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Plakat in Bilbao: Rassismus schuld an Mietpreisen
Ein Plakat, das Rassismus und Kapitalismus für hohe Mieten verantwortlich macht, sorgt in Spanien für Empörung wegen möglicher Finanzierung durch öffentliche Gelder.
Das Plakat, das den Rassismus für die Mietpreise verantwortlich macht
Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes und in Foren diskutiertes Plakat behauptet, ein Mann namens Karim könne sich keine Wohnung mieten, weil der Kapitalismus und der Rassismus daran schuld seien. Laut einigen Teilnehmern der Debatte wurde es mit öffentlichen Mitteln bezahlt. Und genau hier beginnt das Problem: Das Plakat erklärt nicht, warum der Mietmarkt für einen Arbeitnehmer unzugänglich geworden ist, noch unterscheidet es zwischen einem Gehalt, das nicht bis zum Monatsende reicht, und einem Gesetz, das bestimmt, wer dein Haus bewohnt und wann es verlassen muss.
Die Botschaft stellt Karim laut denen, die das Plakat gesehen haben, als Opfer zweier abstrakter Kräfte dar. Die erste ist der Kapitalismus. Die zweite ist der Rassismus. Keine von beiden wird definiert, gemessen oder quantifiziert. Stattdessen bietet das Plakat eine emotionale Schlussfolgerung dort, wo eine Analyse stehen sollte. Und nach Ansicht derselben Teilnehmer zahlt der Steuerbürger dafür.
Was das Plakat sagt und warum es Ablehnung hervorruft
Das in sozialen Medien verbreitete und mit Empörung kommentierte Bild zeigt einen jungen Mann mit einem spitzen Gegenstand in der Hand – einem Kugelschreiber, so manche Lesart; einer Schere, so andere. Dieses Detail hat einen Großteil der Kritik ausgelöst. Nicht wegen des Objekts selbst, sondern wegen dessen, was es suggeriert: dass die Verwaltung eine Erzählung konstruiert hat, in der der problematische Mieter immer der Eigentümer ist und der Neuankömmling immer das Opfer.
Manche behaupten, das Plakat sei Teil einer breiteren Kampagne zur Sensibilisierung für den Zugang zu Wohnraum. Dagegen spricht ein schwer zu widerlegendes Argument: Wenn das Ziel war zu erklären, warum ein Arbeitnehmer keine Miete zahlen kann, liefert das Plakat nicht eine einzige Zahl zu Preisen, Löhnen oder Vorschriften. Null Daten. Null Vergleiche. Nur eine Emotion und ein diffuser Schuldiger.
Außerdem trägt, so die Diskussionsteilnehmer, die öffentliche Hand die Kosten. Das verwandelt ein Meinungsstück in institutionelle Propaganda. Und institutionelle Propaganda, wenn sie mit Steuern bezahlt wird, verlangt einen Standard an Seriosität, den dieses Plakat nicht erfüllt.
Das Argument, das niemand schriftlich festhält
Die eigentliche Debatte ist eine andere. Warum kann sich ein angestellter Arbeitnehmer keine Wohnung mieten? Die offizielle Antwort verweist auf Kapitalismus und Rassismus. Die Antwort, die in Wirtschaftsforen und Nachbarschaftsgesprächen kursiert, verweist auf die Gesetzgebung: Normen, die die Räumung eines nicht zahlenden Mieters erschweren, die Besetzung vor Eigentum stellen und die nach dieser Analyse das Mietangebot reduzieren und die Preise nach oben treiben.
Das ist der Kern der Uneinigkeit. Manche sehen im Plakat eine notwendige Anklage gegen Diskriminierung. Andere sehen darin einen Nebelkerze, die die unbeabsichtigten Folgen der Wohnungsgesetze verschleiert. Eine dritte, pessimistischere Gruppe behauptet, das Problem sei weder Kapitalismus noch Rassismus, sondern der Mangel an verfügbaren Wohnungen und die übermäßige Nachfrage in denselben Gebieten.
Bemerkenswert ist, dass keine dieser drei Positionen im Plakat widergespiegelt wird. Das Stück wählt eine aus und unterdrückt die anderen zwei. Das ist keine Information. Das ist Aktivismus.
Die Grundfrage: Wer zahlt und wer profitiert?
Das Plakat erwähnt keine Eigentümer. Es erwähnt keine kleinen Vermieter, die nach mehreren Berichten ihre Wohnungen aus Angst vor langen Zahlungsausfällen vom Markt genommen haben. Es erwähnt auch keine Mieter, die pünktlich zahlen und zusehen müssen, wie ihre Miete jedes Jahr aufgrund von Faktoren steigt, die sie nicht kontrollieren können.
Die Diskussion wandte sich bald einem unangenehmeren Thema zu: der Verwendung öffentlicher Mittel zur Finanzierung von Botschaften, die die Bevölkerung in zwei Lager spalten. Auf der einen Seite die, die den Rassismus benennen. Auf der anderen Seite die, die das Gesetz benennen. In der Mitte der Bürger, der die Kampagne bezahlt und weiterhin keine Wohnung mieten kann.
Es gibt eine Tatsache, die die Paradoxie zusammenfasst: Das Plakat beklagt, dass Karim nicht mieten kann, aber es erklärt nicht, was nötig wäre, damit er es doch könnte. Kein Vorschlag. Keine Maßnahme. Keine Zahl. Nur eine Diagnose, die die Verwaltung von jeder Verantwortung freispricht und sie zusätzlich in die Rolle der Erlöserin bringt.
Worüber gestritten wird, wenn über das Plakat gestritten wird
Die Debatte ist vom Plakat zu seinen Konsequenzen übergegangen. Ist es legitim, dass eine Behörde öffentliche Mittel verwendet, um abstrakte Schuldige zu benennen? Hilft das, das Mietproblem zu lösen, oder verschärft es es? Und was passiert mit den Eigentümern, die zusehen müssen, wie ihr Eigentum ohne klare Entschädigung zu einem sozialen Gut wird?
Keine dieser Fragen wird im Plakat beantwortet. Und das ist vielleicht sein größter Fehler: Es informiert nicht, schlägt nichts vor, quantifiziert nichts. Es benennt nur. Mit deinem Geld.
Am Ende bleibt die Frage im Raum, ob Karim sich eine Wohnung mieten kann oder nicht. Ob das Plakat, das dies mit deinem Geld verkündet, irgendetwas löst oder nur den Auftraggeber rechtfertigt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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