Plan Z: Warum Hitler nicht auf seine Marine warten konnte

Der deutsche Plan Z war unrealistisch: Ohne Stahl für Flotte und Panzer gleichzeitig und einer nur durch Plünderung überlebenden Wirtschaft war eine fünfjährige Wartezeit unmöglich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Plan Z: Warum Hitler nicht auf seine Marine warten konnte
Plan Z: Die Marine, die Hitler sich nie leisten konnte

Die These klingt plausibel: Hätte das Dritte Reich den Krieg fünf oder sechs Jahre hinausgezögert und den Plan Z – Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kampfkreuzer – reifen lassen, hätte die Royal Navy einen Rivalen im Atlantik gehabt. Das Problem war jedoch, dass diese Wartezeit wirtschaftlich unmöglich war. Das nationalsozialistische Deutschland produzierte selbst nicht genug Stahl, um gleichzeitig die Marine und das Heer zu versorgen, und seine Wirtschaft hielt nur durch das Plündern der Nachbarländer stand. Wer fünf Jahre wartet, ohne zu plündern, verhungert im vierten.

Eine Wirtschaft, die nur durch Invasion atmete

Das am häufigsten angeführte Argument in der Analyse ist, dass die Buchhaltung des Reiches weder für einen langen Krieg noch für einen langen Frieden ausreichte. Die Aufrüstung wurde durch Schulden und Ausplünderung finanziert: Wenn nicht invadiert wurde, brach das System zusammen. In diesem Szenario war die Verschiebung des Konflikts auf 1943 keine Vorsicht, sondern ein finanzieller Selbstmord mit demselben Ende wie 1918, bei dem die Verantwortlichen des Regimes dafür zur Rechenschaft gezogen worden wären.

Hinzu kommt das Kleingedruckte des Plans Z: Er war nicht durchführbar mit der verfügbaren Stahlkapazität. Jedes vom Stapel gelassene Schlachtschiff bedeutete ein Regiment Panzer, das nicht gebaut wurde. Die Alternative war nicht Marine oder nichts; es war Marine oder Heer.

Auch die alliierte Aufrüstung lief parallel

Der zweite Fehler der Hypothese besteht darin, zu glauben, dass die Uhr nur in Berlin tickte. Fünf weitere Jahre Warten waren fünf weitere Jahre Spitfire, Matilda und britische Industrieproduktion, die 1939 noch halb fertig war. Das Zeitfenster von 1939-1940 war eng, ja, aber es war das einzige, das existierte.

Manche erinnern daran, dass auch die UdSSR Zeit gewonnen hätte, um ihre Eroberungen zu verdauen und sich von den militärischen Säuberungen der dreißiger Jahre zu erholen, und dass Japan, bereits in China erschöpft, Mitte der vierziger Jahre kaum einen allgemeinen Krieg im Pazifik hätte führen können. Die USA wären unterdessen ebenfalls zur Atombombe gelangt, und zwar vor Deutschland.

Die Front, die vor 1941 nie existierte

Die Diskussion bewegt sich auf unangenehmeren Boden: die reale Chronologie der europäischen Fronten. Polen, Norwegen, Holland, Belgien, Frankreich, die Luftschlacht um England, der Balkan und Griechenland werden aufgezählt, alle vor der Invasion der Sowjetunion. Am Tag des Beginns von Barbarossa setzte Deutschland 2.770 Flugzeuge gegen die UdSSR ein, 1.100 gegen Großbritannien am Kanal und 700 auf eigenem Territorium, zusätzlich zu 400 im Mittelmeerraum.

Der dreitägige Halt vor Dünkirchen, der die Evakuierung von mehr als 330.000 alliierten Soldaten ermöglichte, nährt die verschwörungstheoretischsten Lesarten: Man fragt sich, warum die Wehrmacht stoppte, obwohl sie den Feind am Kanal hatte. Die verbreitetste Erklärung bleibt ein Koordinationsversagen, keine Komplizenschaft.

Mussolini, der Balkan und der Mythos der Verzögerung

Ein weiterer stark diskutierter Punkt ist die angebliche Verzögerung von Barbarossa durch Mussolinis griechisches Abenteuer. Die vorherrschende Berechnung besagt, dass der Balkanfeldzug den Beginn der Invasion keinen einzigen Tag verzögerte: Die Operation startete wie geplant. Der einzige greifbare Schaden war materiell: Eine Panzerdivision verlor ihre schwere Ausrüstung und konnte vom ersten Tag an nicht teilnehmen.

Die gegenteilige, weit verbreitete These behauptet, dass ohne die Umleitung zum Balkan die deutschen Truppen vor dem Winter Moskau erreicht hätten, mit Zeit, sich in urbanen Gebieten statt in der Steppe mit Sommerkleidung zu verschanzen. Die selbst in Nürnberg Angeklagten schürten diese Version.

Die SA, Röhm und das Heer, das man kaufen musste

Der Thread widmet der Nacht der langen Messer einen langen Abschnitt. Die etablierteste Lesart: Hitler brauchte die Unterstützung des konservativen Heeres für seine Pläne und konnte sich den Ballast einer revolutionären Miliz von drei Millionen Mann, die das Heer ersetzen wollte, nicht leisten. Die Säuberung war der politische Preis dieser Allianz.

Dem gegenüber steht eine andere Strömung, die behauptet, das eigentliche Motiv sei die Angst gewesen, die SA könnte sich bei einem möglichen Putsch auf die Seite der Militärs schlagen, angesichts der Geschichte der Beziehungen zwischen der paramilitärischen Führung und der Reichswehr. Das Parallele zur Eingliederung der Falange im Spanien Francos erscheint als Spiegelbild.

Was der Plan Z nicht löste

Selbst mit der erträumten Marine blieb das U-Boot-Problem. Mit 200 Einheiten statt eines halben Dutzends, so wird argumentiert, wäre die Blockade Großbritanniens effektiv gewesen. Aber das hätte erneut Ressourcen abgezogen, und die Wirtschaft trug keine drei gleichzeitigen Armeen.

Die aufdrängende Schlussfolgerung ist unbequem: Die Timing von 1939 war kein Leichtsinn, sondern das letzte Fenster, bevor der industrielle Vorsprung der Alliierten unüberwindbar wurde. Hätte ein vollständiger Plan Z etwas geändert, oder nur das Unvermeidliche verzögert?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (156 Antworten).

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