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München: Schwerster Schneefall seit 1938 laut Forum
Forennutzer meldet schwersten Schneefall in München seit 1938 mit Flugausfällen. Bilder zeigen eingefrorene Jets, einer angeblich zum Klimagipfel in Dubai.
Schwerster Schneefall in München seit 1938 und der eingefrorene Jet nach Dubai
In München startete kein Flugzeug. Laut einem Forenbericht erlebte die Stadt den schwersten dokumentierten Schneefall – älter als der Rekord von 1938 – und einen ganzen Tag lang gab es keine Flüge, Busse oder Straßenbahnen. Auf Bildern in sozialen Medien waren schneebedeckte Flugzeuge auf dem Rollfeld zu sehen. Eines davon sollte Berichten zufolge zum Klimagipfel in Dubai fliegen. Die Ironie lag auf der Hand.
Was die Bilder vom Flughafen München zeigen
Das Material, das diese Diskussion auslöste, besteht aus Fotos des Münchner Flughafens vom selben Tag. Statische Flugzeuge, weiße Rümpfe, unpassierbare Start- und Landebahnen. Darauf basierend zirkulierten zwei Schlussfolgerungen: Die Stadt war durch Kälte gelähmt, und unter den blockierten Maschinen befand sich eine, die zu einer Konferenz über globale Erwärmung unterwegs war.
Man muss zwei Ebenen trennen. Das Erste ist auf den Fotos sichtbar: Es gibt Schnee und stehende Flugzeuge. Das Zweite ist eine Zuschreibung von einigen Quellen, keine verifizierte Tatsache. Die Szene diente jedenfalls als Auslöser: eine Metapher für die Lücke zwischen Rhetorik und Realität.
Widerlegt ein Schneesturm den Klimawandel?
Nein. Und hier beginnt der interessante Teil, denn ein einzelnes Wetterereignis widerlegt oder bestätigt nichts.
Die zugrunde liegende Verwirrung besteht darin, Wetter und Klima als Synonyme zu behandeln. Wetter ist, was an einem bestimmten Dienstag in einer bestimmten Stadt passiert; Klima ist ein jahrzehntelanger Durchschnitt über ein großes Gebiet. Ein Sturm, wie stark auch immer, verschiebt diesen Durchschnitt nicht. Auch eine isolierte Hitzewelle tut dies nicht.
Über Durchschnitte kann man mit Daten diskutieren. Manche argumentieren, dass in Spanien die Winter milder und die Sommer heißer werden, was genau das sei, was die globale Erwärmung messen würde. Andere entgegnen, dass Ereignisse wie in München das Gegenteil nahelegen. Keine dieser Lesarten hält einem Foto einer schneebedeckten Piste stand: Man braucht vollständige Datensätze.
Schnee in den Alpen: halber Meter und zehn Grad minus
In den Bergen bei Zürich behauptete ein Forennutzer, einen halben Meter Schnee auf Terrasse und Dach zu haben, mit Temperaturen von -5 bis -10 Grad, und verlinkte zur Website des Schweizer Rundfunks.
Jeder in Mitteleuropa fragt sich, ob das außergewöhnlich ist oder einfach Januar. Einige antworteten, dass solche Ereignisse jeden Januar oder Februar im Binnenland Deutschland ein- bis zweimal vorkommen. Das heißt: Dezember-Schnee in Bayern ist keine statistische Anomalie, sondern die Jahreszeit funktioniert normal.
Vulkan Tonga und 150 Millionen Tonnen Wasserdampf
Als alternative Erklärung wurde prominent der Untersee-Vulkanausbruch von Tonga 2022 genannt. Das Argument, verbreitet von einem Forennutzer unter Berufung auf eine Meteorologie-Seite: Er habe etwa 150 Millionen Tonnen Wasserdampf in die Atmosphäre injiziert, was den Anteil dieses Treibhausgases global um 13 % erhöht hätte. Damit schreiben manche die katastrophalen Überschwemmungen in Pakistan 2022 diesem Phänomen zu, nicht menschlichen Emissionen.
Dies ist eine Hypothese, die in sozialen Medien sicher vertreten wird, deren Zahl aber im Material nicht unabhängig überprüft wird.
November 2023 kälter als November 1981 in den USA
Ein weiterer Datenpunkt, der als Munition genutzt wurde, zugeschrieben einem Tweet im Thread: In den Vereinigten Staaten war November 2023 kälter als November 1981. Auf dieser Vergleichsbasis wurde die Frage formuliert, die den gesamten Skeptizismus zusammenfasst: Wenn Emissionen den Planeten erwärmen, wie konnten die letzten 1,5 Milliarden Tonnen, emittiert über 42 Jahre, ein ganzes Gebiet abkühlen?
Die statistische Antwort lautet, dass ein einzelnes Jahr und ein einzelnes Land keine Zeitreihe ergeben. Die politische Antwort, die man beim Abendessen hört, ist, dass die Reihe nach Belieben ausgewählt wird. Dazwischen bleibt das altbekannte Problem: die Granularität der Aufzeichnungen, ob ein Wachstumsring einer Kiefer auf Trockenheit oder Kälte zurückzuführen ist, und die Präzisionsgrenzen eines Modells.
Dubai, Privatjets und ein Kohlekraftwerk alle zehn Tage
Der Klimagipfel in Dubai fügte seine eigene Paradoxie hinzu. Eine Stadt mit permanenter Klimaanlage und Indoor-Skipisten empfängt die Verhandlungsführer. Es wird behauptet, China und Indien hätten Erklärungen unterzeichnet, während sie neue Kohlekapazitäten im Rhythmus von einem Kraftwerk alle zehn Tage errichteten, und die Teilnehmer seien mit Privatjets angereist. Alles im Detail diskutierbar, aber es erklärt, warum der Slogan außerhalb der Säle kaum verfängt.
Wenn das Klima sich seit Hunderttausenden von Jahren so verhalten hat – Zyklen, Eiszeiten, Warmzeiten –, ist es vernünftig anzunehmen, dass es sich weiter ändern wird, mit oder ohne uns. Der nächste große Schneefall in München kommt wahrscheinlich im Januar oder Februar. Und jemand wird das Foto wieder hochladen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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