PP bringt Spaniens Amnestie nach Brüssel; Anklage gegen Puigdemont

Die spanische PP fordert EU-Maßnahmen gegen das Amnestiegesetz, während die Justiz katalanische Führer wegen Terrorismus anklagt und Proteste zunehmen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PP bringt Spaniens Amnestie nach Brüssel; Anklage gegen Puigdemont
Totale Offensive gegen die Amnestie in Spanien: Brüssel, Terrorismus und Straßenproteste

Das Amnestiegesetz, das die spanische Regierung für die Investitur von Pedro Sánchez benötigt, ist zur umfassendsten Kampffront der jüngeren Geschichte geworden. Die Volkspartei (PP) hat formell eine Intervention der Europäischen Union gegen die Maßnahme beantragt, der Allgemeine Rat der Justiz (CGPJ) hat eine beispiellose institutionelle Erklärung verabschiedet und das Nationale Gericht hat Carles Puigdemont und Marta Rovira wegen Terrorismus angeklagt. Parallel dazu ziehen Bürgerdemonstrationen durch Spanien mit Slogans gegen die PSOE. Es ist nicht nur eine Front: Es sind vier, die sich gleichzeitig entwickeln.

Was geschah und wer den Zug machte

Die PP hat ihren Antrag an Brüssel formalisiert, damit die EU Stellung zum Amnestiegesetz nimmt. Der Zug zielt darauf ab, den Konflikt vom spanischen Parlamentsboden in den europäischen Rahmen zu verlagern, wo Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung Kriterien sind, die die Europäische Kommission regelmäßig anwendet — obwohl, wie mehrere Analysen erinnern, fast immer gegen Ungarn und Polen. Der CGPJ seinerseits hat eine institutionelle Erklärung verabschiedet, die als beispiellos bezeichnet wird, ein Manöver, das das Richtergremium in direkte Kollision mit der Exekutive bringt.

Die Terrorismusanzeige, die das Brett neu ordnet

Das Nationale Gericht hat Puigdemont und Rovira wegen Terrorismus angeklagt. Dies ist die wichtigste gerichtliche Neuerung des Zeitraums und ordnet die Erzählung neu: Wenn die Amnestie als Maßnahme politischer Normalisierung verkauft wird, führt die Anklage ein Verbrechen ein, das das Gesetz selbst abdecken müsste. Einige behaupten, dies stärke die Position der Richter gegenüber dem Gesetzgeber; dagegen spricht das Argument, dass Amnestie per Definition löscht, was die Justiz verfolgt. Die Spannung zwischen diesen beiden Logiken löst sich nicht von selbst.

Die Straßen und der Verschleiß der offiziellen Erzählung

Die Bürgerdemonstrationen gegen die Amnestie haben sich in ganz Spanien ausgebreitet, mit Slogans gegen die PSOE. Das Phänomen ist nicht neu, aber seine Beharrlichkeit schon. Ein Teil der Analyse besagt, dass die sozialistischen Wähler der Maßnahme nicht mehrheitlich ablehnend gegenüberstehen; ein anderer Teil antwortet, dass genau dies den Widerstand des Apparats zeigt, die Kosten für die Wahlen anzuerkennen. Die kursierende Berechnung — die mit Vorsicht zu genießen ist — deutet darauf hin, dass ein relevanter Teil der PSOE-Wähler die Amnestie ablehnt, obwohl sie ihre Stimme behalten.

Der Geist von ’34 und Gedächtnis als Waffe

Ein Großteil der Debatte ist in historische Vergleiche abgedriftet. Es wird daran erinnert, dass die PSOE 1936 denen amnestierte, die an der asturischen Erhebung von 1934 beteiligt waren, ein Parallelismus, der genutzt wird, um zu behaupten, die aktuelle Amnestie wiederhole Muster. Der Vergleich ist umstritten und diskutierbar: Manche halten ihn für Propaganda, andere für eine Warnung. Tatsache ist jedoch, dass das historische Gedächtnis ins Zentrum der politischen Konfrontation zurückgekehrt ist, wobei die zwei Spanien einander wieder betrachten, als wäre keine Zeit vergangen.

Europa, der Schiedsrichter, der nicht schlichtet

Der Antrag der PP bei Brüssel trifft auf weit verbreiteten Skeptizismus. Manche argumentieren, dass die Europäische Union die katalanischen Separatisten jahrelang geschützt und institutionell gedeckt hat, ohne Anzeichen einer Kursänderung jetzt. Die Europäische Kommission war selektiv bei der Anwendung von Artikel 7: Ja für Ungarn und Polen, Nein für Spanien. Diese Asymmetrie nährt die These, dass Brüssel als Instrument der Agenda 2030 handelt und nicht als Garant des Rechtsstaats. Die These ist diskutierbar, aber die Daten zur Selektivität sind schwer zu widerlegen.

Was kommt: Wahlen, Gefängnis oder nichts

Die Frage, die über allem schwebt, ist, was passiert, wenn die Amnestie nicht durchkommt. Manche sehen eine Wiederholungswahl als natürlichen Ausweg; andere behaupten, Sánchez werde sie nicht ansetzen, weil sein Kalkül darin besteht, die Legislaturperiode auszureizen. Die Terrorismusanzeige gegen Puigdemont fügt eine unberechenbare Variable hinzu: Wenn das Verfahren vorankommt, könnte der ehemalige Präsident in eine Situation geraten, die auch die Amnestie nicht löst. Die vorsichtige Prognose lautet, dass der Konflikt sich festsetzt, die Straßen weiter protestieren und Brüssel wegsehen wird. Nichts davon ist geschrieben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (122 Antworten).

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