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Pol Pot: der Diktator, über den man nichts Gutes sagen kann
Wer nach etwas Gutem an Pol Pot fragt, löst Theorien aus, die die Zahl der Toten herunterspielen. Keine hat Belege: 25 % Kambodschas starb in vier Jahren.
Pol Pot: 25 % Kambodschas tot und keine Tugend, die man retten könnte
Wer im Internet nach den guten Seiten von Pol Pot fragt, lädt zum Witz machen ein. Und doch steckt unter dem Spaß etwas Unangenehmeres: eine Handvoll Erzählungen, wonach der Mann von allen Mächten dämonisiert wurde und die Zahl der Toten aufgebauscht sei. Dafür gibt es keine Belege. Was sich dagegen immer wieder findet, ist eine Zahl: Rund 25 % der kambodschanischen Bevölkerung starben in kaum vier Jahren unter den Roten Khmer. Jeder Vierte. Denken Sie mal darüber nach.
Wie viele Menschen starben unter dem Regime von Pol Pot?
Die Zahl, die kursiert, ist vernichtend: ein Viertel der Kambodschaner, ausgelöscht binnen vier Jahren und ohne dass im Land selbst Krieg erklärt wurde. Ins Alltagsleben übersetzt: einer von vier Bekannten, verschwunden. Das Ausmaß lässt wenig Raum für optimistische Deutung, und wer nachforscht, stellt die Frage am Ende um: nicht, was das Regime gut gemacht hat, sondern wie viele dieser Tode ihm direkt zuzuschreiben sind.
Die Theorien, die die Zahl relativieren – und warum sie nicht halten
Hier wird das Terrain rutschig. Es kursieren Versionen, nach denen der Mann nur ein Werkzeug fremder Interessen war: dass er für den amerikanischen Geheimdienst arbeitete, dass die Totenschädel-Stapel, mit denen der Schrecken illustriert wird, später inszeniert waren, und dass die meisten Opfer den Bombardements des Vietnamkriegs zum Opfer fielen. Keine dieser Behauptungen hat eine dokumentarische Grundlage.
Tatsächlich war das Land, das laut dieser Erzählung am stärksten bombardiert wurde, nicht Kambodscha, sondern Laos, ein Staat, der niemanden jemals provoziert hatte. Wer das Regime unterstützte, darüber widersprechen sich die Versionen: Manche zeigen auf China, andere auf die USA, die den Vietnamesen Paroli bieten wollten. Dass er sich mit Washington, Moskau und Hanoi gleichzeitig überwarf, lesen manche als Beweis für Manipulation; über seine Unschuld sagt es in Wahrheit wenig.
Warum die Frage immer mit Witzen beantwortet wird
Das Genre hat seine eigene Logik. Wer nach etwas Positivem an einem Diktator fragt, löst eine Kettenreaktion aus: Er sei tot, er habe gegrüßt, er habe tolles Haar gehabt. Die Ironie funktioniert als Ventil, aber auch als Rauchvorhang: Sie weicht der eigentlichen Frage aus. Zwischen den Witzen tauchen Vergleiche mit anderen Figuren des Diktatoren-Pantheons auf und sogar seltsame Abschweifungen, etwa die Diskussion, ob die Giraffen-Konstellation um das Jahr 800 den Polarstern beherbergte. Das Thema driftet ab. Die Zahl nicht.
Die Zahl, die jeden verunsichert, der eine Nuance suchte
Die am häufigsten wiederholten Verweise auf den Mann sind nicht die, die etwas loben, sondern die, die daran erinnern, dass sein Name aus sehr konkreten Gründen in die Geschichte einging. Die meisten Antworten diskutieren seine Politik gar nicht: Sie bleiben bei der Anekdote. Und diese Unfähigkeit, eine einzige verteidigbare Zeile zu finden, ohne auf Verschwörungstheorien zurückzugreifen, ist vielleicht die ehrlichste Schlussfolgerung der ganzen Sache.
Dass eine Figur die Verurteilung rivalisierender Mächte auf sich zieht, macht sie weder zum Monster noch zum Opfer: Es zeigt nur, dass ihre Geschichte von den Gewinnern geschrieben wird. Reicht das, um die Zahlen anzuzweifeln? Nein. Aber wenn das nächste Mal jemand etwas Gutes retten will, lohnt die Frage, warum die Frage, so gestellt, so verlockend ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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