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Postleitzahl entscheidet: Herkunft wiegt schwerer als Leistung
In benachteiligten Stadtvierteln prägen Umfeld und Bildungsweg das Leben. Ein Konflikt zwischen Umgebungsdruck und individueller Verantwortung.
Das Viertel als Schicksal: Die Postleitzahl wiegt schwerer als die eigene Anstrengung
Ein Mann um die 40 kehrt am Wochenende in sein altes Viertel zurück. Er sieht abblätternde Fassaden, abgesenkte Bürgersteige, kaputte Müllcontainer und Plätze, die vor Verwahrlosung strotzen. Das ist kein seltenes Bild: Jeder, der in der Peripherie einer spanischen Stadt aufgewachsen ist, erkennt es wieder. Daraus ergibt sich die unbequeme Frage: Wie viel eines Lebens bestimmt die Postleitzahl und wie viel der eigene Einsatz?
Wie stark prägt das Aufwachsviertel den Lebensweg?
Die These des Berichts ist hart und differenziert nicht: Der Ort der Geburt, die Familie, die Schule und die Freunde bestimmen 95 % dessen, was man später wird. Wer in einem degradierten Umfeld aufwächst, empfindet dies nicht als Nachteil, sondern als Normalität: Man glaubt, die ganze Welt funktioniere so. Hier liegt die Falle. Es fehlen nicht nur Chancen, man weiß oft gar nicht, dass sie existieren. Wer andere Welten kennt, kann sein Glück leicht bagatellisieren. Wer nicht, vergleicht seine Jugend mit der eines Mittelschicht-20-Jährigen und verliert den Mut.
Beamtenprüfung, Umzug oder Bleiben: Die realistischen Auswege
Nicht alle akzeptieren den Determinismus. Manche antworten, der einzige Weg, die Last zu brechen, sei, das Problem direkt anzupacken: eine Beamtenprüfung ablegen, ein Studium mit guten Jobaussichten wählen oder einen Beruf lernen, der nie ausstirbt. Die staatliche Prüfung (oposición) gilt als der sauberste soziale Aufsteiger, da er am wenigsten von Vetternwirtschaft abhängt. Dem steht entgegen: Es ist nicht dasselbe, mit 20 den Schritt zu wagen oder das Problem erst mit 35 zu erkennen, wenn die Hälfte des Weges bereits gegangen ist und der Körper nicht mehr mitspielt.
Die Zahl, die nicht vergessen wird: 27 von 40
Unter den Antworten gibt es eine, die den Atem stocken lässt. Ein Nachbar einer anderen Generation erzählt, dass von den 40 Mitschülern, mit denen er die 8. Klasse beendete, 27 durch Überdosen oder Einweisungen verloren gingen. Die Heroin-Krise verwüstete ganze Viertel, und die, die überlebten, indem sie die Finger davon ließen, sitzen heute noch im selben Lokal mit denselben Leuten und diskutieren die Welt beim Kartenspiel. Sie wiederzusehen bedeutet, einer Zukunft zu begegnen, die erlosch, bevor sie begann.
Der soziale Aufsteiger, der von Kontakten abhängt
Die Analyse verschiebt sich dann zum Arbeitsmarkt. Der soziale Aufstieg funktionierte nie richtig, besonders wenn der Zugang zu bestimmten Positionen über Netzwerke läuft: Wer nicht aus der Mittel- oder Oberschicht stammt, hat faktisch Zugangssperren zu gewissen Berufen. Auch die Konzentration der Wirtschaft auf wenige Städte hilft nicht: Weit weg geboren zu sein, ist bereits ein Handicap. Die Alternative reduziert sich darauf, den Beruf des Vaters zu erben oder in eine Gilde einzutreten, die wie eine kleine Mafia funktioniert.
Wenn Unzufriedenheit einen Schuldigen außerhalb sucht
Ein Teil der Unzufriedenheit richtet sich gegen Migranten, eine Diagnose, die sich in Gesprächen und an Theken wiederholt, ohne dass Daten sie stützen, und die den Nachbarn statt der Struktur beschuldigt. Andere zeigen in die Gegenrichtung und sprechen von einer Gesellschaft, die Exzellenz verachtet und jene bestraft, die herausragen. Zwischen beiden Lesarten bleibt die unbequemste: die desjenigen, der resigniert hat und schließt, dass man nur noch warten kann, bis das Licht ausgeht.
Am Ende steht Trostlosigkeit, aber auch die Zusammenfassung des Ganzen: Die verlorenen Jahre der Jugend, die toten Stunden in denselben Bars mit denselben Menschen. Niemand hat bisher bewiesen, wie viel Schicksal und wie viel eigene Entscheidung dahintersteckt. Und wer behauptet, es zu wissen, ist wahrscheinlich nicht in diesem Viertel aufgewachsen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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