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Der PNV bezeichnet Sánchez' vorgezogene Neuwahl als "überraschend" und "unangemessen". Laut im Forum zitierten Umfragen würde EH Bildu die baskische Partei bei Mandaten überholen.
Der PNV wirft Sánchez vor, die Wahl vorzuziehen, um sich in der PSOE abzusichern
Aitor Esteban gab sich im Sabin Etxea (dem Hauptquartier des PNV) kurzfristig die Ehre, um die von Pedro Sánchez beschlossene vorgezogene Neuwahl als "überraschend" und "unangemessen" zu bezeichnen. Der PNV-Sprecher im Abgeordnetenhaus erklärt, die Ankündigung "habe keine logische Erklärung" und komme in einem kritischen Moment: zu Beginn der spanischen Ratspräsidentschaft der EU und bei der Konstituierung der Regionalparlamente und Stadtverwaltungen. Die Lesart der Nationalisten: Sánchez stellt "eine interne, parteipolitische Kalkulation" über "den allgemeinen Nutzen aller Bürger". Der Ärger des PNV ist gewaltig: Die vorgezogene Wahl trifft sie mitten in den halbfertigen kommunalen Hausaufgaben, während EH Bildu in den Umfragen aufholt.
Der PNV verliert den Kalender, der ihm Vorteile verschaffte
Die vorgezogene Wahl bringt den PNV aus dem Konzept, weil sie seinen natürlichen Verhandlungsrhythmus durchbricht. Die baskischen Nationalisten haben ihren Einfluss in Madrid auf einem verlässlichen Muster aufgebaut: erst baskische und Kommunalwahlen, dann Parlamentswahlen – mit reichlich Spielraum, seine Unterstützung im Abgeordnetenhaus teuer zu verkaufen. Mit der vorgezogenen Wahl zerbricht dieser Kalender. Der nationalistischen Partei bleibt keine Zeit, ihre Position in den neu gebildeten baskischen Institutionen auszuspielen.
Manche behaupten, der PNV habe das kurzfristige Taktieren zu seinem wichtigsten Kapital gemacht. Dreißig Jahre lang Pakte mit den einen, dann mit den anderen, von jeder Regierung Zölle kassieren, sich als untadelige Verwalter präsentieren, während alle anderen in Skandale verstrickt waren. Diese Erzählung bekommt Risse, wenn der Investiturpartner ohne Vorwarnung Neuwahlen ausruft. Das Image der Managementgenies zerbricht an einem einzigen Nachmittag.
EH Bildu überholt den PNV in den Umfragen
Das eigentliche Beben für den PNV findet nicht in Madrid statt, sondern vor der Haustür. EH Bildu hat den Niedergang der Podemos im Baskenland für sich genutzt und streitet dem PNV nun die nationalistische Vorherrschaft in wichtigen Hochburgen ab. Laut den Umfragen, mit denen die Parteien arbeiten, läge die abertzale (unabhängigkeitsfreundliche) Koalition bei Parlamentswahlen beim Mandaten vor dem PNV: 9 Abgeordnete gegenüber 7. In Gipuzkoa und Vitoria zeigt sich derselbe Trend.
Die Rechnung ist einfach: Jedes Mandat, das Bildu in Madrid gewinnt, verliert der PNV – samt Verhandlungsmacht. Die Paradoxie: Der PNV ist nach links gerückt, um Bildu zu stoppen, und die Bewegung ist nach hinten losgegangen. Er hat einen Teil seiner traditionellen Wählerschaft verprellt, ohne eine einzige abertzale Stimme zurückzugewinnen. Das Ergebnis ist eine Partei zwischen zwei Wassern.
PP und PSOE teilen sich den Raum, den der PNV hinterlässt
Die vorgezogene Wahl ordnet auch das gesamtstaatliche Schachbrett neu. Die PP, die jahrelang dem PNV Tribut gezahlt hat, um dort regieren zu können, wo es geht, reibt sich die Hände: Je mehr Mandate der PNV verliert, desto billiger wird seine Unterstützung. Die PSOE wiederum rechnet damit, dass ein geschwächter PNV ein gefügigerer Partner wird. Und Vox taucht als neuer Spieler auf dem baskischen Brett auf, wenn auch mit noch geringem Gewicht.
Die baskische Paradoxie: Der PNV, der jahrzehntelang seine Fähigkeit, in Madrid Einfluss zu nehmen, als Hauptwahlargument verkaufte, könnte am Ende zum entbehrlichen Partner werden. Wenn Bildu den PNV überholt und die PSOE seine Stimmen braucht, ändert sich die Geometrie der Investitur komplett. Der PNV würde vom unverzichtbaren Zünglein an der Waage zum Statisten mit Stimme, aber ohne Vetorecht.
Die Nichtwählerquote steigt, und dem PNV geht die Erzählung aus
Die Wahlbeteiligung im Baskenland ist von 35 % bei den Kommunalwahlen 2019 auf 40 % bei denen von 2023 gesunken – die Enthaltungsquote stieg entsprechend. Bei den Regionalwahlen 2021 hatte sie bereits 49 % erreicht. Für eine Partei, deren Wählerschaft die treueste Spaniens ist, ist das ein vernichtender Befund: Rentner, die Generation um Generation fest wählen. Das Problem: Diese Basis stirbt weg und erneuert sich nicht.
Die Kinder und Enkel dieser Wähler betrachten den PNV mit Misstrauen. Sie sehen Parteimitglieder in Rathäusern, Bibliotheken und kommunalen Subunternehmen platziert. Sie sehen, wie weggesehen wird, wenn das Dorf vor Problemen steht, die die Partei lieber nicht benennt. Diese generationelle Entfremdung ist die eigentliche Gefahr – mehr als jede vorgezogene Wahl.
Der Tribut, den der PNV einst von Rajoy kassierte – und von Sánchez nicht mehr
Jahrelang presste der PNV der PP von Mariano Rajoy alles ab, bis an die Grenze des Lächerlichen. Jeder Haushalt war eine Auktion. Jede Unterstützung eine Rechnung. Das Misstrauensvotum, das Rajoy 2018 stürzte, war zum Teil das Werk der jeltzale Kalkulation, Sánchez werde ein großzügigerer Partner sein. Fünf Jahre später erweist sich die Rechnung als falsch. Sánchez zahlt keine Tribute; er ruft Wahlen aus, wenn es ihm passt.
Die Ironie: Der PNV, der half, Rajoy abzusetzen, beklagt sich nun, Sánchez denke nicht an die Bürger. Dieselben Bürger, die der PNV ignorierte, als er mit jedem paktierte, der nötig war, um seinen Machtanteil zu halten. So spielt das Schicksal.
Die Zahl, die beunruhigt: 9 zu 7
Mit diesen Zahlen würde der PNV vom bevorzugten Partner der Regierung zum entbehrlichen Partner. Bildu hätte mehr Mandate, mehr Verhandlungsmacht und mehr Präsenz in Madrid. Die vorgezogene Wahl zerbricht nicht nur den Kalender des PNV: Sie könnte sein nationalistisches Monopol zerbrechen. Und das weiß man im Sabin Etxea.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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