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Portugal verlängert Steuerregime für Reiche um ein Jahr
Portugal verlängert das Non-Habitual Resident Regime nach dem Urteil des Verfassungsgerichts zur Vermögenssteuer am 7. November.
Urteil zur Vermögenssteuer treibt Abwanderung nach Portugal
Am 7. November bestätigte das spanische Verfassungsgericht die Steuer auf große Vermögen. Noch im selben Herbst, nachdem Portugal Anfang Oktober die Abschaffung seines Steuerregimes für Nicht-Residenten (Non-Habitual Resident) angekündigt hatte – das portugiesische Äquivalent der sogenannten „Beckham-Gesetz“ –, ruderte das Land zurück: Die portugiesische Sozialistische Partei reichte einen Änderungsantrag zum Haushalt 2024 ein, um die Anwendung des Regimes um ein weiteres Jahr zu verlängern.
Die Abfolge hat ihre Ironie. Ein Land schließt die Tür wegen der Wohnungskrise; der Nachbar öffnet sie genau dann wieder, wenn das erste Land sie schließt. In der Zwischenzeit häufen sich Anrufe von vermögenden Steuerpflichtigen bei Kanzleien, die eine beschleunigte Änderung des steuerlichen Wohnsitzes anstreben. Der Auslöser ist kein neues Gesetz, sondern ein Gerichtsurteil.
Was ändert sich in Portugal nach dem Urteil des Verfassungsgerichts?
Wie im Thread diskutiert wird, wird das portugiesische Regime nicht vollständig abgeschafft, sondern neu geordnet. Die Verlängerung würde Wege offen lassen für Personen, die sich unter den Kategorien wissenschaftliche Forschung, Investitionen und Unternehmensentwicklung niederlassen. Technologieunternehmen – mit Google und anderen Großkonzernen, die bereits Personal dorthin verlagern – würden ihren Zugang behalten, ebenso wie qualifizierte Fachkräfte und Investoren.
Selbst ohne das Sonderregime behaupten einige, dass die portugiesische Besteuerung immer noch milder sei als die spanische. In Portugal gibt es keine Vermögenssteuer, eine Abgabe, die laut dieser These Spanien praktisch als einziges Land weltweit beibehält. Für große Vermögen ist der Unterschied nicht nur eine Nuance: Er ist die Linie, die entscheidet, ob man hier bleibt oder die Koffer packt.
Wie die Vermögenssteuer je nach Art des Reichtums gezahlt wird
Die umstrittene Steuer wird im Thread als 3 % auf das Gesamtvermögen beschrieben. Als Beispiel dient der Besitzer einer Fabrik, die mit 500 Millionen Euro bewertet wird und 3.000 Mitarbeiter beschäftigt. Unabhängig davon, ob das Geschäft gut oder schlecht läuft, muss er jährlich einen Betrag auf diesen Wert zahlen. Das Problem, so das Argument, ist, dass Vermögen kein Geld auf dem Konto ist: Es sind Autos, Grundstücke, Industrie. Und deren Bewertung kann unverhältnismäßig sein.
Dem gegenüber steht der Weg über Holdinggesellschaften. Laut dieser Erklärung kann hohes Vermögen durch Strukturen kanalisiert werden, die nicht der Vermögenssteuer unterliegen, mit einem zusätzlichen Vorteil: Gewinne werden mit 25 % besteuert und ausgeschüttete Dividenden sind von der Einkommensteuer befreit. Nach dieser Berechnung könnte jemand mit viel Vermögen am Ende einen geringeren Prozentsatz zahlen als ein durchschnittlich bis hoch verdienender Angestellter.
Dies ist jedoch kein offenes Tor für alle. Gründung und Unterhalt solcher Gesellschaften verursachen Kosten und lohnen sich, nach derselben Logik, nur bei sehr hohen Vermögenswerten. Wer ein hohes Gehalt, Boni oder mittleres Vermögen hat, erhält keinen solchen Shortcut. Die feinen Details, wie diese Strukturen aufgebaut sind – einschließlich steuerlicher Beratung und der Einzelheiten zur Dividendenbesteuerung – machen die Angelegenheit technisch komplex.
Wer gilt laut Finanzamt als reich?
Die unbequemere Zahl ist nicht der Steuersatz, sondern der Schwellenwert. Laut einem Teilnehmer gehört für das Finanzamt jeder, der mehr als 30.000 Euro brutto pro Jahr verdient, bereits zur oberen Mittelschicht und ist somit ein Kandidat für höhere Belastungen.
Manche gehen weiter: Die Schwelle für das, was als reich gilt, ist kaum gestiegen, sodass sogar wer 20.000 Euro jährlich verdient, darunter fallen kann. In der Praxis sind das etwas mehr als tausend Euro im Monat. Mit Kindern und einer Hypothek ist eine Familie mit diesem Einkommen in weiten Teilen Spaniens faktisch arm. Die Definition nach unten auszuweiten bringt nicht mehr Einnahmen: Es verwischt nur, wer die Rechnung zahlt.
Warum Portugal nicht allein spielt: Estland und Irland als Referenz
Der Fall Portugal wird im Kontext des Steuerwettbewerbs innerhalb der EU gelesen. Ein Teilnehmer weist darauf hin, dass Estland einen Höchststeuersatz von 20 % mit bemerkenswerter Vereinfachung anwendet und sich zu einem der erfolgreichsten Zentren für die Gründung von Technologieunternehmen in Europa entwickelt hat. Ein anderer argumentiert, dass Irland aufgrund seiner Lage zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich, seiner Sprache und seiner Diaspora wie ein Magnet wirkt.
Hinzu kommt eine unbequeme Rechnung für die offizielle These: Laut einem der Diskutanten ist die Aufnahmekapazität der Steuern auf hohe Vermögen im Verhältnis zur Gesamteinnahme minimal. Und wenn das Geld abfließt, verschwindet auch die Basis, die besteuert werden sollte.
Die zwei Lager: Kapital vertreiben oder umverteilen
Hier spaltet sich die Analyse in zwei Erzählungen, die kaum Berührungspunkte haben. Die eine Seite behauptet, die Besteuerung von Vermögen sei konfiskatorisch und habe den gegenteiligen Effekt: Sie vertreibe Unternehmer und Produktivität, hinterlasse eine verarmte Wirtschaft und belaste die Mittel- und Unterschichten, die keine Möglichkeit haben zu gehen. Die andere Seite betont, das Ziel sei nicht, Reiche anzuziehen, sondern das Leben der Ärmeren zu verbessern.
Dazwischen bleibt, wie im Thread wiederholt wird, die Idee, dass Geld feige ist. Katalonien habe dies, so das Argument, beim Exodus von Unternehmen nach politischer Unsicherheit erfahren; Spanien könnte dieses Skript aus einem anderen Grund wiederholen. Unternehmen ziehen nicht wegen Ideologie um, sondern wegen Rechtssicherheit.
Gehen sie wirklich weg? Wer tatsächlich in einem anderen Land steuerpflichtig ist, ist kein Flüchtling, sondern zieht einfach um. Und wer bleibt, tut er das, weil es ihm passt, oder weil er keine andere Wahl hat?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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