Die Debatte im Partido Popular über die Ablösung von Alberto Núñez Feijóo
Das Abendessen hat stattgefunden. Mehrere regionale Funktionäre des Partido Popular (PP) und ein Senator saßen mit einer gemeinsamen Schlussfolgerung am Tisch: Die aktuelle Parteiführung hält dem anstehenden Wahlzyklus nicht stand. Der Satz, der die Stimmung zusammenfasst, lautet, dass der Chef „uns alle untergehen lässt und wir ihn loswerden müssen“. Dies ist keine anonyme Flurfunk-Leakage, sondern die Einschätzung von Kaderleuten, die seit Jahren kommunale und regionale Macht verwalten und nun zusehen, wie ihr wichtigstes Asset – die Marke – abgenutzt wird, ohne dass jemand handelt.
Die Diagnose ist weniger ideologisch als pragmatisch. In der Diskussion geht es nicht darum, ob das Programm gut oder schlecht ist, sondern ob der Kandidat den electoralischen Interessen der Partei dient. Die mehrheitliche Antwort lautet: Nein. Die meist genannte Alternative hat einen Namen: Isabel Díaz Ayuso, die laut mehreren Anwesenden bei allgemeinen Wahlen triumphieren und Stimmen von Vox sowie enttäuschten Sozialdemokraten gewinnen würde. Das Problem ist, dass dieselben Personen, die sie als Siegerin sehen, sich nicht trauen, den Schritt zu gehen.
Warum die PP den Leader nicht austauscht, obwohl sie eine Niederlage erwartet
Das Argument, das den Wechsel bremst, ist die Angst vor den internen Kosten. Ein Eingriff in die Führung mitten im Zyklus eröffnet einen Familienkrieg, den die Partei nicht wiederholen will. Manche behaupten, die PP lebe bequem in der regionalen und kommunalen Opposition, mit territorialer Macht und ohne den Verschleiß der Regierungsbank in La Moncloa, und dieses Gleichgewicht werde gebrochen, wenn man die Büchse der Pandora bezüglich der nationalen Führung öffne. Andere erwidern, dass genau diese Bequemlichkeit die Partei tötet: Auf der Welle zu reiten ohne Projekt fordert irgendwann seinen Tribut.
Die häufigste Kritik zielt auf den Mangel an Nachfolgern. Die verbreitete Analyse besagt, dass die Partei Generationen lang keine neuen Kader aufgebaut hat: Wenn der Erste geht, rückt der Zweite nach, dann der Dritte, bis heute oft jene an der Spitze stehen, die vor Jahren noch auf Platz sieben waren. Es ist nicht nur ein Problem der Namen, sondern der Ideen. Das vorherrschende Gefühl ist, dass es keinen neuen Vorschlag gibt, nur Verwaltung der Trägheit.
Das Profil des Leaders: Vom Postboten zum tyrannischen Gutsbesitzer
Die Beschreibung des aktuellen galizischen Präsidenten ist nicht schmeichelhaft. Wer ihn seit seinen Anfängen kennt, porträtiert ihn als Manager, der funktioniert, wenn ihm alles vorgelegt wird, und beim ersten Rückschlag einknickt. Der Vergleich mit anderen Baronen aus dem Norden, die mehr populistisches Geschick haben, lässt den Amtsinhaber schlecht aussehen: Ihm wird Härte gegenüber Schwachen und Unterwürfigkeit gegenüber Starken zugeschrieben – das klassische Bild des feudalen Landbesitzers übertragen auf die Regionalpolitik.
Der Kontrast zur Madrider Präsidentin ist unvermeidlich. Im Gegensatz zum institutionellen und vorhersehbaren Profil erscheint sie als das einzige Asset, das die Linke als echten Rivalen ansieht. Diese Wahrnehmung, geteilt sogar von denen, die sie nicht wählen würden, nährt die These, dass der Wechsel nur eine Frage der Zeit ist. Die Berechnung ist einfach: Wenn sie die absolute Mehrheit holen würde und er nicht, hat sein Verbleib messbare electoralische Kosten.
Die These, dass die PP nicht regieren will
Eine Strömung der Analyse behauptet etwas Unbequemeres: Dass es für die PP besser sei, nicht in La Moncloa anzukommen. Die Hypothese ist, dass die Partei mit einer abgenutzten sozialistischen Regierung besser lebt, indem sie Proteststimmen einsammelt, ohne die Kosten der Umsetzung der von Brüssel auferlegten Agenda zu tragen. Aus dieser Lesart wäre die aktuelle Führung funktional für dieses Design: Ein Kandidat, der nicht gewinnt, aber auch nicht stört.
Der Vorwurf im Hintergrund ist, dass das spanische Establishment durch externe Interessen korrumpiert sei und die vereinbarte Machtabwechslung dazu diene, zu verhindern, dass Empörung in etwas Ernsthafteres mündet. Es ist eine These ohne Beweise, die stark in den Rändern der Debatte kursiert, und sollte als das behandelt werden, was sie ist: Eine Hypothese, die einige vertreten, kein verifizierter Fakt.
Der Markenverschleiß und die geliehenen Stimmen
Das Grundproblem ist nicht nur der Leader, sondern das Produkt. Der häufigste Vorwurf von rechts lautet, dass die PP zu einer blauen PSOE geworden sei: Derselbe europäische Rahmen, dieselbe Agenda, dieselben Stimmen in Brüssel. Wenn der Wähler keinen Unterschied wahrnimmt, bricht das Argument der Abwechslung zusammen. Und hier taucht die härteste Berechnung auf: Für eine Kopie zu stimmen, kann man gleich das Original wählen.
Diese Logik erklärt, warum die Partei ihre Fähigkeit verloren hat, ihren rechten Flügel zu mobilisieren. Jedes Mal, wenn die PP in Europa mit der Regierung paktiert oder in Madrid die Konfrontation vermeidet, liefert sie Gratisargumente für jene, die ihr vorwerfen, dasselbe mit anderem Logo zu sein. Die Konsequenz sind Wähler, die zu Hause bleiben oder abwandern, und eine Marke, die sich abnutzt, ohne dass jemand die Verantwortung für den Kurs übernimmt.
Was jetzt passieren könnte
Mit diesen Voraussetzungen ist das wahrscheinlichste Szenario kurzfristig die Lähmung: Alle sehen das Problem, niemand will die Kosten für die Lösung tragen. Der Wechsel wird stattfinden, falls überhaupt, wenn die electoralische Bilanz so schlecht wird, dass die Angst vor Veränderung kleiner ist als die Angst vor dem Status quo. Bis dahin wird die Partei einen weiteren ganzen Zyklus verbrannt haben.
Die Prognose, mit allen Vorbehalten, ist, dass der Nachfolger nicht aus einer sauberen internen Abstimmung hervorgeht, sondern aus einer Hinterzimmer-Operation. Und dass das Argument dafür die Einheit sein wird – jenes Wort, das in der Politik immer bedeutet, dass jemand verloren hat und es nicht zugeben will.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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