Podemos stürzt auf null Sitze ab, während Sumar nur 29,7 % hält
Eine Umfrage sieht Podemos außerhalb des spanischen Abgeordnetenhauses, mit 1,9 % der Stimmen und einer Spanne von null bis einem Sitz. Die Zahl, die mitten im Wahlkater kursiert, ist nicht die einzige, die im Lager links der PSOE schmerzt: Ada Colaus Frente Amplio (Breite Front) kommt auf 4,6 % und sechs Sitze und hält gerade einmal 29,7 % der früheren Sumar-Wähler. Die Blutung hat zwei Richtungen und nur eine mögliche Erklärung: die Stimmabwanderung.
Die Umfrage zeichnet ein Szenario, in dem die PP auf 32,1 % und 135 Sitze steigt, Vox auf 18,6 % und 63 kommt und die PSOE auf 27,0 % mit 108 Sitzen fällt. Der Schlüssel liegt im Stimmenfluss: 978.000 Wähler von PSOE und Sumar hätten sich entschieden, zu PP oder Vox zu wechseln, während nur 220.000 den umgekehrten Weg gehen. Die Rechnung geht nicht mit dem Narrativ einer mobilisierten Linken auf.
Die Stimmabwanderung, die niemand wahrhaben will
Die Zahl der 978.000 Wähler, die die Seite wechseln, ist der Elefant im Raum. Es handelt sich nicht um ein Tröpfeln, sondern um einen Strom, der den Raum der transformierenden Linken leert und die Rechte stärkt. Manche halten diese Bewegungen tatsächlich für Demobilisierungen und Mobilisierungen, die wie Übertritte wirken – eine methodische Nuance, die am Endergebnis nichts ändert: Die Sitze verschieben sich.
Die optimistischste Rechnung für Colaus Lager geht davon aus, dass die Haltequote von 29,7 % ein Boden, keine Decke ist. Das pessimistische Szenario nimmt an, dass die 4,6 % die neue reale Größe des Lagers sind und die sechs Sitze ein Geschenk des Wahlsystems. Dazwischen liegt ein Fakt: Podemos bleibt mit 1,9 % außerhalb jeder parlamentarischen Gleichung.
Warum Podemos vom Schlüsselspieler zur Randnotiz wird
Die lilafarbene Partei, die einst Regierungen mitbestimmte, bleibt bei einer Spanne von null bis einem Sitz. Die Zahl ist brutal, weil sie eine zehnjährige Entwicklung im Abgeordnetenhaus bricht. Die Erklärung, die in den Hinterzimmern kursiert, verweist auf den angesammelten Verschleiß, die Konkurrenz durch Sumar zuerst und durch das Frente Amplio später sowie auf eine Abwanderung von Wählern, die im heutigen Projekt nicht mehr die gleiche Aufbruchstimmung von 2015 finden.
Auffällig ist, dass die Strafe nicht proportional ausfällt: Sumar hält fast ein Drittel seiner Wählerschaft, aber Podemos hält nichts. Die Marke ist sogar für ihre ehemaligen Verbündeten zum Ballast geworden. Im kollektiven Gedächtnis der Linken ist der Zyklus von Pablo Iglesias abgeschlossen, und niemand hat den nächsten eröffnen können.
Das Wahlsystem und die territoriale Überrepräsentation
Die Diskussion über die Sitze ist ohne das Wahlkreisystem nicht zu verstehen. Manche fordern die Abschaffung der Provinzen und einen landesweiten Wahlkreis, um zu korrigieren, was sie als Überrepräsentation der Regionalparteien betrachten. Mit 1,9 % der Stimmen zählt Podemos nichts; mit 2,5 % erhält ERC-Podemos neun Sitze. Der Vergleich schmerzt.
Die aktuelle Sitzverteilung belohnt die Konzentration der Stimmen und bestraft die Zersplitterung. Deshalb werden die 4,6 % des Frente Amplio in sechs Sitze umgesetzt, die 1,9 % von Podemos dagegen in null. Das ist keine demokratische Anomalie, es ist die Spielregel. Aber die Regel hat Befürworter und Gegner: Die einen fordern reine Verhältniswahl, die anderen erinnern daran, dass das System vier Jahrzehnte lang Stabilität geliefert hat.
Der Kater der Linken: zwischen „haben wir kommen sehen“ und der Abrechnung
Der allgemeine Ton ist keiner der Überraschung. In den kursierenden Analysen wird das Verschwinden von Podemos als logische Folge jahrelanger fragwürdiger Entscheidungen gelesen. Der Satz, der die Stimmung zusammenfasst, lautet, dass „die PSOETA nach rechts gerückt“ sei, während sich PP und Vox „podemisiert“ hätten – ein Spiegelkabinett, das die transformierende Linke ohne eigenen Raum lässt.
Colaus Haltequote von 29,7 % wird als geringeres Übel interpretiert. Das Frente Amplio überlebt, aber nur mit halb so viel Luft wie Sumar. Die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob diese 4,6 % der Boden eines neuen Projekts sind oder der vorletzte Schritt vor dem Verschwinden. Niemand wagt eine Antwort.
Die Zukunft der Sitze und Bündnisse
Mit diesen Zahlen ändert sich die parlamentarische Arithmetik vollständig. Die PP kommt mit 135 Sitzen nahe an die absolute Mehrheit, wenn sie Vox hinzunimmt. Die PSOE bräuchte mit 108 Sitzen alle üblichen Partner und noch einige mehr. Das Frente Amplio verliert mit sechs Sitzen seine Erpressungsmacht. Podems verschwindet mit null Sitzen aus der Gleichung.
Die offene Frage ist, ob sich dieses Szenario bewahrheiten wird oder ob die Umfragen, wie schon oft geschehen, falsch liegen. Die jüngere Geschichte ist voller Prognosen, die eine Partei für tot erklärten, die dann wiederauferstand. Aber es gibt einen Unterschied: Diesmal hat die Stimmabwanderung eine klare Richtung und eine Größenordnung, die es seit Jahren nicht mehr gab.
Die Analyse bleibt an einem Punkt hängen: Niemand weiß, ob die 1,9 % von Podemos der Boden oder der Anfang vom Ende sind. Die Daten sprechen für Letzteres, doch die spanische Politik hat immer wieder eine Überraschungsfähigkeit bewiesen, die keine Umfrage je vollständig erfassen konnte.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (130 Antworten).