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Aztekische Menschenopfer: Quellen nennen 20.000 pro Jahr
Einige Quellen schätzen die jährlichen aztekischen Opfer auf 20.000. Die Debatte über Bevölkerungszahlen und die Eroberung bleibt ungelöst.
Aztekische Menschenopfer: Die Zahl, die die Erzählung der Eroberung neu entfacht
Das Mexica-Reich opferte laut einer im Diskurs kursierenden Darstellung täglich Gefangene, um den Sonnenaufgang zu sichern. Einige Quellen beziffern die jährlichen Opfer auf 20.000, mit Türmen aus Schädeln am Fuß des Templo Mayor, die auch Frauen und Kinder einschlossen. Diese umstrittene Zahl ist der Kern einer seit 572 Tagen andauernden Debatte, in der zwei unversöhnliche Narrative über den Fall von Tenochtitlan aufeinandertreffen.
Die Diskussion beginnt mit einer unbequemen Prämisse: War das rituelle Kannibalismus eine ernährungsphysiologische Notwendigkeit oder ein Instrument politischen Terrors? Manche behaupten unter Berufung auf Marvin Harris, dass das Fehlen großer Säugetiere und Viehzucht menschliches Fleisch zur vollständigsten verfügbaren Proteinquelle machte. Die Gegenargumente kommen schnell: Die Azteken züchteten Truthähne, Xoloitzcuintle-Hunde, fischten und sammelten Insekten. Eine fleischbasierte Abhängigkeit lässt sich nicht halten.
Warum sich Nachbarvölker mit Cortés verbündeten
Der Punkt, an dem die Analyse militärisch am stärksten wird, ist folgender: Vierhundert spanische Soldaten erobern kein Gebiet mit Millionen Einwohnern. Sie taten dies mit der Unterstützung von Völkern, die unter dem Terror der Mexica litten und die überwiegende Mehrheit der Streitkräfte stellten. Die Frage lautet, ob sie sich aus Angst vor Opfern verbündeten oder einfach, um ein Joch abzuschütteln. Die zweite Lesart gewinnt an Gewicht: Das rituelle Opfer war Teil ihrer eigenen Kultur, etwas, das sie nicht grundsätzlich ablehnten.
Die Chronik von Bernal Díaz del Castillo beschreibt, wie nach dem Fall der Stadt die indigenen Verbündeten sie zerstörten, getrieben von einem über Generationen angesammelten Hass. Den Berichten zufolge sahen die spanischen Soldaten machtlos zu. Dieses Detail widerlegt sowohl das Bild einer ausschließlich spanischen Eroberung als auch das einer ausschließlich spanischen Massaker.
Der demografische Kollaps: Seuchen, aber nicht nur
Schätzungen zur vorkolumbianischen Bevölkerung variieren je nach konservativsten Angaben zwischen 3 und 5 Millionen Einwohnern und reichen bis zu 25 Millionen bei den höchsten Annahmen. Die Spannbreite ist so groß, dass jede Schlussfolgerung wackelt. Ein im Diskurs zitierter Autor, Gibson, beschränkt seine Berechnungen auf das Tal von Mexiko, wo die Dichte höher war. Für Kritiker ist die Extrapolation dieser Dichte auf das übrige Territorium ein trügerisches Unterfangen.
Der demografische Kollaps wird Epidemien zugeschrieben, doch das gemeinsame Nenner aller Faktoren – soziale Organisation, Hierarchien, Wirtschaft, Gesundheit – ist die spanische Präsenz, wie ein Teilnehmer argumentiert. Ohne sie ist das Phänomen nicht erklärbar. Die Debatte dreht sich nicht darum, ob es eine Katastrophe gab, sondern wie viel davon biologischer und wie viel politischer Natur war.
Der Zahlenkonflikt, den niemand löst
Die Bevölkerungszahlen der vorkolumbianischen Zeit sind genau der Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät. Die höchsten Schätzungen weisen dem präkolumbianischen Mexiko eine höhere Dichte zu als dem Ming-China, was als unmöglich gilt. Die niedrigsten setzen es gleich mit anderen neolithischen Gesellschaften. Zwischen diesen Extremen erlaubt die verfügbare Evidenz – Tributlisten, fragmentarische Zensusdaten – keine endgültige Klärung des Streits. Der Dissens ist nicht ideologisch: Er ist archäologischer Natur.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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