechnete deren Durchschnitt und stellte sie gegenüber. Das Ergebnis ist keine Prognose des Wahlausgangs, sondern eine Momentaufnahme des Ausgangspunkts jeder Kampagne. Diese Aufnahme zeigt, dass sich das politische Feld verschoben hat.
## Der Ausgangspunkt: Eine Verschiebung von 3,5 Punkten nach rechts
Im Hinblick auf die Stimmenanteile liegt die **PP** heute knapp zwei Punkte unter ihrem Niveau vier Wochen vor den Wahlen vom 23. Juli. Die **PSOE** ist nahezu gleich geblieben. Die großen Veränderungen finden an den Rändern statt: **Vox** gewinnt fünf Punkte hinzu, während der Raum aus Sumar und Podemos etwa vier Punkte unter das damalige Niveau von Sumar fällt. Insgesamt ergibt sich eine Nettoverschiebung nach rechts von rund **3,5 Punkten**.
Diese Verlagerung ist weniger wegen ihrer Größe als wegen ihres Ortes relevant. Vox wächst im Segment, in dem die letzten Sitze in jedem Wahlkreis verteilt werden, die oft durch Margen von wenigen tausend Stimmen entschieden werden. Eine Partei, die in diesem Bereich fünf Punkte gewinnt, holt sich Sitze, die zuvor der Gegenseite zufielen, ohne spektakuläre Siege anderswo erzielen zu müssen.
Auch der Trend innerhalb des Wahlkampfs hat sich gebrochen. Sowohl 2023 als auch 2026 zeigten die Ausrufung und die ersten Vorwahlwochen einen Rückenwind für die Linke. Im Jahr 2026 bricht dieser Wind nach dem Zugunfall von **Urda** ab, dessen erste Umfrageeffekte am Montag bekannt wurden. Auch wenn sich der Trend erholt, hat die PSOE bereits mindestens eine Woche Vorwahlkampfzeit verloren, die ihr 2023 sehr nützlich war.
## Das konditionale Szenario: Was passiert, wenn die Linke wie 2023 aufholt?
Die folgende Berechnung ist explizit hypothetisch. Sie überträgt den 2023 zwischen den Umfragen vier Wochen vorher und dem Endergebnis beobachteten Wandel auf die aktuellen Umfragen. Würde die Linke genau diesen Aufschwung wiederholen, wäre die **PSOE** mit **31,9 %** der Stimmen die meistgewählte Partei, die PP würde mit **31,4 %** Zweite, Vox käme auf **17,6 %** und Sumar plus Podemos auf **8,6 %**.
Bei den Sitzen ist die Konsequenz die am wenigsten erwartete in einem Szenario, in dem die Linke gewinnt: **PP und Vox würden zusammen 186 Abgeordnete stellen**, eine komfortable absolute Mehrheit, verglichen mit den 171 Sitzen, die ihnen in der aktuellen Lage zugeschrieben werden. Die Berechnung schließt UPN in die PP ein, da beide nun in einer Koalition antreten. Der Hintergrund ist, dass beide Parteien 2023 knapp an der absoluten Mehrheit scheiterten und mehrere Sitze nur durch sehr wenige Stimmen verloren gingen; nun fängt ein stärkeres Vox viele dieser letzten Sitze ab, die damals an die Linke fielen.
Ein zusätzlicher Faktor belastet das pogre-linke Lager: die Spaltung zwischen Sumar, Podemos und Adelante Andalucía. Diese Fragmentierung kostet mindestens **vier Sitze** aufgrund der Regeln für Restmandate und Sperrklauseln. Dies ist kein Detail, wenn es bei der absoluten Mehrheit auf einige wenige Mandate ankommt.
## Selbst der 'Schwarze Schwan' von 2004 ändert nichts an der Mehrheit
Die PSOE hat die demoskopische Situation in den letzten Jahrzehnten viermal gedreht: **1993, 1996, 2004 und 2023**. Es lohnt sich, das Ausmaß dieser Aufholjagden zu betrachten. 1993 betrug es **3,8 Punkte**; 1996 **5,7**; 2023 **5,4**. Die größte kam 2004 mit **6,1 Punkten** nach den Anschlägen vom 11. März.
Selbst die Anwendung dieses extremen Szenarios bricht das Ergebnis nicht. Sogar mit einem Aufschwung von 6,1 Punkten würden PP und Vox die absolute Mehrheit mit **185 Abgeordneten** halten. Die Erklärung ist arithmetischer Natur: Nur sehr wenige Sitze sind wirklich umstritten, und ob die PSOE ein Zehntel Prozentpunkt besser oder schlechter abschneidet, verändert die Verteilung dieser letzten Abgeordneten nicht. Die Schlussfolgerung lautet, dass der Wahlkampf der PSOE, so wie er vor dem Unfall geplant war, nicht darauf abzielte, eine Regierung zu bilden, sondern vor der PP die meistgewählte Liste zu sein. Diese Unterscheidung hat für einen Teil der Wählerschaft symbolischen Wert, führt aber nicht zu mehr Sitzen.
Bleibt die Frage, die bisher keine Umfrage beantwortet: Ob Vox die Protestwähler einfangen wird oder ob die PP bei enttäuschten Mitte- und Mitte-links-Wählern punktet; und ob es der PSOE schwerfallen wird, taktische Wählerstimmen der Linken anzuziehen. Neue Umfragen mit Wählern, die weiter vom Unfall entfernt sind, werden nötig sein, um dies zu klären. Was die Berechnung deutlich macht, ist, dass die PSOE 2023 einen außergewöhnlichen Aufschwung erreichte und heute einen noch größeren benötigen würde. Keine verfügbaren Daten lassen darauf schließen, dass sie dies schafft. Nehmen Sie diese Projektionen als das, was sie sind: ein konditionales Experiment, keine Prognose.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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