Sumar tauft sich in Frente Amplio um: Die Linke sucht eine Marke

Sumar benennt sich wenige Monate vor den Wahlen in Frente Amplio um. Der Name stößt auf Skepsis und wird als Versuch empfunden, die Krise zu überdecken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sumar tauft sich in Frente Amplio um: Die Linke sucht eine Marke
Sumar tauft sich für die kommenden Wahlen in Frente Amplio um

Das von Yolanda Díaz geführte Bündnis hat beschlossen, sich unter dem Namen Frente Amplio neu zu organisieren. Die Ankündigung, die nur wenige Monate vor den nächsten Wahlen kommt, hat eine Flut von Reaktionen ausgelöst. Die häufigste: Der Name klingt nach lateinamerikanischem Import und kommt bei den spanischen Wählern nicht an. Eine andere: Dass man in dieser Lage die Bezeichnung wechselt, sei ein Zeichen von Verzweiflung. Und eine dritte, grundsätzlichere: Die Linke links der PSOE hat ihre Identitätskrise weiterhin nicht gelöst.

Ein Name, der nicht überzeugt

Die Taufe auf Frente Amplio ist mit Skepsis aufgenommen worden. Es wird angeführt, dass die Marke in Spanien keine Tradition habe, an Parteien anderer Länder erinnere und keinen Mehrwert biete. «Frente Amplio klingt sehr südamerikanisch», fasst eine verbreitete Meinung zusammen. Andere spotten, der ideale Name wäre Breite Nase gewesen, zu Ehren der ehemaligen Vorsitzenden Yolanda Díaz, und der jetzige sei ein Versuch, die Vergangenheit auszulöschen, ohne etwas Neues zu bieten.

Die häufigste Kritik zielt auf die fehlende Zeit, eine Marke von Grund auf zu etablieren. Nur wenige Monate vor den Wahlen ist eine neue Identität ein Ballast. Die Schlussfolgerung: Die Namensänderung ist das Ergebnis keiner durchdachten Strategie, sondern des Bedürfnisses, die Risse eines Projekts zu überdecken, das einfach nicht in Fahrt kommt.

Der Schatten des 15-M und die Abnutzung des Narrativs

Die Debatte dreht schnell zum 15-M ab. Man erinnert daran, dass jene Bewegung Wandel, Reformismus und Überparteilichkeit verkaufte und viele Menschen begeisterte, die von den traditionellen Parteien genug hatten. Das Ergebnis sei, so diese Lesart, mehr desselben gewesen: Kaste, Populismus und Armut. Die Anführerinnen in Villen und Designerkleidung, während das einfache Volk weiter im Dreck isst. Die Schlussfolgerung: Dieser Trick wurde bereits benutzt, und kaum jemand wird davon zu überzeugen sein, ihnen erneut zu vertrauen.

Der Schatten der Enttäuschung liegt über dem neuen Versuch. Es wird behauptet, dass nur die alten Kommunisten und die jungen Leute, die das letzte Mal nicht miterlebt haben, weiter vertrauen werden. Die Namensänderung wird als Kosmetik interpretiert, um zu verbergen, dass das ursprüngliche Projekt gescheitert ist. Die Frage, die in der Luft liegt: Ist Frente Amplio nur eine neue Verpackung für ein abgelaufenes Produkt?

Die taktische Stimme und die Bedrohung für die PSOE

Eine andere Analyselinie konzentriert sich auf die Auswirkungen auf die PSOE. Es wird spekuliert, dass die Sozialisten und ihre Medienmaschinerie auf die taktische Stimme setzen werden, um die Kommunisten zu marginalisieren. Die Fragmentierung der Linken könnte der Rechten nützen, und manche sehen in Frente Amplio einen Versuch, im sozialistischen Revier zu fischen. Die offene Frage ist, ob die PSOE die Konkurrenz dulden wird oder versuchen wird, diesen Raum zu absorbieren.

Die Rechnung ist einfach: Holt die PSOE Wähler von Sumar zurück, bleibt Frente Amplio auf ein Minimum reduziert. Konsolidiert Sumar hingegen seinen Raum, verliert die PSOE an Gewicht. Der Machtkampf ist eröffnet. Und mittendrin die Wähler der Linken, die fassungslos einem neuen Kapitel der Zersplitterung zusehen.

Eine Volksfront von Judäa?

Der Verweis auf Monty Python war unvermeidlich. Die Idee einer Volksfront von Judäa mit ihren Abspaltungen und Fraktionen wurde benutzt, um die Zersplitterung der Linken lächerlich zu machen. Die Position der Marquesa de Galapagar auf den Listen würde, so diese Ironie, eine Arbeiterfront von Judäa unmöglich machen. Der Witz verbirgt eine echte Kritik: Die Linke links der PSOE spaltet sich seit Jahren in Kürzel auf, die dem Durchschnittswähler nichts bedeuten.

Der allgemeine Eindruck ist, dass Frente Amplio nur ein weiterer Name in einer endlosen Liste von Wahlmarken ist, die entstehen und sterben, ohne eine Spur zu hinterlassen. Die Frage, die niemand beantwortet: Wird es diesmal anders sein? Und die ahnbare Antwort: Nein.



Die Umbenennung von Sumar in Frente Amplio hat keine Begeisterung ausgelöst. Die meisten Reaktionen bewegen sich zwischen Spott und Gleichgültigkeit. Der Namenswechsel wird als Schwächezeichen wahrgenommen, nicht als strategischer Schachzug. Und währenddessen rückt der Wahltermin näher. Die Linke sucht weiter ihren Platz. Und die Wähler schauen derweil weg.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (22 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver