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Kriegs-Eurobonds-Vorschlag: Eine Billion mit öffentlicher Garantie
Berichten zufolge würde Europa eine Billion Euro in Eurobonds aufnehmen, gedeckt durch die Staatskassen, wobei 65 % der Waffen außerhalb der EU gekauft werden.
Nach den kursierenden Berichten plant Europa, sich für Rüstungskäufe eine Billion Euro zu verschulden. Die von Ursula von der Leyen geleitete Kommission soll Eurobonds vorgeschlagen haben, deren letzte Deckung die öffentlichen Schatzkammern der Mitgliedstaaten sind: eine Billion auf einem BIP der Eurozone von 14 Billionen, wie ein Forennutzer vergleicht. Das Kleingedruckte hat alle Alarmglocken läuten lassen. 65 % der Waffenkäufe erfolgen außerhalb Europas, vor allem in den USA, und ein Großteil der verbleibenden 35 % dürfte denselben Weg nehmen, da die wichtigsten europäischen Rüstungsunternehmen angeblich bereits in US-Hand sind. Wie ein anderer Teilnehmer erinnert, ist die Emission noch nicht konkretisiert.
Was sind Kriegs-Eurobonds und wer zahlt sie?
In dieser Beschreibung wird die Emission als gemeinsame Verschuldung strukturiert, gestützt von jeder nationalen Schatzkammer. Große Investoren kaufen die Anleihen und erhalten pünktliche Zinsen; dahinter bleibt der Steuerzahler. Die Zahlungshierarchie ist kein Detail: Im Thread wurde ironisch behauptet, dass Pensionen eher ausfallen als Eurobonds-Zahlungen. Diese Priorität verwandelt das Instrument in eine Risikoverlagerung vom institutionellen Investor zum Bürger, der zudem über Steuern die Kosten trägt.
Der häufigste Vergleich ist der griechische Rettungsschirm. Seine 200 Milliarden schienen damals enorm; heute wirken sie wie Peanuts neben der Billion, die laut diesem Bericht mobilisiert werden soll.
Wie viel Geld ging bereits an die Ukraine?
Zu dieser Operation kommt laut Berechnungen im Thread hinzu, was bereits zugesagt wurde. Die Unterstützung der Ukraine beläuft sich vermutlich auf rund 200 Milliarden Euro, eine Zahl, die den Vergleich mit dem griechischen Hilfspaket überlappt und erklärt, warum das neue Instrument als Fortsetzung und nicht als isoliertes Ereignis dargestellt wird. Die schwebende Frage ist, ob es eine Obergrenze gibt: Wenn jede Phase des Konflikts weitere Nullen hinzufügt, folgt die nächste Emission schnell.
Wer kassiert Zinsen und wer kommt zu spät?
Wenn die Schulden bei großen Finanzinstituten platziert sind, fließen die Renditen dorthin. Ein Hinweisgeber nennt den Rüstungssektor: Lockheed Martin stieg von 333 Dollar im Dezember 2021 auf 480 im Dezember 2022, ein Plus von 50 % in einem Jahr, genau als die Kriegstrommeln in der Ukraine lauter wurden. Wer früh einstieg, gewann. Wer jetzt auf die Charts schaut, kommt zu spät und weiß es.
Daher das sarracena Dilemma, das die gesamte Diskussion durchzieht: Wie ein anderer Teilnehmer zusammenfasst, kann Verteidigungsinvestitionen rentabel sein, bedeutet aber, auf eine Verschlechterung der Lage zu setzen. Eine Dividende ist nicht dasselbe wie eine Granatenfabrik.
Steigt die Inflation durch Eurobonds?
Eine Billion Euro in einer Wirtschaft, die 14 Billionen produziert, wird nicht folgenlos absorbiert. Die im Thread wiederholten Berechnungen deuten auf einen Anstieg der Inflation um einige Prozentpunkte hin, verstärkt dadurch, dass das Geld für fertige Importe aus dem Ausland ausgegeben wird, statt eigene Kapazitäten aufzubauen. Die Ausgaben verlassen das Land und kehren nicht als industrielle Struktur zurück.
Das Protektorat seit 1945
Die Grunddebatte geht über die Anleihe hinaus. Ein Teilnehmer argumentiert, dass die USA seit Ende des Zweiten Weltkriegs ein faktisches Protektorat über Westeuropa unterhalten und Versuche, eine eigene Armee aufzubauen, gescheitert seien: Erwähnt werden das Islero-Projekt im Zusammenhang mit Carrero Blanco und Attentate auf Charles de Gaulle. Die kursierende These besagt, dass der Wohlfahrtsstaat als Eindämmung gegenüber der Sowjetunion entstand und seine Daseinsberechtigung nach dem Untergang der UdSSR schwindet.
George F. Kennan, Autor der Eindämmungs-Doktrin, schrieb: „Wenn die Sowjetunion morgen im Ozean versinken würde, müsste der amerikanische militärisch-industrielle Komplex im Wesentlichen unverändert weiterbestehen, bis wir einen anderen Gegner erfinden.“ Eisenhower gab derselben Maschinerie einen Namen.
Wenn der Plan wie beschrieben umgesetzt wird, erwarten uns mehr Schulden, höhere Militärausgaben und eine verspätet eintreffende soziale Rechnung. Ob diese Rechnung über Inflation, Kürzungen oder beides beglichen wird, ist heute die einzige Frage ohne numerische Antwort.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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