Die PP könnte auf 145 Sitze steigen, wenn die Amnestie Neuwahlen erzwingt, so ein Forumsnutzer
Was kostet eine Amnestie an Stimmen? Diese Frage kursiert in den politischen Debatten, seit die PSOE die Tür für Verhandlungen mit den katalanischen Unabhängigkeitsbefürwortern geöffnet hat. Laut einer im Umlauf befindlichen Berechnung würde die PP auf **145 Sitze** ansteigen, falls die Regierungsbildung scheitert und Spanien erneut an die Urnen gerufen wird. Eine Zahl, die Neuwahlen zum gefürchtetsten Szenario für La Moncloa (den Sitz des spanischen Präsidenten) und gleichzeitig zum erstrebenswertesten für Génova (den Hauptsitz der PP) macht.
Das Problem, so argumentieren jene, die die Umfragen genau analysieren, ist, dass sich das Wahlvolk nicht wie in einem Labor verhält. Die Amnestie war vor einigen Monaten noch nicht Teil des Plans. Nun stellt sich heraus, dass die Hälfte Spaniens sagt, sie habe es nicht kommen sehen, die andere Hälfte behauptet, es sei offensichtlich gewesen, und die Umfragen deuten darauf hin, dass die Strafe denjenigen treffen würde, der sie vorantreibt.
Was sagen die Umfragen über die Amnestie und die PP?
Die kursierenden Zahlen deuten auf einen Wählerstrom von Vox zur PP hin. Der Abfluss wäre nicht massiv, aber ausreichend, um die Marke von **145 Sitzen** zu erreichen. Die These der meistzitierten Analysten ist einfach: Ein Teil der Wählerschaft, die 2019 zu Vox gewechselt ist, kehrt zurück, wenn die PP ihre Haltung zu territorialen Fragen verschärft.
Manche vertreten die Ansicht, dass die PP nicht verhindern will, dass die PSOE regiert, sondern nur klarstellen möchte, dass die Schuld nicht bei ihr liegt. Diese Lesart, die in verschiedenen Analyseforen wiederholt wird, deutet auf eine Abnutzungsstrategie hin: Die PSOE soll sich mit der Amnistie verbrennen, und die PP erntet die Früchte bei der nächsten Wahl.
Die optimistischste Rechnung für Génova geht davon aus, dass Neuwahlen zu einer Volksabstimmung über die Amnistie werden. Das pessimistische Szenario basiert auf der Annahme, dass die Wählerschaft alle Parteien gleich bestraft und die Wahlenthaltung stark zunimmt. In der Mitte steht eine Gewissheit: **Sánchez wird alles tun, um Neuwahlen zu vermeiden**, denn die Umfragen sind ihm nicht wohlgesonnen.
Der wahlenthaltende Wähler und der wütende Wähler
Die Wahlenthaltung ist das offensichtliche, aber unbesprochene Thema. Ein Teil der Wählerschaft vertritt die Meinung, dass Wählen nichts ändert und Enthaltung auch nicht. Ein anderer Teil entgegnet, dass genau dieses Denken dazu geführt hat, wer gerade regiert. Die gegenseitigen Vorwürfe sind konstant: Einige beschuldigen die Nichtwähler, passive Komplizen zu sein, andere antworten, dass das System niemanden repräsentiert.
Bemerkenswert ist, dass beide Lager in der Diagnose übereinstimmen: Die politische Lage ist ein Desaster. Uneinig sind sie sich über die Lösung. Einige fordern massive Mobilisierung, um die Regierung abzuwählen. Andere rufen zu zivilem Ungehorsam, ungültiger Stimmabgabe oder direkter Ignoranz gegenüber den Urnen auf. Die Debatte driftet manchmal in verschwörungstheoretische Gebiete – parallele Zählungen, angebliche Unregelmäßigkeiten –, die durch keine Beweise gestützt werden.
Die verwirrende Tatsache: **In Spanien haben etwa 24 Millionen Menschen gewählt**, bei einer registrierten Wählerschaft von rund 35 Millionen. Jede Interpretation über gesellschaftliche absolute Mehrheiten prallt an dieser Realität ab.
Feijóos PP und die Abnutzung der Marke
Die PP geht nicht unbeschadet aus der Analyse hervor. Manche behaupten, dass ein Anstieg auf nur 145 Sitze zeigt, wie schlecht es der Partei geht und wie schädlich die linken Wähler sind. Dieser Satz, in verschiedenen Formulierungen wiederholt, fasst den Ärger eines Teils der konservativen Wählerschaft zusammen: Sie verstehen nicht, warum die PP trotz der aktuellen Krise nicht haushoch gewinnt.
Die häufigste Antwort lautet, dass die PP und Vox von einem Teil der Wählerschaft als dasselbe wahrgenommen werden. Und dass Feijóo keine Begeisterung weckt. Die Marke PP trägt die Last ihrer Regierungsjahre und ihrer internen Kriege.
Das Szenario, das einige Analysten skizzieren, ist, dass die PP nicht verhindern will, dass die PSOE regiert, sondern nur sicherstellen möchte, dass es nicht ihre Schuld ist. Diese Strategie hätte, falls sie bestätigt wird, einen Preis: Das Gefühl, dass niemand versucht zu gewinnen, sondern nur nicht zu verlieren.
Die Amnestie, die niemand kommen sah
Die Schlagzeile, die die Stimmung eines Teils der Wählerschaft zusammenfasst, ist vernichtend: „Niemand wusste von der Amnestie“. Der ironisch wiederholte Satz deutet auf das Gefühl hin, dass die PSOE ihre Absichten bis nach dem 23-J (den vorgezogenen Parlamentswahlen vom 23. Juli) verheimlicht hat. Die Umfragen zeigen jedoch noch keinen massiven Wählerstrom aufgrund dieses Ärgers. Noch nicht.
Die sozialistische Wählerschaft scheint laut Umfragen bereit, die Amnestie zu akzeptieren, wenn dies eine PP-Regierung mit Vox verhindert. Das ist der Schlüssel, der erklärt, warum die PSOE trotz der Belastung in den Umfragen nicht abstürzt. Die Amnestie mobilisiert die Rechte, demobilisiert aber nicht die Linke.
Das Ergebnis ist ein technisches Unentschieden, das je nach Wahlbeteiligung und den Sitzen der kleinen Parteien aufgelöst würde. Und hier hat die PP ein Problem: Vox streitet ihr die nützliche Stimme der Rechten ab.
Was passiert bei Neuwahlen?
Das Szenario von Neuwahlen ist nicht ausgeschlossen. Wenn die Regierungsbildung scheitert, würde Spanien erneut wählen, und die Umfragen deuten auf eine steigende PP hin. Aber die Umfragen deuteten auch vor dem 23-J auf eine steigende PP hin, und das Ergebnis war dann anders.
Die Schlussfolgerung der skeptischsten Analysten ist, dass der spanische Wähler sich von der momentanen Stimmung, Stammesdenken und familiären Diskussionen leiten lässt. Die Amnestie ist das Thema der Saison. In wenigen Monaten kann es ein anderes sein. Und die Umfragen werden weiterhin Trends anzeigen, die das Wahlergebnis später widerlegt.
Mit diesen Voraussetzungen sollten Neuwahlen eine Volksabstimmung über die Amnistie sein. Momentan bleibt es jedoch eine Laborhypothese. Niemand weiß wirklich, wie viele Stimmen eine Amnestie kostet. Nicht einmal jene, die sie verhandeln.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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