Porsche AG und der Widerstand bei 48 Euro

Porsche AG notiert seit über einem Jahr seitwärts am Widerstand bei 48 Euro. China und ein KGV von 40 gegenüber 31 bei Ferrari sind die offenen Baustellen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Porsche AG und der Widerstand bei 48 Euro
Porsche: ein Jahr Seitwärtslauf gegen die Marke von 48 Euro

Porsche AG notiert seit mehr als zwölf Monaten innerhalb derselben Preisspanne, und der entscheidende Widerstand liegt bei rund 48 Euro je Aktie. Genau dieses Niveau trägt die bullische These, die derzeit zum Wert kursiert. Darüber, so das Argument, sei kaum noch Papier vorhanden: Wer höher eingekauft hat, hatte längst Zeit zu verkaufen. Ein Ausbruch und die Bestätigung darüber wäre in dieser Lesart „der Kick-off des Aufwärtzyklus“.

Die Projektion, mit der gerechnet wird, ist elementare Arithmetik: Entkommt der Kurs nach oben, könnte er aus Symmetriegründen seinen Wert in einem Jahr verdoppeln und bei 80 Euro je Aktie stehen. Das ist eine Projektion, keine Prognose. Als Präzedenzfall wird der Fall Bayer vor sechs Monaten angeführt, als sich die Aktie angeblich an derselben Startposition befand. Dazu kommt ein Gedanke, der in diesen Tagen oft wiederholt wird: In der Automobil- und Autoteilebranche herrscht „Blut an den Wänden“, und genau dort beginnt man, Geld zu verdienen.

Porsche AG und Porsche SE sind nicht dasselbe Wertpapier

Bevor man „Porsche“ kauft, sollte man wissen, was man kauft, denn es gibt zwei verschiedene Gesellschaften und eine weit verbreitete Verwechslung. Der Ticker P911 in Xetra gehört zur Porsche AG, dem Hersteller von Luxusfahrzeugen. Dort, und nicht bei der Holding, liegt die für das Geschäft relevante Verschuldung.

Wer Exposure an der Kontrollstruktur will, muss PAH3 betrachten: Porsche SE, die Gesellschaft, die Porsche AG kontrolliert und zugleich Volkswagen, und deren Geschäft darin besteht, die Dividenden der beiden anderen einzusammeln. Dieser Unterschied ist wichtig, weil sich das Ergebnis verdreifacht: Porsche SE geht es genau so gut, wie es den beiden Gesellschaften darunter geht.

China: das Loch, das das Bullenargument nicht stopft

Hier bricht der Konsens auseinander. Gegen die technische Lesart steht der Einwand aus dem Markt: Der wichtigste Absatzmarkt der Marke ist Jahr für Jahr eingebrochen, die chinesische Konkurrenz baut günstigere Autos mit größerer Akzeptanz beim eigenen Publikum, und Porsche besitzt nicht die Markenlizenz eines Ferrari. Das Fazit dieser Fraktion ist unmissverständlich: Es bleibt kein Verteidigungsgraben, die Burg wird gerade gestürmt.

Die Erwiderung bestreitet die Zahlen nicht, sie relativiert sie. Der Porsche-Käufer ist nicht der Käufer eines Volumenherstellers, und das Segment der vermögenden Kunden wächst. Konkret wird die Debatte beim Cayenne, dem Einstiegsmodell, dem Volumenmodell und demjenigen, das dem Wettbewerb am stärksten ausgesetzt ist. Zudem kursiert eine unbequeme Brancheninformation: Ein Zulieferer behauptet, anderthalb Jahre lang keinen Auftrag vom Hersteller erhalten zu haben.

Porsche notiert bei einem KGV von 40; Ferrari bei 31

Der Vergleich mit Ferrari ist ein Dauerbrenner und entkräftet einen Teil der Erzählung. Ferrari hat seine gesamte Produktion für zwei Jahre im Voraus verkauft und Margen, die kein anderer Automobilhersteller erreicht. Sein KGV liegt bei rund 31; das von Porsche bei 40. Bemerkenswert ist, dass auch der Ferrari-Fan nicht behauptet, die Aktie sei günstig, und der Porsche-Verteidiger erwidert, der Wert stehe an einem Marktrand, was mittelfristig stärker ins Gewicht falle.

Mancher wartet sogar bei Ferrari auf 250 Euro, im Aufwärtstrend, um einem Kind eine Aktie zu schenken. Die Anekdote zeigt die Stimmung in der Branche: selektiver Optimismus, lange Geduld und null Eile.



Die Analyse stockt genau an dieser Stelle. Niemand nennt einen Termin für den Ausbruch. Durchbricht der Kurs die Seitwärtsspanne nach unten, lautet der Plan, zehn Euro tiefer die Position zu verdoppeln und in der Zwischenzeit Puts auf die Volatilität zu verkaufen. Hält das Niveau, bleibt die Referenz dieselbe: 48 Euro.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (70 Antworten).

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