Porsche im Brand von Alcorcón war ein Hybrid, kein Taycan

Aufnahmen eines Auspuffs zeigen, dass der beim Brand in Alcorcón beteiligte Porsche ein Plug-in-Hybrid und kein rein elektrischer Taycan war.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Porsche im Brand von Alcorcón war ein Hybrid, kein Taycan
Der Porsche beim Brand in Alcorcón war kein elektrischer Taycan

Ein Porsche fing in Alcorcón, Spanien, nach einem Unfall Feuer. Stundenlang war die vorherrschende Erzählung, dass es sich um einen Taycan handelte, das rein elektrische Sportmodell der Marke. Diese Version verbreitete sich wie ein Dogma: Medien, soziale Netzwerke und Talkshows gingen davon aus, dass der Unfall der n+1 Beweis dafür sei, dass batteriebetriebene Autos fahrende Bomben sind. Dann kamen die Aufnahmen. Auf ihnen ist ein Auspuff zu sehen. Ein Taycan hat keinen Auspuff. Das Unfallfahrzeug war, nach den sich konsolidierenden Informationen, ein Porsche Plug-in-Hybrid, höchstwahrscheinlich ein Panamera.

Dieses Detail ist nicht unerheblich. Es verändert die technische Erklärung des Brandes grundlegend und entkräftet die Sarracena, die viele bereits vor der Bestätigung eines einzigen Datums aus dem Unfall gezogen hatten.

Was über das Unfallfahrzeug in Alcorcón bekannt ist

Der Ablauf ist bekannt. Ein Porsche erleidet einen Frontalaufprall und gerät in Brand. Innerhalb weniger Stunden kursiert die Vermutung, es sei ein Taycan gewesen – das 100 % elektrische Modell. Laut den Medien, die den Vorfall berichteten, hat die Marke drei Modelle im Angebot: den Taycan (BEV), den Cayenne und den Panamera, wobei letzterer letzterer in Plug-in-Hybrid-Versionen existiert.

Spätere Aufnahmen zeigen einen Auspuff am Heck des Fahrzeugs. Dieser einzige Fakt schließt den Taycan aus. Die Bestätigung, dass es sich um einen Plug-in-Hybrid handelte, folgte später durch Presseberichte, die die Diskussion über den Antrieb abschlossen.

Die Nuance ist wichtig, denn ein PHEV (Plug-in-Hybrid) kombiniert einen Verbrennungsmotor mit einer Batterie. Es ist kein reines Elektroauto. Und vor allem stützt es nicht die verbreitete Schlussfolgerung: dass ein Batterieauto gebrannt hat, weil es ein Batterieauto ist.

Warum der Auspuff die Erzählung verändert

Die am stärksten verbreitete These besagt, dass der Brand im thermischen Teil des Fahrzeugs entstand, nicht in den Batterien. Befürworter dieser Sichtweise argumentieren, dass moderne Verbrenner im Frontbereich Flüssigkeiten – Kraftstoff, Öl, Kühlmittel – ansammeln, die nach einem schweren Aufprall in Sekundenschnelle entzünden können. Die Batterie würde den Brand in diesem Szenario zwar verschlimmern, ihn aber nicht verursacht haben.

Gegen diese Lesart spricht ein Argument, das ebenfalls in der Debatte auftaucht: Die Hochvoltbatterie eines Hybrid-Panamera befindet sich im Kofferraum, und eine Zelle mit NCM-Chemie erlischt nicht einfach so. Einige behaupten, dass die anschließenden Deflagrationen und der Zustand des Fahrzeughecks darauf hindeuten, dass die Batterie tatsächlich beeinträchtigt wurde. Die Nachricht behauptet in jedem Fall nicht, dass die Batterie unversehrt geblieben sei.

Der eigentliche Streitpunkt ist nicht, ob die Batterie gebrannt hat oder nicht. Es ist die Frage, ob der Brand ohne Verbrennungsmotor genauso verlaufen wäre. Und darauf hat niemand eine eindeutige Antwort.

Der Taycan-Hype und der Glaube an die Erzählung

Die Diskussion verlagerte sich bald auf eine andere Frage: Warum wurde ohne Beweise davon ausgegangen, dass es ein Taycan war? Die Antwort ist unangenehm. Der Taycan passte zu einem bestehenden Narrativ. Ein brennendes Elektroauto ist eine bessere Nachricht als ein brennender Hybrid, und viel besser als ein brennender Verbrenner, denn Verbrenner brennen täglich und das interessiert niemanden.

Der zugrunde liegende Vorwurf lautet, dass einige Medien die BEV-Version veröffentlichten, weil sie sensationeller war, und dass sie die Korrektur nicht mit der gleichen Intensität vornahmen, als bekannt wurde, dass es ein Hybrid war. Es ist ein schwer zu beweisender, aber leicht zu erahnender Vorwurf. Einige erinnern auch daran, dass von Anfang an gesagt wurde, man wisse nicht, ob es ein Taycan oder ein Hybrid-Panamera sei, und dass Vorsicht geboten war, auch wenn dies nicht die dominierende Stimme war.

Der Vorfall hinterlässt eine unangenehme Lektion für alle: für diejenigen, die den Unfall vorab zum Argument gegen Elektroautos machten, und für diejenigen, die ihn nun herunterspielen, weil die Fakten ihnen nicht entgegenkommen.

Was die Daten über Brände bei Elektro- und Verbrennerautos sagen

Ein ehrlicher Vergleich ist aufgrund der Größenordnung schwierig. Weltweit gibt es etwa 2,7 Milliarden Verbrenner, so die Zahlen in der Debatte. Bei dieser Flotte sind Brände bei Verbrennern ein ständiger Strom, der keine Schlagzeilen macht. Elektroautos sind ein minimaler Bruchteil, und jeder ihrer Brände wird zum Fallbeispiel.

Das bedeutet nicht, dass Elektroautos nicht brennen. Es bedeutet, dass die rohe Wahrscheinlichkeit nicht ohne Berücksichtigung der gesamten Fahrzeugflotte verglichen werden kann, was fast niemand tut. Die Diskussion darüber, ob ein Elektroauto häufiger oder seltener brennt als ein Verbrenner, ist weiterhin offen, und die zitierten Daten sind oft unvollständig.

Dokumentiert ist jedoch, dass ein moderner Verbrenner auch ohne vorherige Kollision brennen kann. Es gibt Fälle von hochwertigen BMW-Dieseln, die ohne Aufprall innerhalb von Sekunden brannten, aufgrund eines Fehlers im EGR-Kühler (Abgasrückführung), der das Eindringen von Kühlmittel ermöglichte. Die Marke rief die Betroffenen zum Rückruf auf. Solche Fehler landen nicht mit der gleichen Begeisterung in den Schlagzeilen.



Die Sarracena, die man aus dem Brand in Alcorcón ziehen wollte – dass Elektroautos brennen und Verbrenner nicht –, stützt sich auf ein Auto, das kein reines Elektroauto war. Der Auspuff verrät es. Die Erzählung hingegen hatte ihre Arbeit bereits erledigt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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